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Mittelklasse-NAS DS216+ mit Btrfs-Snapshots von Synology

Abgesichert

Viele Anwender sorgen sich wenig um Backups. Wie gut, dass NAS-Speicher wie Synologys DiskStation DS216+ mit Btrfs als Dateisystem Schutz gegen unbemerkten Datenschwund bieten.

Vor nicht allzu langer Zeit stand in einem Haushalt üblicherweise nicht mehr als ein Computer. Heute dagegen besitzen nicht nur Nerds mehrere Rechner, Smartphones und Tablets: Das Leben als digitaler Nomade ist inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. Damit einher geht aber auch das Bedürfnis, Daten nicht nur lokal auf dem Gerät zu sichern, sondern zentral im Netz. Viele Anwender greifen daher zu Cloud-Speicherdiensten wie Dropbox oder Google Drive und pflegen ihre Kontakte bei Gmail, sodass sich die Daten auf allen Geräten synchronisieren lassen.

Möchten Sie jedoch nicht all Ihre privaten Details aus der Hand geben, dann müssen Sie selbst einen zentralen Dateispeicher einrichten. Übernimmt dieser gleichzeitig die Aufgabe, Backups zu erstellen, dann schaffen Sie nicht nur ein Plus an Privatsphäre, sondern kümmern sich zudem um die Sicherheit Ihrer Daten. Wer sich nicht selbst einen Server aufbauen möchte, greift für diese Aufgabe auf ein NAS-Gerät zurück.

Mit der DiskStation DS216+ [1] stellt Synology nun ein neues Einstiegsmodell für Familien und kleine Büros vor. Das neue Zwei-Platten-NAS verbraucht nicht nur wenig Energie, sondern glänzt als günstigstes Synology-NAS [2] mit Btrfs [3], einem modernden Dateisystem, das mithilfe von Snapshots das Wiederherstellen von geänderten oder gelöschten Daten erlaubt (siehe Kasten "Btrfs").

Btrfs

Btrfs arbeitet als Copy-on-Write-Dateisystem und unterstützt somit die Möglichkeit, Kopien von Dateien anzulegen, ohne deren kompletten Inhalt kopieren zu müssen. Stattdessen verweisen Original und Kopie zunächst auf dieselben Datenblöcke der Partition. Erst, wenn sich eine der beiden Dateien ändert (also mindestens ein Block neu geschrieben wurde), legt das Dateisystem tatsächlich eine Kopie des jeweils betroffenen Datenblocks an und speichert darin die neuen Daten. Mittels Copy-on-Write (COW) lassen sich daher Snapshots sehr effizient und platzsparend anlegen, weil das Dateisystem dazu schlicht COW-Kopien aller Dateien anlegt, die zum Snapshot gehören sollen.

DiskStation DS216+

Synology setzt mit dem neuen Zwei-Festplatten-Modell auf einen Intel-Prozessor, genauer gesagt den Intel Celeron N3050 mit zwei Kernen, Gleitkommaeinheit und 1,6 GHz Taktrate (im Turbo-Modus kurzzeitig bis zu 2,16 GHz). Als Arbeitsspeicher verbaut Synology 1 GByte DDR3-RAM, der sich den Informationen des Synology-Wikis nach auf bis zu 8 GByte erweitern lässt [4] – vermutlich jedoch nur unter Verlust aller Garantien. An Schnittstellen bringt das Gerät einen USB-3.0-Port auf der Vorderseite, zwei langsamere USB-2.0-Schnittstellen auf der Rückseite sowie einen eSATA-Port mit (siehe Kasten "Technische Daten").

Technische Daten

Hardware
CPU Intel Celeron N3050
RAM 1 GByte, DDR3
Anschlüsse
Festplatten 2 Ports für Festplatten mit 2,5 oder 3,5 Zoll
SATA-Standards SATA II, SATA III
USB 1 USB-3.0 (Front), 2 USB-2.0 (Rückseite)
eSATA vorhanden (Rückseite)
Ethernet RJ-45 (Gigabit-Ethernet)
Sonstiges
Energieverbrauch1 7,5 W (Standby), 17,6 W (Betrieb)
Maße 165 x 108 x 233,2 mm
Gewicht 1,25 kg
Straßenpreis 330 Euro
1Herstellerangaben, Werte abhängig von den verbauten Festplatten

Die Installation erfolgt wie bei allen Synology-Geräten über den auch für Linux erhältlichen Synology Assistant [5]. Das Programm erkennt das eingeschaltete NAS im Netzwerk, lädt die passende Firmware herunter und spielt sie automatisch auf die von den Daten abgetrennte Systempartition ein. Für den Test wählten wir die zum Testzeitpunkt aktuelle Beta des Diskstation-Systems DSM 6.0 [6]. Steigen Sie von einem älteren Synology-System um, müssen Sie lediglich die Festplatten aus dem alten Gerät entnehmen und in das neue einsetzen. Ein Assistent führt Sie dann durch die Installation der neuen Software – Daten gehen in diesem Fall keine verloren.

Umstieg auf Btrfs

Anders sieht es aus, wenn Sie eine der wichtigsten Neuerungen von DSM 6.0 nutzen möchten, das Dateisystem Btrfs. Bei einigen älteren DiskStation-Modellen rüstet Synology es beim Update auf die neue Version der Firmware nach, bei der DS216+ ist es von Haus aus an Bord – allerdings nur, sofern Sie das System direkt mit der noch jungen Software installieren. Für den Umstieg auf Btrfs müssen Sie jedoch bestehende Ext4-Volumes löschen und wieder neu mit Btrfs als Dateisystem anlegen. Es gilt daher, sämtliche Daten von den betroffenen Volumens zu sichern und auf die frisch formatierten Laufwerke zurückzuspielen.

Beim Erstellen der Datenpartition über den Speicher-Manager steht nun mit Btrfs eine zusätzliche Option zur Wahl. Nutzen Sie diese, dann sollten Sie nach dem Formatieren des Mediums erwägen, in der Systemsteuerung beim Anlegen eines Ordners unter Gemeinsame Ordner den Punkt Erweiterten Datenintegritätsschutz aktivieren aus dem Reiter Erweitert zu aktivieren (Abbildung 1). Das bewirkt, dass das System "gekippte" Bits in Dateien (vielmehr Speicherblöcken) erkennt und – zumindest in der Theorie – automatisch reparieren kann (Kasten "Silent Data Corruption").

Abbildung 1: Für die Bitrot-Erkennung müssen Sie den erweiterten Datenintegritätsschutz des Systems aktivieren.

Silent Data Corruption

Das Knacksen beim Abspielen der MP3-Datei war vorher nicht da, und auch im Cover-JPG waren vor ein paar Wochen noch keine Artefakte zu sehen? Passiert Ihnen so etwas, müssen Sie nicht unbedingt an der Zuverlässigkeit der Festplatte zweifeln. Spontane Datenfehler, im Jargon "Bitrot" genannt [9], treten auch bei funktionstüchtigen Datenträgern auf. Dabei kippen einzelne Bits: Was bei einer JPG-Datei noch wenig ausmacht, könnte bei nummerischen Daten drastische Folgen haben. Festplatten-Controller und moderne Dateisysteme erkennen solche Fehler. Mit Btrfs und einem RAID-System, das sämtliche Daten dupliziert, ließe sich Bitrot auf einem Datenträger des RAID-Verbunds dann jedoch auch automatisch korrigieren.

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