Zusatzausstattung

Für Leistungsvergleiche zwischen einzelnen Hardwarekomponenten oder kompletten Rechnersystemen bringt SysRescCD einige prominente Benchmarkprogramme mit. Die bekanntesten, Bonnie++ und Stress, starten Sie im Terminal, weswegen sie nicht im XFCE-Menü erscheinen. Bonnie++ misst die Schreib- und Leseleistungen von Massenspeichern und liefert so bei schlechter Performance eines Systems Hinweise auf eventuelle Hardware-Defekte. Der Benchmark Stress dagegen erzeugt für verschiedene Hardwarekomponenten eine hohe Last, etwa für den Prozessor, Arbeitsspeicher und I/O-Prozesse. Wie Bonnie++ steuern Sie Stress über eine Vielzahl von Parametern, die Sie via stress --help aufrufen.

Auch für forensische Zwecke bringt SysRescCD einige häufig genutzte Programme mit. Dazu gehört Chkrootkit, das den Rechner nach versteckter Schadsoftware durchsucht, die Angreifern eine Hintertür öffnet. Die Software Cmospwd dagegen gibt BIOS-Passwörter preis. Da diese bei vielen Computern, insbesondere Notebooks, in EEPROM-Bausteinen lagern, ist kein uneingeschränkter Zugriff wie bei Massenspeichern möglich. Für versierte Anwender bietet Cmospwd daher eine Hilfe, die Passwörter auszulesen oder zu modifizieren.

Mit Magicrescue erhalten Sie ein nützliches Tool zum Rekonstruieren von Datei-Inhalten. Dazu verwendet die Software nicht die Zuordnungstabellen des Dateisystems, sondern verlässt sich auf sogenannte magische Nummern, die sich im Header der jeweiligen Datei befinden und den Dateityp bezeichnen. Daher arbeitet Magicrescue auch bei beschädigten oder zerstörten Dateizuordnungstabellen noch erfolgreich. Auch das Kommandozeilenprogramm Foremost widmet sich dem Wiederherstellen beschädigter oder gelöschter Dateien und nimmt dazu ebenfalls Informationen aus den standardisierten Headern und Footern von Dateien zu Hilfe.

SysRescCD erlaubt auch eine umfangreichere Analyse des Netzwerkzugangs über die Standard-Konsolenwerkzeuge Nmap, Traceroute, Netcat und Netselect. Grafische Pakete wie Zenmap oder Wireshark fehlen jedoch. Daher empfiehlt es sich, bei netzwerkspezifischen Problemen eher auf spezialisierte Distributionen wie Wifislax [4] oder Kali Linux [5] zurückzugreifen.

Fazit

SystemRescueCD macht auch in der neuen Version 4.7.1 wieder einen rundum gelungenen Eindruck. Die Distribution arbeitet schnell, stabil und wurde von jeglichem unnötigen Ballast befreit. Durch den ressourcenschonenden XFCE-Desktop und die Konzentration auf viele bewährte Kommandozeilen-Tools eignet sich SysRescCD für den Einsatz auf Rechnern mit alter oder teils inkompatibler Grafikhardware, da es sich ohne GUI sinnvoll nutzen lässt.

Besonders positiv hervorzuheben ist auch die sorgfältige Pflege, die die Entwickler dem System angedeihen lassen: So wurden in den letzten Updates vor allem – neben den obligatorischen Kernel-Aktualisierungen – die Routinen zur Unterstützung derzeit noch relativ wenig gebräuchlicher Dateisysteme wie XFS und Btrfs signifikant verbessert. Die Integration einiger Tools aus anderen Betriebssystemwelten, darunter DOS-Applikationen, die sich gesondert starten lassen, prädestiniert SysRescCD zudem für die Datenrettung im heterogenen Umfeld. 

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