Internes UMTS-Modem in Notebooks einrichten

Hürdenlauf

Mobiles Breitband ist die Lebensader des Road Warriors. Wir zeigen, wie Sie problematische Hardware unter Linux in Betrieb nehmen.

Mobile Anwender wissen es zu schätzen, mit dem Notebook unterwegs jederzeit ins Internet zu kommen. Die Hersteller haben den Bedarf längst erkannt und bauen daher in die mobilen Rechner UMTS-Modems ein. Für den Zugang braucht man also lediglich noch eine SIM-Karte. Doch das – an sich einfache – Unterfangen stellt Linux-Anwender oft auf eine harte Geduldsprobe: Für das freie Betriebssystem bieten manche namhafte Hersteller kaum Unterstützung. Zum Glück sind hier freie Programmierer in die Bresche gesprungen und entwickelten für einige weit verbreitete interne UMTS-Modems Software, die die störrische Hardware zur Kooperation bewegt.

Versteckspiel

Im Markt der internen UMTS-Modems für Laptops tummeln sich nur wenige Hersteller. Die meisten davon kennt man auch aus anderen Bereichen der Kommunikationstechnologie: Neben Qualcomm sind dies vor allem Ericsson und Sierra Wireless, die unterschiedliche Steckkarten im Mini-PCIe-Formfaktor für Notebooks anbieten.

Wie die extern als USB-Stick ausgeführten Pendants spricht der Rechner die Mini-PCIe-Karten als USB-Gerät an. Die Laptop-Hersteller versehen die Modems dann mit einer leicht modifizierten Firmware, bauen sie unter einer neuen Bezeichnung in die Geräte ein oder bieten die Karten als optionales Zubehör zum Nachrüsten an.

Auf ihren Support-Seiten stellen die Notebook-Hersteller für die UMTS-Modems Treibersoftware bereit, wobei diese meist auch die für den Betrieb benötigte Firmware enthält. Häufig gibt es jedoch keine Treiber für Linux, sondern nur für andere Betriebssysteme. Die eigentlichen Hersteller der UMTS-Modems dagegen verweisen bei Support-Anfragen von Endkunden gern an die Notebook-Produzenten und stellen keinerlei Software für die angepassten Modems bereit (Abbildung 1).

Abbildung 1: Diese Gobi-2000-WWAN-Karte nutzt einem Linux-Anwender im ersten Anlauf wenig: Die Hersteller von Modem und Laptop schieben sich die Verantwortung für die mangelnde Unterstützung gegenseitig in die Schuhe.

Sorgenkinder

Als unter Linux besonders problematisch gelten die UMTS-Modems der Gobi-Baureihen des US-amerikanischen Herstellers Qualcomm. Der hat unter dieser Bezeichnung mehrere Generationen sehr erfolgreicher und technisch überzeugender UMTS-Modems entwickelt und im Markt etabliert. Teils kamen diese von Sierra Wireless und Huawei mit eigenen Chipsätzen, jedoch identischen Daten und unter gleicher Marke vertrieben in Umlauf.

Die bereits älteren Karten der Serie 1000 und 2000 finden sich in vielen Notebooks der Hersteller Hewlett-Packard, Lenovo und Dell. Aber auch Fujitsu, Sony, Asus und Acer verbauen oder offerieren die Boards, da diese aufgrund der universellen Frequenzunterstützung nahezu weltweit funktionieren. Die HSPA-fähigen Karten weisen zudem attraktive Datentransferraten auf.

Manche Hersteller schränken den Nutzwert der Modems durch eingebaute Netlocks ein, die die Karte an einen Anbieter binden und somit häufig für den internationalen Einsatz nutzlos machen. Für UMTS-Modems mit Netlock stellen Hersteller in der Regel spezielle Firmware-Varianten bereit, die mit Karten ohne Netlock nicht funktionieren.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Flinker Flachmann
    Sonys karbonhäutiges Notebook-Leichtgewicht Vaio X kooperiert auch mit Linux – jedoch nur mit einiger Überredung.
  • Online im Grünen
    Dein DSL, kein ISDN? Kein Problem. Mit aktuellen UMTS-Karten und einer Flatrate surfen Sie auch kabellos mit akzeptablem Speed und moderaten Kosten. LinuxUser zeigt, wie es funktioniert.
  • No Limits
    Vielen gilt ein Breitband-Zugang per DSL oder Kabelmodem als Selbstverständlichkeit. Doch dank neuer Mobilfunktechniken lassen sich auch ohne Kabelanschluss Downloadraten über 200 KByte/s erreichen.
  • Distri-Mini-Vergleich
  • Linux-Notebooks konfigurieren
    Zwar arbeitet Linux heute auf vielen Notebooks problemlos, doch um das System perfekt zu konfigurieren und auszureizen gilt es noch an einigen Stellschrauben zu drehen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2018: PAKETE VERWALTEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...
sharklinux
Gerd-Peter Behrendt, 18.01.2018 23:58, 2 Antworten
Hallo zusammen, ich habe sharklinux von der DVD Installiert. 2x, jedesmal nach dem Reboot ist di...
Anfänger sucht Ratschläge
Alucard Nosferatu, 18.01.2018 21:56, 3 Antworten
Guten Tag, meine Wenigkeit würde gerne auf einer meiner Festplatten von meinen Feldrechnern e...
Suchprogramm
Heiko Taeuber, 17.01.2018 21:12, 1 Antworten
Hallo liebe Community, keine Ahnung ob dieses Thema hier schon einmal gepostet wurde. Ich hab...
Linux Mint als Zweitsystem
Wolfgang Robert Luhn, 13.01.2018 19:28, 4 Antworten
Wer kann mir helfen??? Habe einen neuen Laptop mit vorinstaliertem Windows 10 gekauft. Möchte g...