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© Viteethumb, 123RF

Mit Enpass komfortabel Passwörter verwalten und synchronisieren

Sicher verwahrt

Passwörter gelten als begehrtes Handelsgut. Enpass schützt und synchronisiert sie über viele Plattformen.

Passwörter sind ein begehrtes Gut für den Handel auf dem Schwarzmarkt. Kaum ein Tag vergeht ohne Nachricht über einen Diebstahl von oft Millionen Passwörtern und anderen persönlichen Daten. Neben Kriminellen, die die Datensätze gewinnbringend verkaufen, interessieren sich auch Geheimdienste rund um den Globus für die Datensätze. Viele Anwender arbeiten den Dieben dabei sogar in die Hände, mit zu einfachen Passwörtern oder dem mehrfachen Einsatz des gleichen Passworts für mehrere Dienste.

Wer viele verschiedene Passwörter täglich im Einsatz hat, kommt dabei selten um einen Passwortmanager herum. Dieser funktioniert nach Möglichkeit so, dass die automatisierte Eingabe von Passwörtern den Fluss der Arbeit nicht weiter stört (Abbildung 1). Dazu ist es notwendig, dass sowohl Tastatur als auch Maus die Eingabe anstoßen. Enpass [1] gehört zu dieser Art Software und bietet einige smarte Funktionen, die Sie zumindest unter Linux bei der Konkurrenz nicht finden.

Abbildung 1: Die Oberfläche von Enpass erlaubt eine nahtlose Integration in die täglichen Abläufe.

Allerdings handelt es sich bei dem Programm nicht um freie Software, das indische Unternehmen Sinew Software Systems stellt Enpass lediglich kostenfrei bereit. Dieser Tatsache gebührt naturgemäß bei Passwortmanagern mehr Beachtung als bei einem Musikplayer. Das wissen die Entwickler und gehen deshalb auf ihrer Webseite ausführlich auf die Sicherheit ein [2]. Der Quellcode der Software ist nicht öffentlich – es läuft also darauf hinaus, den Entwicklern zu vertrauen.

Sicherheit ernst genommen

Passwörter und sonstige Daten wie etwa Login-Infos und Daten von Kreditkarten verschlüsselt die Software mit dem AES-Algorithmus und einer Schlüssellänge von 256 Bit über das Open-Source-Tool SQLCipher [3]. Den Schlüssel, mit dem das Tool die Passwörter in der Datenbank sichert, generiert es aus Ihrem Master-Passwort, dass Sie niemandem zugänglich machen dürfen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Nur das Master-Passwort öffnet den Safe, in dem sich die gesamten Passwörter und Zugangsdaten befinden.

Die Daten verbleiben konsequent auf dem lokalen Rechner – es sei denn, Sie synchronisieren sie über die Cloud mit anderen Geräten. Selbst dann haben die Daten keinerlei Kontakt mit Servern des Unternehmens und bleiben verschlüsselt. Ein Anmelden auf der Webseite entfällt. Es ist also nicht möglich, dass Daten von Anwendern in falsche Hände fallen, wie bei einem Angriff auf die Server von LastPass im Sommer 2015 [4].

Das Programm steht für Linux als DEB und RPM (Abbildung 3), für Mac OS X ab 10.7.5 sowie Windows ab XP SP3 bis Windows 10 bereit (Abbildung 4). Bei den mobilen Plattformen unterstützen die Entwickler Android ab Version 4.0, iOS, Windows Phone sowie Blackberry. Es besteht die Möglichkeit, über verschiedene Cloud-Angebote inklusive Owncloud die Daten auf verschiedenen Geräten zu synchronisieren.

Abbildung 3: Das Programm gibt statistische Informationen zu den Diensten an, für die es Passwörter oder sonstige Informationen gespeichert hat.
Abbildung 4: Unter Windows 10 bietet die Software die gleiche Oberfläche wie unter Linux, sodass der Wechsel kaum Probleme bereitet.

Dank der breiten Unterstützung darf dabei der PC Linux fahren und das Notebook Mac OS X, während das Tablet Android nutzt und man per Windows Phone telefoniert. Das Programm erlaubt dabei den Import der Datenbanken von rund 30 anderen Passwortmanagern. Dazu zählen das unter Linux viel verwendete KeePassX sowie 1Password, Keeper, Onesafe, Password Gorilla, Roboform, Sticky Password und viele andere mehr (Abbildung 5). Zudem versteht sich die Software auf den generischen Import einer Datenbank via CSV-Datei.

Abbildung 5: Enpass importiert auf Wunsch die Daten von rund 30 anderen Passwortmanagern.

Duales System

Das Programm arbeitet auf dem Desktop mit einem dualen System: Ein Browser-Plugin ergänzt die eigentliche Applikation, das für Firefox, Google Chrome, Opera und Safari bereitsteht. Dabei läuft die eigentliche Software ständig im Hintergrund. Das Plugin, das mit einem Icon rechts oben in der Adressleiste des Browsers sitzt, starten Sie mit einem Klick oder einem Tastenkürzel, sobald Sie sich in einer Maske zum Anmelden befinden.

Nach der Eingabe von zwei oder drei Buchstaben in die sich öffnende Eingabezeile findet das Plugin in der Regel den zugehörigen Dienst (Abbildung 6). Ein Doppelklick auf den Eintrag überträgt die notwendigen Daten in die Eingabemaske und öffnet den entsprechenden Dienst. So brauchen Sie nicht immer die Anwendung als solche zu öffnen.

Abbildung 6: Die Browser-Plugins erleichtern den Einsatz der Software in Kombination mit Online-Diensten.

Enpass selbst bekommen Sie hauptsächlich bei zwei Gelegenheiten zu Gesicht: bei der anfänglichen Konfiguration sowie beim Anlegen neuer Passwörter. Wollen Sie sich im Browser bei einem neuen Dienst anmelden, bei dem Sie noch kein Konto haben, startet die Applikation und bietet die Übernahme der Daten in die Datenbank an.

Das Installieren und Einrichten von Enpass erledigen Sie in der Regel in einer halben Stunde. Am Anfang steht das Herunterladen der Software von der Webseite [5]. Anwender DEB-basierter Distributionen haben die Möglichkeit, die Liste der Quellen um einen Eintrag zu erweitern [6] und die Software über das Paketmanagement zu installieren. Neue Versionen gelangen in diesem Fall künftig über die Upgrade-Funktion der Distribution ins System. Nutzer RPM-basierter Distributionen wickeln die Installation über einen Installer ab.

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