Beinahe-Debakel Mediacenter

Die Grafik- und Videofähigkeiten des Raspberry Pi 3 befinden sich nach wie vor auf dem Stand des Raspberry Pi 2. Auch die neueste Version schafft es nicht, den Video-Codec H.265 durch die Hardware zu dekodieren. Allerdings sollte es deshalb gerade beim Mediacenter-Einsatz kaum Software-Probleme gegeben.

So installieren wir Kodi [5] und starten es. Die Anwendung wechselt in den Vollbildmodus, der Fernseher meldet das Aktivieren von HDMI-CEC, die bekannte Hintergrundgrafik erscheint, und wir warten auf das Menü – vergeblich: Kodi ist eingefroren (Abbildung 4).

Abbildung 4: Kodi friert auf dem Raspberry Pi 3 in der zum Testzeitpunkt aktuellen Version kurz nach dem Start ein.

Eher zufällig werfen wir einen Blick auf die OpenELEC-Webseite und sehen dort in der Download-Sektion, dass Version 6.0.2 der Distribution den RasPi 3 unterstützt [6]. Also bereiten wir eine neue Micro-SD-Karte vor. Sie bootet, und aus den Augenwinkeln sehen wir, wie die SMB-Shares von OpenELEC im Netzwerk auftauchen. Doch zu früh gefreut: Wie zuvor sehen wir von Kodi zwar das Hintergrundbild, aber weiter passiert nichts. Beim finalen Test erlaubt uns Mplayer dann doch noch, ein Video anzuschauen, notgedrungen aber ohne viel Komfort.

Fanden unsere ersten Tests mit zwei jüngeren Samsung-Geräten statt, schließen wir den RasPi 3 nun jeweils an einen älteren Toshiba-Fernseher und einen Computermonitor an, die beide kein HDMI-CEC unterstützen. Ein erneuter Versuch mit Kodi beschert jetzt doch noch den erhofften Erfolg.

Nur Stunden nach Abschluss unserer Tests erschien eine aktualisierte Version 6.0.3 von OpenELEC. Damit klappt nun alles, einschließlich der Unterstützung von HDMI-CEC, auch auf den neueren TV-Geräten von Samsung.

Spiel ohne Grenzen

Zum Spieletest installieren wir RetroPie [7] per Setup-Skript auf dem Raspbian. Auf den Einsatz des vorbereiteten Images verzichten wir, da es sehr wahrscheinlich noch nicht die Treiber für WLAN und Bluetooth enthält. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt uns später der Versuch, Recalbox [8] zu installieren – dort kommen wir über den Bootscreen nicht hinaus.

Das RetroPie-Frontend Emulationstation startet ohne Probleme, das RetroPie-Menü erlaubt das Konfigurieren der WLAN-Verbindung. Viel spannender finden wir jedoch die Frage, ob der PS3-Controller per Bluetooth mit dem RasPi 3 zusammenarbeiten wird. Dazu rufen wir wieder das RetroPie-Setup auf. Dort können wir unter Setup unseren PS3-Controller anmelden und mit dem Raspberry Pi verbinden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der PS3-Controller lässt sich problemlos via Bluetooth mit dem neuen RasPi verbinden. Im Betrieb kam es während des Tests aber zu diversen Fehlfunktionen.

In der Emulationstation selbst geht dann die Controller-Konfiguration flott von der Hand. So hangeln wir uns schließlich drahtlos mit dem PS3-Controller durch die Menüs. Der Start von Mario Kart 64 klappt so weit problemlos, doch nach kaum zwei Sekunden Fahrt friert plötzlich der Bildschirm ein. Bei nachfolgenden Versuchen passiert das schon bei der Fahrerauswahl, manchmal erkennt das Spiel auch die Tasten nicht mehr. Bei Crash Bandicoot auf dem Playstation-Emulator treten diese Probleme im Startmenü des Spiels ebenfalls auf.

Mit unserem kabelgebundenen Xbox-Controller funktioniert hingegen alles. Bei der Performance des N64- sowie des PSX-Emulators zeigen sich bei beiden Spielen leichte Verbesserungen, die sich durchaus positiv auf die Steuerungsgenauigkeit auswirken.

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