Kdenlive

Das äußerst mächtige Videoschnittprogramm Kdenlive [3] ist mittlerweile offizieller Bestandteil der KDE Applications. Die Anwendungen in dieser Sammlung erscheinen stets gebündelt in einer neuen Version. Zum Redaktionsschluss aktuell war Kdenlive 15.12.1 als Teil der KDE Applications 15.12. Darüber hinaus basiert Kdenlive mittlerweile auf den modernen KDE Frameworks 5, die unter anderem auch die Desktop-Umgebung Plasma 5 nutzt. Um das Videoschnittprogramm einsetzen zu können, muss die verwendete Distribution folglich die genannten Komponenten sowie Qt 5 anbieten.

Die Kdenlive-Entwickler stellen auf ihrer Homepage Binärpakete für mehrere große Distributionen bereit. Beim Paket für Ubuntu haben die Kdenlive-Entwickler allerdings etwas geschludert: In der Benutzeroberfläche fehlten sämtliche Symbole, wodurch sich das Schnittprogramm nicht benutzen ließ. Das Übersetzen von Kdenlive aus den Quellen gestaltet sich aufgrund der zahlreichen Abhängigkeiten extrem aufwendig. Wie Flowblade basiert auch Kdenlive maßgeblich auf dem Multimedia-Framework MLT. Kdenlive findet sich allerdings auch in den Repositories aller großen Distributionen.

Die Benutzeroberfläche des Schnittprogramms erschlägt Neulinge mit zahlreichen Registern und kleinen Symbolen (Abbildung 3). Das Hauptmenü wirkt aufgrund der vielen Funktionen überladen. Importierte Medien landen links oben in einer kleinen Medienverwaltung. Rechts daneben erscheinen die Einstellungen des gerade ausgewählten Effekts. Der Bereich rechts außen gestattet eine Vorschau auf das fertige Video.

Abbildung 3: Die einzelnen Bereiche des Hauptfensters von Kdenlive lassen sich nicht nur individuell vergrößern und verkleinern, sondern auch abdocken und umpositionieren.

Sie können Clips per Mausklick in der Vorschau öffnen und dort zurechtkürzen. Aufgrund der kleinen Schaltflächen ist das bildgenaue Schneiden jedoch etwas fummelig. Immerhin dürfen Sie Kdenlive auch fast vollständig über Tastaturkürzel steuern. Am unteren Fensterrand wartet eine Zeitleiste mit mehreren Video- und Audiospuren. Kdenlive bietet mehrere verschiedene Schnitt- und Einfügemodi, eine Schnittstelle lässt sich aber nicht verschieben ("rollen").

Auf einen Clip dürfen Sie beliebig viele Effekte anwenden, wobei auch eine umfangreiche Farbkorrektur zur Auswahl steht. Spezielle Ansichten wie ein Histogramm oder eine RGB-Parade erleichtern die entsprechenden Einstellungen. Im Gegensatz zu Überblendungen lassen sich Effekte über Keyframes bildgenau kontrollieren. Um die Länge der Überblendung zu verändern, schieben Sie den dazu von Kdenlive eingefügten Balken mit der Maus zusammen. Im Gegensatz zu Flowblade dürfen Sie in Kdenlive auch die Höhe der Spuren anpassen – allerdings nur in drei festen Schritten.

Bei Bedarf zapfen Sie aus Kdenlive heraus die Open-Clip-Art-Library, die Archive.org-Videobibliothek und die FreeSound-Audiobibliothek an. Über weitere Assistenten fügen Sie dem Projekt schnell einen Titel oder eine Diashow hinzu. Sowohl beim Anlegen eines neuen Projekts wie auch bei dessen späterem Export müssen Sie lediglich eine passende Vorlage ("Profil") aussuchen. Experten dürfen das Videoformat und die Kompression aber auch selbst einstellen. Auf Wunsch gibt ein Assistent den Film direkt als DVD aus.

Kino

Man mag es kaum glauben: Bereits 2009 stellten die Entwickler die Arbeit am Schnittprogramm Kino [4] ein, dennoch liegt es immer noch in den Repositories aktueller Distributionen. Die Anwendung verarbeitet ausschließlich Videomaterial im DV-Format, das Amateurkameras ab Mitte der 1990er verwendeten (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das Urgestein Kino beschränkt sich auf Videos in Standardauflösung.

Die Benutzeroberfläche listet am linken Seitenrand alle importierten Filme auf. Von oben nach unten abgespielt, ergeben sie später den fertigen Film – die Reihenfolge passen Sie per Drag & Drop an. Beim Importieren eines Videos erkennt Kino Szenenwechsel und zerlegt das Material automatisch in passende Clips. Die große Vorschau in der Mitte zeigt den kompletten Film. Kino bietet dabei sogar einen Shuttle-Regler an: Je weiter Sie diesen nach rechts ziehen, desto schneller spielt die Vorschau.

Über Registerlaschen am rechten Seitenrand wählen Sie einen Bearbeitungsschritt. So lässt sich der Film auf dem Register Schneide am Anfang und Ende recht komfortabel trimmen und auf dem Register FX mit Effekten versehen. Die Möglichkeiten sind allerdings begrenzt: Sie dürfen einem Clip lediglich einen Videoeffekt und eine Überblendung zuweisen.

Das Ergebnis Ihrer Bemühungen gibt Kino bevorzugt wieder im DV-Format aus. Mit entsprechenden externen Programmen erzeugt es aber auch andere Formate, darunter beispielsweise MPEG-Dateien für eine DVD.

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