Kernkomponenten

Die Kernkomponenten des Betriebssystems befinden sich bereits in den ISOs auf einem recht aktuellen Stand: So arbeitet Void Linux mit Kernel 4.2.6, die GNU-C-Bibliotheken kommen in Version 2.22, das Drucksystem Cups steht bei Version 2.1.3 und der Windowmanager Openbox bei Version 3.6.1. Auch die Anwendungen weisen größtenteils aktuelle Versionsnummern auf: Gimp meldet sich in Version 2.8.16, die Textverarbeitung Abiword in Version 3.0.1, und Firefox in Version 44.0. Auch die Desktops selbst, wie Maté, XFCE und die Gnome-Shell, liegen in aktuellen Varianten vor.

Void Linux kommt mit vielen Neuerungen, die sich erst bei einem näheren Blick auf das System offenbaren: So setzen die Entwickler anstelle von SysV-Init, Upstart oder Systemd auf das Runit-Init-Schema. Das speziell auf hohe Arbeitsgeschwindigkeiten optimierte und mit lediglich drei Stufen sehr einfach aufgebaute Runit bedient sich einer eigenen, betont simpel gehaltenen Syntax. Damit lassen sich auch von Einsteigern Dienste und Prozesse einfach starten, verwalten und beenden [3]. Die einzelnen Runlevel organisiert Runit anders als die gängigen Init-Systeme: Das Skript der ersten Stufe initialisiert das System, während anschließend auf Stufe 2 Dienste und Prozesse starten. Das Skript der Stufe 3 beendet dagegen laufende Prozesse und fährt das System herunter.

Die Void-eigene Paketverwaltung namens Xbps enthält laut Projektangabe bereits mehr als 6000 Pakete. Ursprünglich wurde das Tool als Paketmanager für NetBSD entwickelt und besitzt einige Alleinstellungsmerkmale. So lassen sich etwa vorkompilierte Pakete einfach über die Webseite des Void-Projekts in einem Suchdialog lokalisieren [4]. Ähnlich wie andere professionelle Paketmanager löst Xbps Abhängigkeiten beim Installieren neuer Software automatisch auf und verfügt über verschiedene Repositories. So gibt es spezielle Subrepos für Entwickler sowie für proprietäre oder unter einer geschlossenen Lizenz stehende Software. Mithilfe einer fortgeschrittenen Syntax bringen Sie mittels Xbps auf der Kommandozeile ohne Probleme einzelne Programme oder gleich das gesamte System auf einen aktuellen Stand, ebenso gelingen Downgrades. Eine detaillierte Dokumentation des Tools samt entsprechender Beispiele findet sich auf der Projektseite [5].

Rollend

Anders als statisch aktualisierte Distributionen wie das klassische Debian oder dessen Ableger Ubuntu arbeitet Void Linux als Rolling-Release-System und bleibt damit permanent auf dem aktuellsten Software-Stand. Durch Integrationstests mithilfe des cloudbasierten Tools Travis CI sorgen die Entwickler dafür, dass die Void-Repos auch nach Updates und Erweiterungen stets konsistent bleiben.

Mithilfe von Xbps-src, einem zum Paketverwalter Xbps gehörenden Tool zum Bau von Binärpaketen, erstellen Sie aus Quellcode Binärpakete. Dabei arbeitet Xbps-src mit Containern und lässt sich durch Abschotten der einzelnen Prozesse auch ohne Root-Rechte nutzen. Als Cross-Compiler ist das Werkzeug zudem in der Lage, unabhängig von der gewählten Host-Plattform Binärpakete für die anderen unterstützten Architekturen zu erzeugen.

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