Vorbereitungen

Möchten Sie ein Gobi-UMTS-Modem zum Leben erwecken, müssen Sie zunächst klären, ob Linux die Karte erkennt und diese eingeschaltet ist. Dazu wechseln Sie in ein Terminal und geben den Befehl aus der ersten Zeile von Listing 1 ein. Sie erhalten daraufhin eine kurze Liste der im Computer verbauten und erkannten Kommunikationshardware. Dabei verraten die jeweils aufgeführten Zeilen Soft blocked: und Hard blocked:, ob das System die betroffene Komponente auch ansprechen kann. Das setzt beim WWAN-Modul voraus, dass beide Male no angegeben ist.

Listing 1

$ sudo rfkill list
$ sudo rfkill unblock WWAN-Karte
$ sudo lsmod | grep qcserial

Gibt der Befehl in der Zeile Hard blocked: ein yes aus, so aktivieren Sie die Karte im BIOS des Computers. Erscheint die Karte anschließend immer noch als blockiert, dann heben Sie die Sperre mit dem Befehl aus der zweiten Zeile von Listing 1 auf. Anschließend starten Sie denRechner neu und prüfen dann, ob das System ein entsprechendes Kernel-Modul für das UMTS-Modem geladen hat. Für die Gobi-Modems von Qualcomm handelt es sich um das Modul qcserial, das es in allen Kernel-Varianten der Reihen 3.x und 4.x gibt. Mit dem Befehl aus der letzten Zeile von Listing 1 erhalten Sie eine entsprechende Ausgabe (Abbildung 2).

Abbildung 2: Haben Sie die Hardware freigegeben und das System diese erkannt, finden Sie das entsprechende Modul in der Ausgabe von lsmod.

Zu guter Letzt überprüfen Sie, ob das System die Hardware korrekt als USB-Device initialisiert, indem Sie im Terminal lsusb eingeben. Der Eintrag für das Modem erscheint mit dem Zusatz (QDL mode): Das bedeutet, dass Sie noch keine Firmware für das Gerät geladen haben (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das System erkennt das Modem bereits als USB-Gerät, es braucht aber noch die richtige Firmware für den reibungslosen Betrieb.

Windows only

Da keine einzige aktuelle Linux-Distribution derzeit die proprietäre Firmware für Gobi-Karten von Haus aus mitliefert, müssen Sie diese nun manuell installieren. Dazu brauchen Sie einen Rechner mit Microsoft-Betriebssystem.

Laden Sie unter Windows zunächst von der Seite des Notebook-Herstellers das entsprechende Archiv mit dem Treiber für Gobi-Karten herunter, und installieren Sie es anschließend unter Windows. Dabei legt das System ein neues Verzeichnis mit den Firmware-Dateien an:

C:\Program Files (x86)\QUALCOMM\Images\<I>Hersteller<I>\<C>

Dort finden Sie durchnummerierte Unterverzeichnisse mit Firmware-Dateien für Gobi-Karten, die an bestimmte Provider gebunden sind. Der Ordner 6 enthält jedoch auch die generische Datei UQCN.mbn, die nicht an einen Anbieter gekoppelt ist. Zwei weitere gemeinsame Firmware-Dateien mit der Bezeichnung amss.mbn und apps.mbn liegen im Unterverzeichnis UMTS. Diese drei Dateien integrieren Sie zum reibungslosen Betrieb des UMTS-Modems nun ins Linux-System.

Da unter Linux Firmware-Dateien in aller Regel im Verzeichnis /lib/firmware/ liegen, erstellen Sie dort ein entsprechendes Unterverzeichnis namens gobi/ für die Gobi-Dateien. Dorthin kopieren Sie die drei aus den Windows-Verzeichnissen entnommenen Dateien. Damit haben Sie softwareseitig die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz des UMTS-Modems geschaffen.

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