Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Kompakter Audioplayer Deadbeef 0.7.1, Konstruktionswerkzeug Fachwerk 0.4.4, Zeiterfassung Gtimelog 0.10.0, Datenbankoberfläche MyJgui 0.7.4.9.

Klangwunder

Der schlanke, intuitiv bedienbare Audioplayer Deadbeef 0.7.1 kommt mit allen gängigen Formaten zurecht. Sie müssen selbst kompilieren oder das vorgefertigte statische Paket verwenden.

Der kompakte Audioplayer Deadbeef läuft nicht nur unter Linux, sondern auch unter Mac OS X und Android. Windows- und iOS-Nutzer gehen jedoch leer aus. Deadbeef geht sparsam mit Arbeitsspeicher und CPU-Ressourcen um und besitzt keinerlei Abhängigkeiten zu Benutzeroberflächen wie Gnome oder KDE, sondern erscheint in einer übersichtlichen Gtk-basierten Oberfläche. Er unterstützt eine Vielzahl von Audio-Formaten von MP3, OGG und WAV über M4A, FLAC und APE bis hin zu TTA. Auch mit populären Chiptunes-Formaten wie NSF, AY, VTX oder SPC kommt Deadbeef zurecht. Bei den Metadaten reicht die Palette von verschiedenen ID3-Versionen bis hin zu APEv2, Xing/Info und VorbisComments. Hier bietet das Tool zudem einen komfortablen Metadaten-Editor. Zum Abspielen öffnen Sie einfach eine Audio-Datei oder fügen sie per Drag & Drop einer Playlist hinzu. Das klappt auch für den gesamten Inhalt eines Verzeichnisses. Dabei kann Deadbeef mehrere Playlisten gleichzeitig öffnen und verwalten, die jeweils in einem eigenen Reiter erscheinen. Im Einstellungsmenü Erweiterungen finden Sie eine Liste aller verfügbaren Plugins, wobei Sie jedes davon individuell konfigurieren können. Die Palette reicht vom PulseAudio-Support bis zu einem 18-bändigen grafischen Equalizer. Soll das Player-Fenster nicht unnötig den Bildschirm blockieren, minimieren Sie es einfach. Sie steuern Deadbeef dann über das Kontextmenü des Deadbeef-Icons in der Symbolleiste. Die Lautstärke stellen Sie dabei mit dem Mausrad ein, sobald sich der Mauszeiger über dem Deadbeef-Icon befindet. Alternativ steuern Sie den Player auch über die Kommandozeile mit Parametern wie --next, --pause oder --play. So lassen sich in der GUI auch Tastenkürzel für Deadbeef definieren.

Deadbeef 0.7.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://deadbeef.sourceforge.net

Fachwerker

Als Konstruktionswerkzeug für Statiker besticht Fachwerk 0.4.4 durch einfache Installation und Handhabung. Es eignet sich damit ideal für Studienzwecke oder kleinere Projekte.

Open-Source-Tools helfen nicht nur IT-Experten bei der täglichen Arbeit: Auch für IT-ferne Arbeitsbereiche existieren mittlerweile zahlreiche freie Tools, die Anwendern zur Hand gehen. An Bauingenieure richtet sich das in Java programmierte Fachwerk, das bei der Modellierung von Fachwerken und Spannungsfeldern hilft. Es lässt sich weitgehend intuitiv bedienen, da es bei allen Konstruktionen nur die Gleichgewichtsbedingung berücksichtigt. Mittels dieser berechnet es Stäbe und Verstrebungen in statisch unbestimmten Systemen. Allen Stäben können Sie auch sogenannte Stabkräfte zuordnen. Fachwerk erkennt selbstständig, falls Sie dabei die Gleichgewichtsbedingung verletzen. Standardmäßig zeigt das Tool nur die reine Konstruktion an; Stabkräfte, Lasten und Auflagekräfte blenden Sie bei Bedarf ein. Zusätzliche Funktionen ermöglichen es, alle Punkte einer Konstruktion automatisch zu verbinden oder das Modell zu reduzieren. Das Ergebnis speichert die Anwendung im nativen Format FWK. Für den Import von Hintergrundkonstruktionen unterstützt Fachwerk neben Bildformaten wie PNG, JPEG oder BMP auch CAD-Formate wie DXF oder Daten im CSV-Format. Für interessierte Anwender existiert eine ausführliche Dokumentation als PDF-Dokument, die jedoch 30 Euro kostet. Eine einfache, einleitende Beschreibung findet sich auf der Fachwerk-Webseite. Das Tool ist nach dem Entpacken sofort einsatzbereit, über Kommandozeilenparameter ändern Sie das Erscheinungsbild und passen die Lokalisierung an. Neben dem 2D-Tool Fachwerk gibt es auch die dreidimensionale Variante Fachwerk 3D.

Fachwerk 0.4.4

Lizenz: GPLV2

Quelle: http://fachwerk.sourceforge.net

Stechuhr

Das minimalistische Gtimelog 0.10.0 beschränkt sich auf die wesentlichsten Funktionen der Zeiterfassung, setzt aber voraus, dass Sie konsequent alle Aufgaben eines Arbeitstags protokollieren.

Wer täglich viele unterschiedliche Aufgaben erledigen muss, möchte wissen, wie viel Zeit jede einzelne davon in Anspruch nahm. Einen besonders einfachen Ansatz dazu verfolgt das Python-Tool Gtimelog in einer schlichten PyGTK-Oberfläche. Dabei unterstützt es sowohl die aktuellen Python-Versionen der 3.x-Serie als auch das altbewährte Python 2.7. Sie starten die Zeiterfassung, indem Sie zu Arbeitsbeginn einen Eintrag mit dem Namen arrived anlegen. Nun gehen Sie Ihrer ersten Aufgabe nach und legen nach deren Beendigung einen Eintrag mit dem Namen der Aufgabe an. Gtimelog ordnet das verstrichene Zeitintervall der Aufgabe als Arbeitszeit zu. Für eine korrekte Zeitberechnung müssen Sie alle Aktivitäten eines Arbeitstags erfassen. Pausen kennzeichnen Sie mit zwei Sternen im Eintragsnamen. Üben Sie regelmäßig die gleiche Tätigkeit aus, sollten Sie darauf achten, dafür stets denselben Eintragsnamen zu verwenden: So kann Gtimelog die Tätigkeiten bei der Berichterstellung besser zuordnen. In den Berichten unterscheidet das Tool zwischen Arbeits- und Freizeiten. Das Tool fertigt wahlweise eine chronologische Aufstellung aller Aufgaben mit Start- und Endzeitpunkt an oder fasst alle Einträge nach Aufgaben zusammen und listet diese mit der jeweiligen Tätigkeitsdauer auf. Um einzelne Aufgaben aus dem Bericht auszuklammern, tragen Sie in den Aufgabennamen drei Sterne ein. Gtimelog speichert alle Daten in der Textdatei ~/.gtimelog/timelog.txt, die Sie gegebenenfalls mit einem Editor manuell nachbearbeiten.

Gtimelog 0.10.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://mg.pov.lt/gtimelog/

Datenhüter

Das grafische MySQL-Frontend MyJgui 0.7.4.9 ähnelt professionellen Tools wie Toad oder DB-Visualizer, beschränkt sich funktionell jedoch auf das für Anfänger und Gelegenheitsadministratoren Notwendige.

Viele Anwendungen greifen zum Verwalten von Daten auf relationale Datenbanken wie MySQL zurück. Auch wenn Konfiguration und Nutzung meist transparent erfolgen, muss man gelegentlich doch selbst Hand anlegen. Dabei hilft ein grafisches Tool wie MyJgui. In der auf Java basierenden, übersichtlichen Benutzeroberfläche für MySQL verwalten Sie die Verbindungen zu verschiedenen Datenbanken. Passwörter merkt sich MyJgui nicht, sondern überlässt die Kontrolle der Authentifizierung direkt der Datenbank. Nach dem Verbindungsaufbau listet das Tool im Navigationsbaum alle Datenbanken eines Servers auf, durch Anklicken einer davon erhalten Sie eine Liste der zugehörigen Tabellen. Im mittleren Fensterbereich stellt MyJgui verschiedene Reiter bereit, die den Aufbau und den Inhalt der aktuellen Tabelle darstellen. Änderungen am Inhalt nehmen Sie direkt in der Tabelle vor oder reichen Sie via SQL Console als SQL-Statement durch. Die SQL Console kann sowohl einfache Statements als auch komplexere SQL-Skripte ausführen oder die Eingabe speichern. Eine simple Explain-Funktion liefert im Reiter MySQL Query einen einfachen Ausführungsplan, der zeigt, wie MySQL die Anfrage verarbeiten würde. Dort erscheinen auch die Ergebnisse von einfachen Abfragen. Beim Erstellen neuer Tabellen oder Datenbanken hilft ein Assistent, der Sie durch die Einrichtung führt. Stored Procedures oder Views müssen Sie dagegen manuell als Statement über die SQL Console anlegen. Über die SQLmarks von MyJgui definieren Sie unter einem Schlüsselbegriff ganze SQL-Befehlskombinationen. Das Tool organisiert diese als Baumstruktur, in der sich mehrere SQLmarks in Ordnern logisch gruppieren lassen. Im unteren Fensterbereich von MyJgui gibt eine Detailansicht Auskunft über die ausgeführten Prozesse. Eine Log-Ausgabe informiert Sie außerdem, wie die Datenbank auf die auszuführenden Statements reagiert hat. Informationen zum Funktionsumfang von MyJgui finden Sie auf der Webseite des Tools. Eine Online-Hilfe gibt es ebensowenig wie eine Manpage.

MyJgui 0.7.4.9

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://myjgui.com

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