Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Vergleichswerkzeug Csvdiff 2.0, Basic-Compiler FreeBASIC 1.05.0, Firewall-Penetrator Tgcd 1.1.1, HTML-to-PDF-Renderer Wkhtmltox 0.12.3.

Komparator

Wer regelmäßig CSV-Dateien vergleicht, dem erleichtert Csvdiff 2.0 dabei das Leben: Mit flexiblen Parametern lassen sich Spalten als Schlüssel festlegen oder Feldtrenner variabel definieren.

CSV-Dateien gehören zu den gängigen Formaten, um Daten zwischen verschiedenen Tabellenkalkulationen oder Datenbanken auszutauschen. Möchten Sie jedoch den Inhalt zweier solcher Dateien vergleichen, gerät das Ergebnis mit klassischen Tools wie Diff schnell unübersichtlich. Hier springt das Perl-Skript Csvdiff in die Bresche: Im Gegensatz zum klassischen Diff dürfen Sie den Feldtrenner selbst definieren, bestimmte Spalten als Schlüssel festlegen oder vom Vergleich ganz ausnehmen.

Für einen einfachen Vergleich übergeben Sie dem Programm beim Aufruf mit den Parametern -a und -e die fraglichen Dateien, wobei -e die Datei mit dem Ausgangszustand enthält, -a das zu vergleichende File. Die Software geht die Daten nun zeilenweise durch und gibt bei jedem Unterschied die zugehörige Zeilennummer und Position aus. Damit Abweichungen bei der Ausgabe sofort ins Auge springen, heben Sie diese mit dem Parameter -d farblich hervor. Diese Option steht jedoch nur unter Linux bereit, als Perl-Skript läuft Csvdiff jedoch auch auf anderen Betriebssystemen.

Als Trennzeichen für Felder dient standardmäßig das Komma, ein anderes Zeichen übergeben Sie bei Bedarf mit -s. Über -S und -T legen Sie außerdem den zu verwendenden Dezimaltrenner fest. Damit das Programm nummerische Spalten dezimal vergleicht, geben Sie den Parameter -N an. Leerzeilen ignoriert das Tool in der Vorgabe. Die für einen Vergleich nicht relevanten Spalten nehmen Sie mit dem Parameter -f aus, wobei Sie mehrere Spalten durch Kommas trennen. Standardmäßig berücksichtigt die Software die Schreibweise, was Sie mit -i unterbinden. Eine Liste aller Parameter liefert die Online-Hilfe, die beim Aufruf von Cvsdiff ohne Parameter erscheint; eine Manpage bringt das Programm nicht mit. Alternativ ziehen Sie die Webseite zu Rate.

Csvdiff 2.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/csvdiff/

Nostalgiker

Nicht nur alte QBASIC-Programme feiern mit FreeBASIC 1.05 ein Comeback: Die Sprache ist in Bezug auf ihre Features in der Gegenwart angekommen und eignet sich durchaus für Hobby-Projekte.

Viele älteren Anwender haben ihre ersten Programme vermutlich in einem BASIC-Dialekt geschrieben – schließlich war die Programmiersprache in den 80er-Jahren der Quasi-Standard, viele Spiele und Anwendungen wurden darin implementiert. Mit dem FreeBASIC Compiler, kurz FBC können Sie nun alte Programme wieder nutzen. Die leistungsfähigen Übersetzungssoftware verwandelt alten Quelltexte in Binärcode, im Vergleich zu alten Interpretern zeigt sich dabei vielfach ein Gewinn an Geschwindigkeit. Beim Dialekt orientiert sich FreeBASIC an Microsofts QuickBASIC, laut den FBC-Entwicklern ist ein Großteil des alten QBASIC-Codes nach dem Kompilieren sofort lauffähig. FreeBASIC steht plattformübergreifend für Windows und Linux bereit. Die Linux-Variante stellt unter anderem die Binutils-Bibliotheken bereit, sodass Sie neben Programmen für die Konsole auch QBASIC-Bibliotheken erzeugen können.

Neben der Kompatibilität mit dem alten Dialekt statten die Entwickler FBC mit neuen Funktionen aus, was die Implementation moderner Projekte mit FreeBASIC ermöglicht. So unterstützt FBC nicht nur die Grafikbibliotheken von QBASIC, sondern stellt darüber hinaus Funktionen aus Bibliotheken für SDL, OpenGL und Cairo bereit. Um eine Benutzeroberfläche zu implementieren, greifen Sie je nach Betriebssystem auf GTK oder die Windows-API zurück. Über Schnittstellen für MySQL, SQLite und PostgreSQL gelingt selbst das Einbinden moderner Datenbanken. Durch den Zugriff auf die Sockets-Implementation des jeweiligen Betriebssystems statten Sie bei Bedarf Ihre Programme mit Netzwerkfunktionen aus. Hilfe finden Sie auf der Website des Projekts. Neben einem Leitfaden für Programmierer stehen dort viele Tutorials bereit; Beispiele im Quellarchiv veranschaulichen die Funktionen.

FreeBASIC 1.05

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.freebasic.net

Tunnelbauer

Um Dienste zwischen zwei Netzwerken zu verbinden, bietet sich TGCD 1.1.0 als Vermittler an. Dank der einfachen Port-Weiterleitung eignet sich das Tool für den Ad-hoc-Einsatz.

Verhindert eine Firewall den Zugriff auf einen Rechner im internen Netzwerk, bleibt Ihnen nur übrig, diese anzupassen oder den Datenstrom über einen offenen Port umzuleiten. Hier kommt der TCP Gender Changer Daemon Tgcd ins Spiel. Er stellt drei verschiedene Modi bereit, mit denen Sie bei Bedarf den Datenstrom umbiegen. Sie haben die Wahl zwischen einem einfachen Weiterleiten des Ports und den Modi ConnectConnect und ListenListen, wobei die Letzteren nur gemeinsam zum Einsatz kommen dürfen. Das Weiterleiten eines Ports ist auf der Zielseite schnell konfiguriert: Sie teilen dem Daemon beim Aufruf den Port mit, auf dem er eingehende Verbindungen erwartet, sowie den Rechner, an den er die Verbindungen durchreicht. Neben der IP-Adresse geben Sie dabei den Port auf dem Zielrechner an.

Das Einrichten der Kombination ConnectConnect und ListenListen gestaltet sich etwas aufwendiger: Sie starten die Software im Modus ConnectConnect auf einem Rechner im Zielnetzwerk. Mit dem Parameter -s legen Sie dabei IP-Adresse und Port des zu erreichenden Diensts fest. Der Parameter -c übergibt IP-Adresse und Port des entfernten Systems, auf dem die Software im Modus ListenListen läuft. Im ListenListen-Modus gestartet, geben Sie lediglich den Port an, auf dem das Programm eingehende Verbindungen erwartet sowie den Port, auf dem es diese im Netz bereit stellt. Zum rudimentären Absichern setzen Sie auf beiden Seiten mit dem Parameter -k einen einfachen Schlüsselwert zwischen 1 und 255.

Sollen mehrere Verbindungen über die Umleitung erfolgen, konfigurieren Sie mit dem Parameter -m, ob die Software die Verbindungen im Fork- oder Select-Modus verwaltet. Während Fork sehr schnell ist und viel Arbeitsspeicher benötigt, braucht Select wenig RAM, arbeitet aber langsamer. Geben Sie nichts an, wählt das Programm immer den Select-Modus. Nach dem Programmstart entschwindet das Tool als Dienst in den Hintergrund. Um das Treiben des Tools im Auge zu behalten, deaktivieren Sie mit -n den Daemon-Modus oder verfeinern mit den Parametern -l und -g das Logging des Tools.

Tgcd 1.1.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://tgcd.sourceforge.net

Konvertierer

Die leistungsfähige Werkzeugsammlung Wkhtmltox 0.12.3 geht beim Konvertieren von HTML-Dateien zur Hand und bietet dabei zahlreiche Möglichkeiten.

Hinter dem kryptischen Namen Wkhtmltox verbirgt sich eine Werkzeugsammlung von Tools, mit der Sie HTML-Dokumente in PDF- oder Bilddateien konvertieren. Dabei besteht die Möglichkeit, mehrere Dokumente zu einem PDF zusammenzufassen. Nach erfolgreicher Installation stehen die Tools Wkhtmltoimage und Wkhtmltopdf bereit. Ersteres konvertiert HTML-Dateien in Bilder, wobei es das Format anhand des Suffixes der Datei erkennt. Alternativ legen Sie das Format mit dem Parameter -f fest. Weitere Parameter erlauben es, Qualität und Größe der Bilder festzulegen.

Die Online-Hilfe des Tools ist sehr kurz gehalten, weitere Parameter entnehmen Sie der Manpage. Hier finden Sie Schalter, die das Cache-Verzeichnis setzen oder die Möglichkeit bieten, eine Javascript-Datei auszuführen. Möchten Sie HTML direkt von einem Server laden, setzen Sie mit dem entsprechenden Parameter den Proxy-Servern und Daten für das Anmelden. Ähnliche Parameter stehen bei Wkhtmltopdf bereit.

Allerdings bietet das Tool noch weitere PDF-spezifische Optionen: So besteht die Möglichkeit, mehrere Kopien eines HTML-Dokuments in einer PDF-Datei abzulegen oder das PDF in Graustufen zu erzeugen. Darüber hinaus definieren Sie bei Bedarf Größe und Ränder der Seite über Kommandozeilenparameter. Handelt es sich bei der HTML-Datei um ein Formular, übernehmen Sie die Felder mit dem Parameter --enable-form ins PDF. Fassen Sie mehrere Dateien in einem Dokument zusammen, können Sie optional ein Inhaltsverzeichnis erzeugen.

Die Webseite bietet zwar einige Beispiele für den Einsatz der Software, aber letztendlich gilt es durch den Selbstversuch die für passende Konfiguration zu ermitteln. (agr)

Wkhtmltox 0.12.3

Lizenz: LGPLv3

Quelle: http://wkhtmltopdf.org

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2016_06

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 4 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...
MS LifeCam HD-5000 an Debian
Kay Michael, 13.04.2016 22:55, 0 Antworten
Hallo, ich versuche die oben erwähnte Cam an einem Thin Client mit Debian zu betreiben. Linux...
Import von Evolution nach KMail erzeugt nur leere Ordner
Klaus-Christian Falkner, 06.04.2016 12:57, 3 Antworten
Hallo, da ich vor einiger Zeit von Ubuntu auf Kubuntu umgestiegen bin, würde ich gerne meine E...
Sophos lässt sich nicht unter Lubuntu installieren
Chrstina Turm, 30.03.2016 20:56, 3 Antworten
Hi Leute, habe mir vor paar Tagen auf ein Notebook, das ohne Linux ausgedient hätte, Linux dr...
Novell Client auf Raspbian
Chris Baum, 16.03.2016 15:13, 3 Antworten
Hallo Community, ich hätte eine Frage, und zwar geht es um folgendes: Ich möchte eine Datei...