Views

Ein Komfortmerkmal relationaler Datenbanken stellen die Views dar. Damit automatisieren Sie umfangreiche, tabellenübergreifende Abfragen und Auswertungen wie Summen oder Zählungen, um diese nicht jedes Mal neu eingeben zu müssen. Stattdessen greifen Sie über den View so auf das Ausgabeprodukt zu, als würde es sich dabei um eine Tabelle handeln.

Statt über umfangreiche Klickorgien legen Sie in SQLiteStudio Ihre Views mittels einer entsprechenden SQL-Abfrage an. Ganz ohne SQL-Kenntnisse kommen Sie an dieser Stelle also nicht weiter. Im folgenden Beispiel erstellen wir eine Telefonliste, die passend zu jeder Person die entsprechenden Verbindungsdaten auflistet.

Zunächst einmal klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Views in der linken Objektspalte und wählen aus dem daraufhin erscheinenden Kontextmenü den Punkt Create a View. Vergeben Sie einen Namen für den View, und tragen Sie dann unten im Editorfenster die zugehörige SQL-Anweisung ein (Abbildung 11).

Abbildung 11: Das Anlegen eines Views erledigen Sie über ein entsprechendes SQL-Statement.

Das SQL-Kommando im Beispiel besteht aus der Auflistung der entsprechenden Tabellenspalten, der Aufzählung der betroffenen Tabellen, einer where-Klausel mit der Bedingung sowie einer Sortieranweisung. Die Tabellenspalten geben Sie in der Form Tabelle.Spalte an. Nach dem Schlüsselwort from führen Sie die verwendeten Tabellen auf, getrennt durch Kommas.

Die where-Klausel enthält im Beispiel zwei Felder aus verschiedenen Tabellen, die den gleichen Inhalt aufweisen müssen (=). Für Zahlenvergleiche können Sie bei anderen Projekten auch < (kleiner) und > (größer) verwenden. Um eine sortierte Liste zu erhalten, fügen Sie noch die Anweisung order by mit den entsprechenden Tabellenspalten hinzu. Listing 1 zeigt das komplette SQL-Statement samt Syntax-Highlighting, wie es auch SQLiteStudio vornimmt. In Abbildung 12 sehen Sie das Ergebnis, auf das Sie nun im Reiter Data wie auf eine Tabelle zugreifen können.

Listing 1

select personen.name, personen.vorname, verbindungen.typ, verbindungen.info from personen, verbindungen where personen.pnum = verbindungen.pnum order by personen.name, personen.vorname, verbindungen.typ
Abbildung 12: Mit dem Ergebnis des Views können Sie wie mit jeder anderen Tabelle arbeiten.

Um den View außerhalb von SQLiteStudio in einem herkömmlichen SQL-Client zu verwenden, ergänzen Sie vor dem select noch eine Anweisung, um den View anzulegen (create view Telefonliste as ...). Außerdem müssen Sie dann das SQL-Statement mit einem Semikolon (;) abschließen.

Daten importieren

Um die Datenbank um neue Werte beispielsweise für Personen zu ergänzen, müssen Sie die entsprechenden Daten nicht zwangsläufig Zeile für Zeile in SQLiteStudio eintippen. Komfortabler funktioniert es, wenn Sie die Daten vorab in einer CSV-Datei erfassen und diese dann in SQLiteStudio importieren – das klappt mit wenigen Mausklicks.

Für unser Beispiel erstellen Sie zunächst mit einem beliebigen Texteditor die Datei aus Listing 2 und speichern diese unter dem Namen personen.csv. Dann wählen Sie aus dem Menü von SQLiteStudio den Punkt Tools |Import oder klicken direkt auf das Import-Symbol (die vier zueinander strebenden Pfeile).

Listing 2

Klein,Sepp,24.12.1980,
Groß,Georg,11.11.1981,

Im ersten Dialog des sich daraufhin öffnenden Assistenten wählen Sie die Datenbank und Tabelle für den Import aus, in unserem Fall also versuch.personen. Sobald Sie auf Next > klicken, öffnet sich das Folgefenster (Abbildung 13), in dem der Quelltyp CSV schon vorbelegt ist.

Abbildung 13: Der Import-Assistenten erlaubt detaillierte Angaben zu den einzulesenden Daten.

Nun geben Sie die Eingabedatei an, indem Sie auf das kleine Ordnersymbol bei Input File klicken. Wählen Sie nun unter Text encoding den passenden Zeichensatz sowie in den Data source options bei Field separator den verwendeten Feldtrenner aus. Manche CSV-Dateien tragen auch Spaltenköpfe. In diesem Fall setzen Sie den Haken vor , um die Kopfzeile zu ignorieren.

Nach einem Klick auf Finish importiert SQLiteStudio anschließend die Werte aus der CSV-Datei. Werfen Sie nun einen Blick in die Tabelle Personen, sehen Sie dort die neuen Einträge.

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