Speichervorgang im Detail

Legen Sie unter Ext2 neue Dateien oder Ordner an, trifft das Dateisystem zunächst eine Entscheidung über deren genauen Ablageort. Für ein noch leeres Dateisystem gilt: In der Theorie dürfen die Daten überall landen. Tatsächlich ist es aber aus Gründen der Performance sinnvoll, zusammenhängende Daten auch möglichst nahe beieinander abzulegen.

Ext2 versucht daher, Unterordner und Dateien in derjenigen Blockgruppe abzulegen, in der sich auch das Verzeichnis befindet, in dem diese liegen. Das Dateisystem geht dabei davon aus, dass diese Daten zusammenhängen und das System sie gegebenenfalls kurz hintereinander abruft.

Läuft die Blockgruppe allerdings voll, weicht Ext2 zwangsläufig auf einen anderen Speicherort aus. Um festzustellen, welche Blöcke und Inodes genau für das Abspeichern infrage kommen, sieht Ext2 in den jeweiligen Inode- und Block-Bitmaps nach.

Gute Referenzen

Ext2 führte auch die Unterstützung für symbolische Links oder kurz Symlinks ein. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art von Datei, die anstelle von Daten lediglich eine Referenz auf eine andere Datei oder ein Verzeichnis enthält. Symlinks können anders als Hardlinks grundsätzlich auf Ziele von allen Dateisystemen verweisen, nicht nur auf das eigene.

Anders als Hardlinks erkennen Sie Symlinks jederzeit als solche. Anwendungen, die auf Dateien beziehungsweise Ordner hinter Symlinks zugreifen, behandeln diese wie gewöhnliche Dateien. Wenn es aber darauf ankommt, wie etwa beim Erstellen von Backups, muss ein Programm Symlink gesondert behandeln.

Symlinks existieren unabhängig vom Ziel. Löschen Sie die Datei, auf die ein Symlink verweist, bleibt der Link bestehen – es handelt sich ja um eine eigene Datei mit eigenem Inode. Der potenzielle Nachteil: Ändern Sie den Namen oder Ablageort einer Datei, müssen Sie auch den Symlink entsprechend anpassen.

Alle Symlinks, die aufgrund des Namens oder Verweises auf ein Ziel weniger als 60 Bytes groß ausfallen, speichert das Dateisystem direkt im zugehörigen Inode. Das vermeidet die Zuordnung eines eigenen Blocks im Ext2-Dateisystem. Diese Vorgehensweise kommt bei normalen Dateien ebenfalls zum Einsatz. Sofern der Inhalt einer Datei weniger als 60 Byte umfasst, schreibt das Dateisystem ihn direkt in den zugehörigen Inode ("inline data").

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