Weston

Einen sehr guten Einblick in den bisherigen Entwicklungsstand von Wayland liefert dessen Standard-Compositor Weston. Diese Oberfläche gibt sich optimal auf Wayland abgestimmt und besitzt bereits einige Features, die zum Standard-Repertoire der "großen" Oberflächen gehören: So gelingt bei Weston bereits die Darstellung sich überlappender Fenster, das Programm bringt ein einfaches Anwendungsmenü mit, und Fenster lassen sich frei auf dem Desktop verschieben. Durch die Integration vieler kleiner Applikationen, vor allem aus dem KDE- und Enlightenment-Fundus, stehen unter Weston bereits einige Programme bereit, mit denen es sich durchaus produktiv arbeiten lässt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Standard-Compositor Weston von Wayland beherbergt aktuell nur ein einfaches Hauptmenü.

Das Hauptmenü von Weston erreichen Sie im Startbildschirm durch einen Mausklick auf den Start-Button oben links in der Panelleiste. Im Gegensatz zu den etablierten Desktops lässt sich die Panelleiste unter Weston jedoch noch nicht flexibel anpassen: Zwar befinden sich dort mehrere Programmstarter und auch eine kleine Datums- und Uhrzeitanzeige – diese sind jedoch fixiert und lassen sich nicht bearbeiten. Auch ein entsprechendes Kontextmenü, wie Sie es bei anderen Desktops durch einen Rechtsklick auf das entsprechende Symbol erreichen, fehlt. Die Panelleiste zeigt zudem keine geöffneten Anwendungen an. Es lassen sich jedoch mehrere Instanzen des gleichen Programms auf der Arbeitsoberfläche öffnen.

Dabei unterstützt Weston noch keine Drag-&-Drop-Aktionen: Möchten Sie beispielsweise eine Datei zwischen zwei Instanzen von Dolphin verschieben, so müssen Sie das mithilfe des Kontextmenüs zum Kopieren und Einfügen erledigen. Andere nützliche Funktionen wie virtuelle Arbeitsoberflächen fehlen Weston ebenfalls noch.

Der Compositor lässt sich jedoch in vielen Fällen über Tastaturbefehle steuern, wobei die sogenannte Super-Taste dabei eine zentrale Rolle einnimmt. Über das Hilfemenü, das Sie durch einen Klick auf den Info-Button in der Panelleiste erreichen, sehen Sie detaillierte Informationen zur Steuerung des Compositors ein (Abbildung 3).

Abbildung 3: Unter Weston sind viele Tastaturbefehle wie zum Verschieben von Fenstern fest vorgegeben.

Negativ stach im Test unter Weston ins Auge, dass vordefinierte Befehle keinerlei Wirkung entfalteten: So ließ sich trotz verschiedener Einstellungen in keinem Fall die Bildschirmhelligkeit der Testsysteme dimmen, was laut Weston-Hilfe mit den Tastenkombinationen [Super]+[F9] oder [Super]+[F10] funktionieren sollte. Auch andere rein per Tastatur zu steuernde Optionen funktionierten auf unterschiedlichen Testgeräten noch nicht, wie etwa das Öffnen einer neuen virtuellen Arbeitsoberfläche.

Uneinheitlich

Weston kann – wie auch die KDE Plasma-Oberfläche und die Gnome-Shell – auf dem Desktop alle unter RebeccaBlackOS verfügbaren Programme anzeigen. Dabei sticht ins Auge, dass sich noch keine einheitliche Darstellung der einzelnen Fenster durchgesetzt hat: So stellt das System KDE-Anwendungen anders dar als GTK-basierte Applikationen. Die von Enlightenment übernommene Software zeigt sich wiederum in einem anderen Gewand. Teilweise fehlen einzelnen Programmfenstern sogar die Titelleisten, sodass der Weston-Desktop bei vielen geöffneten Programmen leicht unübersichtlich wirkt (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Darstellung von Anwendungen gestaltet sich unter Weston alles andere als einheitlich.

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