Ganz weit vorne

An vorderster Front bei den innovativen Entwicklungen für Linux steht ganz zweifellos Red Hat. Besonders in den letzten fünf Jahren entwickeln die vom US-Unternehmen bezahlten Entwickler etliches an Software, was den gesamten Linux-Kosmos voranbringt. Im Fall von Systemd, für das der Fedora-Mitarbeiter Lennart Poettering als Motor gilt, herrscht allerdings kein allgemeiner Konsens – obwohl sich das neue Init-System in der Breite bei den Distributionen durchgesetzt hat und nur wenige sich noch zurückhalten oder die Software ganz ablehnen.

Eine kleine, aber lautstarke Minderheit sieht das Projekt als Verrat an Unix an und Red Hat quasi als Achse des Bösen, die Linux zu kontrollieren versucht. Bei aller Offenheit für Kritik geht die Ansicht der breiten Masse aber dahin, dass Systemd Linux voranbringt, weil es alte Zöpfe abschneidet und vieles bei den Distributionen vereinheitlicht.

Blick nach vorn

Wer nur auf Systemd schaut, betrachtet lediglich einen kleinen Ausschnitt der Ideen, die Poettering für die Zukunft hat und die sich auf die Art und Weise konzentrieren, wie künftig Distributionen entstehen. Seine detaillierten Ausführungen im Blog, die sich mit zustandslosen Systemen [14] sowie künftigen Formen von Distributionen befassen [15], zeigen die volle Breite der Vision.

Über Stateless Linux spricht man bei Red Hat bereits seit 2004 (Abbildung 5). Zusammen mit den weiteren Entwicklungen ist es seitdem gewachsen, weist aber immer noch in die Zukunft. Als Ergebnis sollen einerseits Entwickler, Distributionen und Anwender zeitlich näher zusammenrücken, wenn es um neue Versionen von Paketen geht. Andererseits sollen weitere Vereinheitlichungen den Entwicklern das Testen von Neuerungen erleichtern.

Abbildung 5: Stateless-Images ermöglichen das Booten aus einem immer gleichen Zustand des Systems heraus.

Die Technik ermöglicht es beispielsweise einem Unternehmen, für eine Flotte von Notebooks das jeweilige Image mit dem Betriebssystem von einem zentralen, zustandslosen Abbild auf einem Server zu beziehen, das die Notebooks dann beim Start aktualisieren. Das Aktualisieren vollzieht sich per Device-Mapper [16] atomar, was es ermöglicht, das System bei Fehlern zurückzurollen. Das Live-Dateisystem erfährt dabei keine Änderungen.

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