Installation

Ein grafischer Installer, der das Betriebssystem mit wenigen Mausklicks auf einen Massenspeicher packt, fehlt Void Linux bislang. Die kommandozeilenbasierende Installationsroutine bringt das System aber recht zügig und ohne optische Schnörkel auf die Festplatte oder SSD.

Um die Routine anzustoßen, öffnen Sie im aktiven Live-System ein Terminal und gewähren sich dort mithilfe von su mit dem Passwort voidlinux administrative Rechte. Dann rufen Sie am Prompt den Befehl void-installer auf. Dabei gilt es, zu beachten, dass das Betriebssystem von Haus aus das US-Tastaturlayout verwendet, bei dem der Bindestrich auf [ß] liegt.

Die Routine öffnet eine Ncurses-Oberfläche, die Sie in wenigen Einstellungsdialogen zu einem funktionsfähigen System führt (Abbildung 3). Etwas ungewöhnlich gibt sich der Dialog zum Anlegen eines Root-Passworts: Hier sehen Sie das eingegebene Passwort weder im Klartext noch durch Sternchen symbolisiert. Beim Partitionieren können Sie manuell ein Dateisystem vorgeben, wobei auch moderne Varianten wie btrfs und f2fs zur Auswahl stehen.

Abbildung 3: Optisch schlicht, jedoch funktionell: der Installer von Void Linux.

Software

Das Einrichten neuer Softwarepakete nehmen Sie unter Void ebenfalls auf der Kommandozeile vor. Obwohl der Paketverwalter Xbps sehr fortschrittliche Funktionen aufweist, lässt sich das grundlegende Software-Management mit lediglich vier Befehlen erledigen. Dabei dürfen Sie die vorgegebenen Parameter – sofern sinnvoll – miteinander kombinieren und können sich so zusätzliche Arbeitsschritte ersparen.

Um das Hauptarchiv zu aktivieren, geben Sie im Terminal das Kommando aus Listing 1 ein, wobei Sie das Archivdatum durch das gewünschte Datum in der Form YYYY-MM-TT vorgeben. Beim anschließenden Laden der Informationen holt Void automatisch verschiedene Dateien zur Integration von Subrepositories. Die entsprechenden Unterarchive aktivieren Sie danach mit dem Befehl xbps-install Repo.

Listing 1

# xbps-query --repository=http://archive.voidlinux.eu/glibc/Archivdatum/current -Mis \*
# xbps-install void-repo-nonfree-7_1
# xbps-query -l | more
# xbps-install -Sf Paket

Um beispielsweise das Subrepository mit unfreier Software freizuschalten, geben Sie am Prompt den Befehl aus der zweiten Zeile von Listing 1 ein. Nach einer Sicherheitsabfrage installiert das System dann das entsprechende Repo. Beachten Sie bitte, dass Sie hierzu mit Administratorrechten arbeiten müssen, da der Vorgang ansonsten fehlschlägt. Um ein stets konsistentes System zu erhalten, sollten Sie nach dem erfolgreichen Einbinden mithilfe des Befehls xbps-install -S eine Synchronisation des Datenbestands ausführen.

Um sich den in der Software-Quelle vorhandenen Programmbestand anzusehen, geben Sie anschließend am Prompt das Kommando aus der dritten Zeile von Listing 1 ein. Das Tool listet nun seitenweise die Pakete in alphabetischer Reihenfolge auf (Abbildung 4). Auch das Einrichten neuer Pakete gelingt mithilfe eines einzigen Befehls. Mit Administratorrechten ausgestattet, geben Sie dazu im Terminal xbps-install Paket ein. Mithilfe desselben Befehls, jedoch unter zusätzlicher Angabe des Parameters -S, aktualisieren Sie außerdem gezielt einzelne Pakete. Der Schalter funktioniert auch dann, wenn Sie das angegebene Paket noch gar nicht installiert haben.

Abbildung 4: Bereits gut ausgestattet präsentieren sich die Software-Archive von Void Linux.

Mit dem Kommando aus der vierten Zeile von Listing 1 spielen Sie eine ältere Paketversion ein oder installieren bestimmte Versionsnummern einer Software. Um die gesamte Void-Installation auf den aktuellen Stand zu bringen, geben Sie dagegen xbps-install -Su ein.

Analog zum Installieren neuer Pakete entfernen Sie Anwendungen mithilfe des Befehls xbps-remove. Auch er kennt mehrere wichtige Parameter, mit denen Sie das System konsistent halten. In der einfachsten Form entfernen Sie mittels xbps-remove Paket die definierte Software. Möchten Sie darüber hinaus auch alle zugrundeliegenden Abhängigkeiten löschen, ergänzen Sie das Kommando um den Schalter -R. Mit xbps-remove -O leeren Sie den Zwischenspeicher, in dem die Paketverwaltung ihre Daten ablegt.

Auch an sogenannte Dateiwaisen haben die Entwickler gedacht: Diese unnötigen Rudimente bereits gelöschter Software, die besonders bei stark genutzten Installationen im Lauf der Zeit viel Speicherplatz beanspruchen, entfernen Sie mithilfe des Befehls xbps-remove -o aus dem System.

Das Einrichten von Paketen erledigt der Paketmanager in zwei grundlegenden Schritten: Zunächst entpackt er das Paketarchiv, anschließend integriert er die Binärdateien ins System und erledigt die Konfiguration. Nach dem Update einzelner Pakete fällt gelegentlich eine Neukonfiguration an, die Sie über den Aufruf xbps-reconfigure -a anstoßen.

Sie ermitteln die zu konfigurierenden Pakete, indem Sie am Prompt zunächst den Befehl xbps-query -l eingeben. Alle in der resultierenden Liste mit einem vorangestellten uu markierten Pakete gilt es, noch zu konfigurieren, um ein vollständig konsistentes System zu erhalten.

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