Vorspann vorbereiten

Bestandteile wie Vorspann und Abspann nehmen Sie in der Regel erst in Angriff, wenn Sie das Projekt weitgehend fertiggestellt haben. Im Test entstanden diese zuerst. Bei größeren Projekten sollten Sie diese Schritte jedoch als Abschlussarbeit ansehen oder gegebenenfalls in separate Edits verlegen.

In unserem Test diente eine geschnittene Sequenz als Hintergrundvideo für den Vorspann. Eventuell bevorzugen Sie ein Standbild oder Foto, da dies ruhiger ist und weniger vom Titel als solchen ablenkt. Bei einer Videosequenz lohnt es sich, den Clip noch etwas zu optimieren. Damit der Hintergrund im Beispiel nicht ablenkt, kommt ein einfacher Filter zum Einsatz, um ihn unscharf zu machen.

Im Timeline-Fenster finden Sie rechts unten einen Schalter zum Aufrufen der Effekte. Die Software bietet eine recht große Auswahl an Filtern. Der Weichzeichner, der zum Einsatz kommt, steckt in der Rubrik Video | Stylize. Ziehen Sie den Filter auf den Clip, den Sie mit dem Effekt versehen möchten. Das Programm öffnet daraufhin den Effekteditor, mit dem Sie bei Bedarf beim Blur-Filter die Stärke verändern. Andere Filter bieten weitaus mehr Optionen.

Wollen Sie den Effekt nachträglich anpassen oder entfernen, klicken Sie mit der rechten Maustaste in den entsprechenden Bereich des Videos. Im Kontextmenü erscheint nun als oberster Eintrag Effects mit verschiedenen Optionen (Abbildung 4).

Abbildung 4: In der Auswahl für Effekte sehen Sie eine ungefähre Vorschau angewendet auf den Clip an der aktuellen Cursorposition.

Vorspann erstellen

Als Nächstes kommt der eigentliche Vorspann oder Titel an die Reihe. Dazu rufen Sie wieder die Effekt-Auswahl auf. Textobjekte finden Sie dort in der Rubrik Video unter Titels und Video | Lower Thirds. Als Titels bietet die Software einfache Titel, die sich aber zum Teil durch das Bild bewegen. Lower Thirds beinhaltet eher die typischen Informationen, die Sender bei Nachrichten innerhalb eines Videos einblenden.

Genau wie den zuvor verwendeten Blur-Effekt ziehen Sie nun den ausgewählten Titeleffekt (im Beispiel der Rolleffekt) auf den Videoclip, über dem Sie die Schrift einblenden wollen. Wie zuvor bearbeiten Sie den Inhalt des Effekts über das entsprechende Editorfenster, das sich wieder automatisch öffnet.

Da der Text von unten nach oben in das Bild rollt, dürfen Sie hier mehrere Zeilen Text eingeben. Jetzt bestimmen Sie noch die Schriftart, wählen bei Bedarf Fettung oder Kursivierung und geben die Größe und die Sichtbarkeit der Schrift an. Es besteht die Möglichkeit, Größe und Sichtbarkeit der Schrift zusätzlich zu animieren. Das funktioniert vergleichsweise einfach: Bringen Sie dazu den Abspielcursor an die Stelle, an der Sie einen Keyframe setzen möchten, sprich eine Markierung, an der sich eine Animation aktiviert.

Suchen Sie nun den Regler, dessen Werte Sie animieren möchten. Im Beispiel ist das die Sichtbarkeit. Zwischen dem Namen und dem Regler finden Sie einen kleinen Knopf, den Sie aktivieren. Sobald Sie nun den Regler bewegen, setzt die Software an der Stelle, an der sich der Cursor befindet, ein Keyframe mit dem von Ihnen eingestellten Wert.

Im Effekteditor finden Sie diese Markierungen am unteren Rand wieder. Dort haben Sie die Möglichkeit, diese zu bearbeiten und gegebenenfalls sogar als Vorlage für weitere Videos zu speichern. Falls Sie ab und an ähnliche Projekte planen, ist dies zum Beispiel für den Vorspann ganz praktisch.

Der Texteffekt besitzt weitere Parameter, die die Software zum großen Teil ebenfalls animiert. So finden Sie unter Face etwa Farbeinstellungen, die Sie ebenfalls mit Keyframes steuern. Position bietet genaue Einstellungen zu Positionen und Abständen. Shadow und Outline bestimmen das Aussehen der einzelnen Buchstaben (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Programm bietet die Möglichkeit, viele Effekte zu animieren. Dazu öffnet sich ein Editor, sobald Sie den Effekt aktivieren. Auf diese Weise steuern Sie etwa Positionen, Sichtbarkeit oder Farben.

Für den praktischen Einsatz sind die Farbeffekte eventuell nicht so entscheidend. Dagegen erspart Ihnen der Regler Progress, den Sie unter Position finden, die Notwendigkeit, den Vorspann in mehrere passende Teile zu zerlegen.

Ein Titel startet in der Regel nicht auf die Sekunde genau mit dem eigentlichen Film. In Lightworks nutzen Sie für einen verzögerten Start die Funktion Position | Progress. Bringen Sie den Cursor an die Stelle, ab der die Software den Titel einbaut.

Aktivieren Sie den Schalter für die Keyframes, und ziehen Sie den Progress-Regler auf 100 Prozent. Setzen Sie an der Stelle, an der der Titel enden soll, ebenfalls einen Keyframe mit 100 Prozent. Am Anfang und am Ende des Clips fügen Sie zusätzlich noch jeweils einen Keyframe mit 0 Prozent ein.

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