LXDE-Desktop

Während die 64-Bit-Vollversion von Trisquel 7.0 rund 350 MByte Arbeitsspeicher benötigt, kommt die Mini-Version dank des ressourcenschonenden Duos Openbox/LXDE mit lediglich 260 MByte aus. Der LXDE-Desktop bietet dabei ebenso wie Gnome-Flashback am unteren Bildschirmrand horizontal eine Panelleiste mit Startmenü und eine stattlichen Anzahl an Applikationen an – allerdings, wie bereits beschrieben, zunächst nur in spanischer oder englischer Lokalisierung (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auch der LXDE-Desktop zeigt sich betont schlicht.

In der LXDE-Version stammen die meisten Applikationen aus dem LXDE- und XFCE-Fundus, nur wenige schlanke Programme wurden aus dem Bestand des Gnome-Desktops übernommen. LibreOffice und Gimp fehlen, Midori ersetzt den Abrowser, und Abiword fungiert als Textverarbeitung. Die insgesamt merklich reduzierte Software-Ausstattung lässt sich freilich aus den Repositories oder über Drittanbieter beliebig ergänzen. Auch die Mini-Variante packen Sie bequem mithilfe des von Ubuntu her bekannten Installers auf den Massenspeicher, indem Sie im Live-Betrieb auf dem Desktop auf Install Trisquel 7.0 klicken.

Während der Installation bietet sich die Gelegenheit, die deutsche Lokalisierung einzustellen, sodass Sie anschließend einen deutschsprachigen Desktop und die deutsche Tastaturbelegung vorfinden. Die vorinstallierten Programme entsprechen denen der Live-Version, wobei auch beim LXDE-Desktop Synaptic als grafisches Frontend zur Softwareinstallation dient.

Sugar-Desktop

Die speziell für Kinder entwickelte Variante mit Sugar-Desktop verfolgt dagegen ein komplett anderes Bedienkonzept: Große, symmetrisch auf dem Bildschirm im Kreis angeordnete Symbole ("Favoriten") dienen dem Start von Programmen. Herkömmliche Menüs und Panelleisten fehlen dagegen weitgehend. Lediglich am oberen Bildschirmrand findet sich eine Leiste mit Suchfeld sowie zwei Symbolen zur Anzeige einer Listenansicht und der Favoriten auf dem Desktop. Auch die Sugar-Variante von Trisquel ist bereits deutsch lokalisiert und bietet daher ein entsprechendes Auswahlmenü im Bootmanager (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Sugar-Desktop unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen Arbeitsumgebungen.

Auch hier können Sie das System zunächst im Live-Betrieb testen und anschließend bei Gefallen auf den Massenspeicher packen. Da für Trisquel Sugar TOAST neben 64-Bit- auch 32-Bit-Images vorliegen, eignet sich das System auch für das Reaktivieren älterer Hardware. Da in dieser Variante Programme wie LibreOffice, Firefox, Gimp oder Thunderbird fehlen, kommt das System mit lediglich etwa 520 MByte Speicher für das Abbild aus.

Bereits beim Start fällt Sugar TOAST aus dem Rahmen: Nach der Angabe des Geschlechts des Anwenders möchte der Desktop auch das Alter erfahren. Anschließend verzweigt das System in eine Oberfläche, die mittig angeordnet verschiedene Apps um ein im Zentrum befindliches User-Symbol gruppiert. Klicken Sie mit der Maus auf dieses Symbol, so erscheint ein kleines Kontextmenü, über das Sie den Computer ausschalten, neustarten oder den Benutzer wechseln. Außerdem erreichen Sie über Meine Einstellungen ein Optionsmenü, das entfernt dem KDE-Kontrollzentrum ähnelt. Hier nehmen Sie alle systemspezifischen Einstellungen vor.

Die Apps umfassen vor allem Spiele, es gibt jedoch auch einen einfach gehaltenen Webbrowser. Zusätzlich finden sich ein einfaches Chatprogramm sowie ein Taschenrechner und eine Sprachsoftware auf dem Desktop. Die Spiele fördern kognitive Fähigkeiten der Kinder und eignen sich daher bestens auch in der Vorschule oder dem Kindergarten zum spielerischen Lernen. Ältere Kinder fühlen sich damit jedoch sehr schnell unterfordert.

Die Sugar-Arbeitsoberfläche offeriert keine Option, um das Betriebssystem aus dem Live-Betrieb heraus zu installieren. Das gelingt nur über den entsprechenden Eintrag im Grub-Bootmanager. Dazu startet die Routine eine optisch leicht dem kindlichen Geschmack angepasste Variante des Ubuntu-Installers Ubiquity (Abbildung 4), der das komplette System in kurzer Zeit auf den Massenspeicher packt.

Abbildung 4: Auch die Installationsroutine wurde optisch dem Sugar-Desktop angepasst.

Anschließend bootet das System neu. Sie finden erneut den vom Live-System her bekannten Programmkreis vor, den Sie um weitere bereits installierte Applikationen ergänzen können. Dazu klicken Sie oben rechts in der Leiste auf die Listenanzeige und wählen danach die in den Favoritenkreis aufzunehmende App. Bereits eingepflegte Apps erkennen Sie an einem grünen Stern vor dem Namen. Die gewünschte(n) App(s) aktivieren Sie, indem Sie vor dem Programmnamen auf den leeren Stern klicken, der sich nun grün einfärbt. Nach Fertigstellung der Favoritenliste gelangen Sie zurück in den Hauptbildschirm, indem Sie oben in der Leiste auf das Kreissymbol Favorites view 1 klicken.

Trisquel Sugar TOAST lässt sich wie gängige Distributionen auch stets auf dem aktuellen Stand halten. Um einen Überblick über vorhandene Aktualisierungen zu erhalten, starten Sie zunächst den Einstellungsdialog, indem Sie auf das kleine Männchen in der Mitte des Programmkreises klicken und im sich dann öffnenden Menü den Eintrag Meine Einstellungen auswählen. Dann wählen Sie aus dem Optionsdialog den Eintrag Software-Aktualisierung.

Das System zeigt nach einem kurzen Abgleich im Internet die verfügbaren Updates an und markiert diese durch ein gesetztes Häkchen vor jedem Paket zur Aktualisierung. Sie müssen also nur noch auf den Button Auswahl installieren unten rechts im Listenbildschirm klicken, um den Download und das Update anzustoßen. Danach schließen Sie das Fenster durch einen Klick auf den entsprechenden Schalter oben in der Fensterleiste (Abbildung 5).

Abbildung 5: Mit wenigen Mausklicks aktualisieren Sie auch die Sugar-Variante von Trisquel.

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