Alleinstellungsmerkmale

Im Unterschied zum derzeit unter Linux inoffiziell als Standard geltenden Dateisystem Ext4 bietet Btrfs einige Funktionen, die allgemein nicht zur Funktionalität eines Dateisystems gehören, sich jedoch gerade in professionellen Umgebungen wie Rechenzentren großer Beliebtheit erfreuen. Dazu zählen etwa die integrierte Funktionalität des Logical Volume Manager sowie die eingebaute Unterstützung für Plattenverbünde der RAID-Level 0, 1, 5, 6 und 10. Diese Integration bietet gegenüber herkömmlichem Hard- oder Software-RAIDs den Vorteil, das Btrfs zwischen belegten und freien Datenblöcken unterscheiden kann und somit eine Wiederherstellung im Schadensfall viel Zeit spart. Zudem beherrscht Btrfs das Umstellen von RAID-Leveln im laufenden Betrieb.

Des Weiteren verfügt Btrfs über eine optionale transparente Datenkompression, Deduplikation [6], Prüfsummen für Daten und Metadaten, Dateisystemüberprüfung und Defragmentierung zur Laufzeit sowie Optimierungen für Solid State Drives (SSDs). Für Umsteiger von Ext3/4 bietet Btrfs mit btrfs-convert eine Möglichkeit, bestehende Partitionen reversibel nach Btrfs zu konvertieren. Die Rückkehr zu Ext4 bleibt möglich, solange der bei der Konvertierung erstellte Snapshot der Metadaten des Ext4-Systems existiert. Das von Anfang an für Btrfs geplante Merkmal der Dateisystemverschlüsselung fehlt bislang hingegen.

Snapshots

Zu den besonders für Desktop-Anwender wichtigen Kriterien zugunsten von Btrfs zählt die Funktion, aus dem laufenden System heraus Schnappschüsse (Snapshots) des aktuellen Datenstands zu erstellen. Es handelt sich hierbei um zum Zeitpunkt der Erstellung eingefrorene Abbilder eines Subvolumes, die keinen zusätzlichen Speicherplatz benötigen (Abbildung 2). Besonders im Zusammenhang mit dem bei Opensuse entwickelten Tool Snapper [7] stellen Snapshots eine mit relativ wenig Aufwand verbundene Möglichkeit dar, ein System bei Problemen auf den vorherigen Stand zurückzurollen (Abbildung 3).

Abbildung 2: Btrfs-Subvolumen nach der Installation.
Abbildung 3: Mithilfe des Tools Snapper erstellen Sie unter OpenSuse über eine grafische Oberfläche Snapshots einer Partition.

Ist Snapper konfiguriert, vor jeder Systemaktualisierung einen Schnappschuss zu erstellen, verlieren diese Upgrades für viele Anwender den Schrecken. Bei (Open)Suse geht die Handhabung der Snapshots grafisch über ein YaST-Modul für Snapper vonstatten, für andere Betriebssysteme existieren externe GUIs [8]. In Sachen Snapshots zeigt sich Btrfs deutlich flexibler als der Logical Volume Manager LVM: Der Anwender muss weder vorher Speicherplatz für die Snapshots freihalten, damit das Dateisystem nicht etwa überläuft, noch bremsen selbst eine große Anzahl vorgehaltener Snapshots das System aus.

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