Oberflächliches

Das Hauptfenster von Anydesk erscheint auf den ersten Blick selbsterklärend und teilt sich in die zwei Bereiche Dieser Arbeitsplatz und Anderer Arbeitsplatz (Abbildung 2). In Ersterem steht normalerweise bereits der Hostname des Rechners, an dem Sie sitzen.

Abbildung 2: Das Hauptfenster von Anydesk beschränkt sich im Wesentlichen auf die Eingabe des Rechners, mit dem Sie sich verbinden möchten.

Um eine Verbindung zu einem anderen Rechner im LAN herzustellen, geben Sie im zweiten Eingabefeld dessen Hostnamen oder die IP-Adresse ein. Damit erstellen Sie eine direkte Sitzung über den Port 7070/TCP, ohne den Umweg über einen externen Anydesk-Server. Sitzungen außerhalb des lokalen Netzwerks wickelt hingegen Anynet ab, das Netzwerk von Anydesk. Dazu generiert die Software auf der Gegenseite beim Start einen einmaligen Schlüssel, den Sie in das Eingabefeld neben Anderer Arbeitsplatz eintragen.

Nach dem Verbinden öffnet sich auf dem zu administrierenden Rechner ein Fenster, das auf die Verbindungsanfrage hinweist. Darin legt die Gegenseite auch die Berechtigungen fest (Abbildung 3). Als Funktionen stehen derzeit das Steuern des entfernten Rechners, das Nutzen der Zwischenablage und der Dateiaustausch zur Verfügung. Ein kleines Symbol neben dem Icon für Einstellungen erlaubt den Austausch von Textnachrichten (Abbildung 4).

Abbildung 3: Anydesk fordert auf dem Remote-Rechner eine explizite Zustimmung zum Verbindungsaufbau ein. Darin legen Sie auch die gewährten Berechtigungen fest.
Abbildung 4: Die integrierte Chatfunktion erlaubt den direkten Austausch von Nachrichten.

Überwiegend heiter

Anydesk hinterließ bei unseren Tests mit der Beta-Version für Linux einen gemischten Eindruck. Erfreulich: Bei der Sicherheit setzt das Tool auf TSL 1.2, besser bekannt als SSL, in der neuesten Version. Alle Verbindungsteilnehmer verifiziert das Programm kryptografisch. Sowohl die Geschwindigkeit als auch die Qualität der Darstellung wissen zu überzeugen, bei geringer Beanspruchung von Bandbreite. Der grundlegende Zugriff auf Rechner klappte im Test zuverlässig, egal, ob auf entfernte PCs oder solche im lokalen Netzwerk.

Jedoch beeinträchtigen derzeit noch eine Anzahl von Fehlern die Arbeit mit Anydesk. So verzeichneten wir im Linux-Netzwerk mehrere Verbindungsabbrüche, nach denen wir den Anydesk-Prozess erst mit dem Kill-Kommando beenden mussten, bevor sich die Verbindung wiederherstellen ließ. Beim Koppeln zweier Rechner mit jeweils deutschem Keyboard-Layout erforderte der Gast plötzlich die Eingabe nach US-Layout, beim nächsten Versuch funktionierte die Tastatur gar nicht.

Der unbeaufsichtigte Modus ließ sich im LAN ebenfalls nicht nutzen – offenbar, da Anydesk das hinterlegte Passwort nicht speicherte. Diese Fehler traten vermehrt in Umgebungen auf, die auf dem Qt-Framework aufbauen; in GTK-Umgebungen waren sie wesentlich seltener zu beobachten.

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