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© scanrail, 123RF

Remastering-Skript für Ubuntu

Neu verpackt

Pinguy Builder erlaubt es, auf einfache Weise Images von maßgeschneiderten Installationen als Backup oder zum Verteilen im Freundeskreis anzulegen.

Ubuntu stammt von Debian ab, hat aber seinerseits viele Derivate hervorgebracht. Dazu zählt auch Pinguy OS [1], das Ubuntu für Neueinsteiger weiter erleichtern und komplettieren will. Dazu bringt es mehr Software, Codecs und Browser-Plugins sowie ein umfassendes Konfigurationswerkzeug mit. Für die Arbeit an seiner Distribution erstellte der Entwickler das Remaster-Skript Pinguy Builder [2]. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung des für Debian und seine Derivate gedachten Tools Remastersys [3] zum Erstellen angepasster Live-Medien aus einem vorhandenen System. Neben diesen beiden existieren eine Reihe weiterer Skripte, um ein angepasstes Image einer Distribution zu erstellen [4].

Linux remastern

Alle diese Werkzeuge unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise von der professionellen Zusammenstellung einer klassischen Linux-Distribution. Ein Distributor stellt sein System mittels eines Buildskripts jeweils neu aus den Repositories zusammen. Tools wie Pinguy Builder oder Remastersys dagegen öffnen, wie die Bezeichnung Remaster bereits andeutet, ein bestehendes ISO-Image und setzen es nach den gewünschten Änderungen wieder zusammen. Daher eignen sich die Ergebnisse unter professionellen Gesichtspunkten prinzipbedingt nur für den Hausgebrauch und bestenfalls den Freundeskreis, nicht aber zur weiteren Distribution.

Das Skript Ubuntu Imager [5] zielt in dieselbe Richtung wie Pinguy Builder und bietet sogar ein Mehr an Möglichkeiten. Es setzt jedoch tiefere Grundkenntnisse voraus, da es im Terminal abläuft und dem Anwender informierte Entscheidungen abverlangt. Der Pinguy Builder arbeitet dagegen etwas einfacher und bietet eine grafische Oberfläche an – das Programm funktioniert aber auch ohne.

Ein typisches Einsatzszenario sieht folgendermaßen aus: Als Anwender haben Sie Ihr Ubuntu-System oder eines der Derivate liebevoll aufgesetzt, benötigte Software nachinstalliert, die Optik konfiguriert und insgesamt an vielen Stellen individuelle Akzente gesetzt. Dieses Setup möchten Sie nun konservieren, um es später einmal erneut und ohne viel Aufwand installieren zu können. Auch Freunde und Bekannte sollen vielleicht von der Arbeit profitieren.

Dafür bietet Pinguy Builder zwei unterschiedliche Herangehensweisen: Möchten Sie das resultierende Image nur für den Alleingebrauch nutzen, dann wandelt das Remaster-Tool das bestehende System inklusive aller Daten in ein ISO-Image um. Möchten Sie das Ergebnis hingegen auch im Freundeskreis teilen, ohne dass dieser automatisch Ihre persönlichen Daten erhält, klammert das Werkzeug den Inhalt des Home-Verzeichnisses und alle weiteren persönlichen Daten bei der Erstellung der Image-Datei aus.

Eingängige Oberfläche

Pinguy Builder steht auf Sourceforge in zwei Varianten zur Verfügung [6]. Version 3.x eignet sich für Ubuntu 14.04 und 14.10 sowie die auf diesen Distributionen aufbauenden Derivate. Der aktuelle Zweig ab Version 4.x kooperiert hingegen mit Ubuntu 15.04 und neueren Releases. Wir testen mit Ubuntu 15.10, das wir vorher auf den neuesten Stand bringen. Anschließend laden wir die brandneue Version Pinguy Builder Beta 4.3.3. herunter. Ab Ubuntu 15.04 gilt es, das auf den Images nicht mehr enthaltene Paket xresprobe zu installieren [7]. Stellen Sie zudem vorab sicher, dass Sie eventuell zuvor installierte Versionen von Remastersys deinstalliert haben.

Das heruntergeladene DEB-Paket richten Sie entweder über das jeweilige Software-Center ein oder installieren es auf der Kommandozeile mit folgendem Aufruf:

$ sudo dpkg -i pinguybuilder*.deb

Zur vollständigen Installation fehlen dem Programm allerdings etwa 60 weitere Pakete (Abbildung 1). Da Dpkg keine Abhängigkeiten mitinstalliert, müssen Sie die Installation dieser Pakete mit einem beherzten sudo apt -f install anstoßen.

Nach der Aktion sollte der Pinguy Builder dann in den Anwendungsmenüs erscheinen. Alternativ rufen Sie das Programm aus dem Terminal heraus auf. Sollten Sie Pinguy Builder in einer virtuellen Maschine testen, so müssen Sie anstatt einer dynamischen Festplatte eine mit fester Größe anlegen. Wir empfehlen hierfür mindestens 15 GByte.

Abbildung 1: Bei der Installation des Pinguy Builder gilt es, zahlreiche Abhängigkeiten aufzulösen.

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Kommentare
Noch mal zu Pinguy Builder 5.2016
Anonymous (unangemeldet), Freitag, 27. Mai 2016 23:01:43
Ein/Ausklappen

...Entschuldigung. Hab's gefunden.



Bewertung: 278 Punkte bei 42 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Zu PinguyBuilder, in Linux User 5.2016
Anonymous (unangemeldet), Freitag, 27. Mai 2016 22:50:03
Ein/Ausklappen

Der Artikel über PinguyBuilder ist ja ganz interessant, aber...
wo sind die Links dazu?
im Artikel selbst ist nichts zu finden. Auf sourceforge selbst hab ich auch nichts dazu gefunden.
Sollte das ein Aprilscherz sein?



Bewertung: 179 Punkte bei 42 Stimmen.
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