Stationär?

RebeccaBlackOS lässt sich auch dauerhaft auf einem Massenspeicher installieren – zumindest in der Theorie. Dazu finden Sie in den grafischen Oberflächen entsprechende Programmstarter, die das Calamares-Framework aufrufen. Calamares entstammt Manjaro Linux sowie dem amerikanischen KaOS und stellt eine distributionsunabhängige, konfektionierbare Installationsroutine bereit.

Allerdings gab es mit dem Duo Wayland/Calamares unter allen Desktop-Umgebungen auf verschiedenen Testgeräten bei RebeccaBlackOS nachvollziehbar nicht lösbare Probleme: Nach Aufruf von Calamares öffnete sich das dazugehörige Programmfenster mit unlesbarem Inhalt (Abbildung 6). Unter Enlightenment E20 erscheint noch nicht einmal das Calamares-Fenster, sondern die Applikation stürzt ohne entsprechende Protokollierung sofort ab. Unter KDE entstanden nach dem Schließen des unlesbaren Calamares-Fensters deutlich sichtbare Darstellungsfehler auch bei anderen Fenstern und Dialogen, die einen kompletten Neustart des Systems erforderlich machten.

Abbildung 6: Die Installationsroutine zum Einspielen von RebeccaBlackOS harmoniert noch nicht mit Wayland.

Diese Schwierigkeiten ließen sich auf mehreren Testgeräten in unserem Labor mit unterschiedlicher Hardware nachvollziehen. Um RebeccaBlackOS trotz dieser massiven Fehler doch noch zu installieren, starten Sie Calamares mit Administratorrechten als Xwayland-Applikation. Geben Sie dazu im Terminal den Befehl wlsudo xwaylandapp calamares ein. Daraufhin läuft die Installationsroutine ohne Fehler an, sodass Sie RebeccaBlackOS fest einrichten können.

Fazit

RebeccaBlackOS zeigt einen recht umfassenden Schnappschuss der Entwicklung von Wayland. Dabei gefällt vor allem der schnelle Wechsel zwischen den einzelnen Arbeitsoberflächen, sodass sich derzeitige Entwicklungsstand unter den verschiedenen Umgebungen innerhalb von Sekunden überprüfen lässt.

Doch die Distribution zeigt auch überdeutlich, dass der Austausch eines 30 Jahre alten Urgesteins – sofern es sich um eine Kernkomponente des Betriebssystems handelt – nicht innerhalb weniger Monate gelingt. Die Liste der noch zu bewältigenden Aufgaben fällt schmerzlich lang aus: Neben fehlenden Funktionalitäten wie Copy & Paste müssen die Entwickler hauptsächlich die teils fehlerhafte Fensterdarstellung beheben sowie die stellenweise mangelhaften Möglichkeiten verbessern, Fenster manuell zu verändern.

Für eine breite Akzeptanz braucht es zudem vor allem eine nennenswerte Anzahl nativ von Wayland gesteuerter Programme, die nicht mehr auf einer Zwischenschicht aufbauen und damit die eigentlichen Vorteile von Wayland teilweise wieder zunichte machen. Da mit Fedora eine erste etablierte Distribution Wayland bereits ab der Version 24 (für den 7. Juni 2016 eingeplant) als Standard-Protokoll einsetzen möchte, wird die Entwicklung in den kommenden Monaten spannend. 

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