Benutzbarer Zustand

Stateless-Linux soll es ermöglichen, dass die Distributionen alle relevanten Dateien in /usr lagern. Diese Systeme sollen selbst dann starten, wenn die Verzeichnisse /etc und /var leer sind: In diesem Fall hält Systemd eine Standard-Konfiguration vor. Entsprechende Systeme speichern keine Zustände dauerhaft, sie starten immer in denselben, vorab definierten Zustand. Systemd erzeugt dabei die Dateien in /etc oder /var, bevor jene Programme starten, die auf die Dateien in /etc angewiesen sind.

Poettering sieht als Vorteil von Stateless-Systemen, dass Software-Anbieter ihre Programme nicht mehr an die Bibliotheken der Distributionen anpassen müssen, sondern eine passende Laufzeitumgebung mit ausliefern können. Das ermöglicht es, Pakete ohne Rücksicht auf die Distribution zu installieren.

Updates passieren atomar mit der Möglichkeit zum Rollback [19]. Die Sicherheit erhöht sich durch eine Kette des Vertrauens, die von der Firmware über den Bootloader bis hin zum Kernel reicht. Dieser Ansatz bringt Distributionen aus allen Bereichen – Desktop, Server oder Cloud – näher zusammen. Das löst in der Linux-Szene jedoch nicht nur Freude aus: Wie bei Systemd befürchten die Gegner eine Vereinheitlichung, die andere Entwicklungen blockiert.

Kdbus

Ein weiterer Baustein aus den Reihen der Systemd-Entwickler ist Kdbus [17], dessen Aufnahme in den Kernel dessen Entwickler vorerst abgelehnt haben. Dabei geht es darum, einen Mechanismus zur Interprozesskommunikation (IPC) wie D-Bus [18] direkt im Kernel zu verankern. Nach Ansicht der Kdbus-Entwickler brächte das einen Geschwindigkeitszuwachs und würde zudem den Austausch von Datenmengen in den Gbit-Bereich zwischen Prozessen erlauben, was für weitere Entwicklungen bei Systemd wichtig wäre.

Vermutlich lehnen die Entwickler nach der Kritik aus den Reihen von Linus Torvalds und anderen Entwicklern den Mechanismus jetzt nicht so eng an D-Bus an, sondern entwickeln eine offenere Architektur.

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