Optimierte Bildverarbeitung

Die Gründe für die höhere Leistung von Anydesk in mehreren Bereichen zeigen sich hauptsächlich in zwei Kernpunkten, die der Newcomer anders löst als der Hauptkonkurrent Teamviewer. Für alle Plattformen gilt, dass Anydesk mit DeskRT [4] einen eigens zum Übertragen grafischer Desktop-Oberflächen entwickelten Video-Codec verwendet. Er überträgt Bildschirminhalte dank spezieller Kompressionsverfahren mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, wobei sich die Software auf die geänderten Bildschirmausschnitte beschränkt. Zudem hält Anydesk in einem Zwischenspeicher bis zu 100 Bildschirminhalte vor, die es im Bedarfsfall nutzt, anstatt sie neu zu übertragen.

DeskRT wurde darüber hinaus darauf optimiert, große Farbflächen, hohe Kontraste, scharfe Kanten, die Wiederholung von Bildelementen sowie das Verschieben von Bildinhalten, wie es bei der Anzeige grafischer Bedienoberflächen üblich ist, optimal zu komprimieren. Daneben sollen eine tiefe Integration ins jeweilige Betriebssystem, die Optimierung auf Multiprozessarchitektur und Anydesks sogenanntes Zero-Copy-Design sicherstellen, dass die Bilddaten in möglichst wenigen Verarbeitungsschritten auf den Bildschirm gelangen.

Auch die Server-Infrastruktur, die die Vernetzung der Anydesk-Teilnehmer außerhalb des LAN ermöglicht, wurde für den Einsatz ausfallsicherer Telekommunikationsanwendungen optimiert. Dazu kommt Erlang/OTP zum Einsatz, das für den Bau hochverfügbarer Systeme auf Basis der Programmiersprache Erlang ein Laufzeitsystem sowie eine umfangreiche Bibliothek bietet.

Ein zweiter Punkt betrifft nur die Linux-Variante. Die Anydesk-Entwickler erstellten eine auf GTK basierende native Linux-Anwendung, die für die meisten Distributionen als 32- und 64-Bit-Version bereitsteht. Teamviewer dagegen setzt auf Wine als Zwischenschicht – eine nur halbherzige Linux-Unterstützung, die einige Nachteile mit sich bringt. Für den neuen Teamviewer 11 verspricht der Hersteller allerdings – vielleicht angestachelt durch die Konkurrenz – bis zu 30 Prozent höhere Effizienz und 15-mal schnellere Dateiübertragungen.

Einstellungssache

Die Handhabung von Anydesk gestaltet sich denkbar einfach. Unter Windows müssen Sie lediglich die 1,7 MByte große EXE-Datei ausführen. Zum Ende der Sitzung fragt die Software, ob Sie das Programm installieren möchten. Auf einen USB-Stick kopier, lässt sich die Software entsprechend überall portabel einsetzen. Eine solche Stand-alone-Version steht für Linux nach Aussagen der Entwickler aber in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung.

Nach dem Start der Oberfläche öffnen Sie die Einstellungen (Abbildung 1) , die sich oben rechts hinter den waagerechten Strichen verbergen. Hier stellen Sie als Erstes die Sprache auf Deutsch um. Darüber hinaus aktivieren Sie dort etwa passwortgeschützt einen unbeaufsichtigten Modus, der es erlaubt, von entfernten Rechnern auf den PC zuzugreifen, ohne dass jemand davorsitzt; lediglich Anydesk muss auf beiden Geräten laufen.

Abbildung 1: Die Einstellungen erlauben den unbeaufsichtigten Remote-Zugang zum Rechner – zumindest in der Theorie. In der Praxis scheitert es daran, dass sich die Software das Zugangspasswort nicht merkt.

Die Software erlaubt auch das Einloggen auf dem Rechner ohne die Eingabe eines Passworts. Es bietet diese Möglichkeit beim ersten Start im unbeaufsichtigten Modus bei der Passworteingabe an.

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