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© QNAP Systems

QNAP-NAS TVS-471 mit Serverfunktionen

Speichergigant

Mit dem TVS-471 stellt QNAP ein professionelles NAS-System vor, das einige innovative Features bietet und mithilfe eines App-Centers einen dedizierten Server ersetzen möchte.

Mit dem fortschreitenden Zusammenwachsen von Unterhaltungselektronik und Computertechnologie explodieren auch die Massenspeicherkapazitäten regelrecht: Mediacenter-Systeme für den Heimgebrauch benötigen zum Aufzeichnen und Abspielen hochauflösender Filme inzwischen häufig Festplatten mit höherer Kapazität als Server in kleinen und mittleren Unternehmen. Nach einigen Jahren relativer Stagnation ermöglichen neue Technologien wie Shingled Magnetic Recording (SMR) und heliumbefüllte Festplatten inzwischen Kapazitäten von 10 TByte pro Medium.

Zum Speichern großer, kontinuierlich wachsender Datenbestände eignen sich wegen ihrer guten Erweiterbarkeit NAS-Systeme, wobei vor allem größere Modelle mit leistungsfähiger Hard- und Software aufwarten und daher Server-Funktionen übernehmen können – oft mithilfe komfortabler "Apps". Zu dieser Riege zählt auch das TVS-471-NAS von QNAP [1], das mit beeindruckenden Leistungsdaten glänzt.

Als Herz des mit vier Festplattenschächten ausgestatteten Systems dient je nach Modell eine Core-i3-CPU aus Intels "Haswell"-Generation oder ein Pentium G3250, beide mit zwei physischen Kernen. In der Grundausstattung 4 GByte Arbeitsspeicher lassen sich auf maximal 16 GByte aufrüsten, ein 512 MByte großer Flash-Speicher nimmt die Firmware auf.

Das TVS-471 verfügt zudem über eine Fülle von Anschlüssen. Die vier abschließbaren SATA-Slots für die Massenspeicher arbeiten nach der aktuellen SATA-III-Spezifikation. Vier Gbit-Ethernet-Ports sorgen für die Anbindung ans LAN; fünf USB-Ports, drei davon nach dem aktuellen USB-3.0-Standard, stehen für das Anbinden externer Speicher, eines Druckers oder einer USV parat. Das Gerät verfügt zusätzlich über eine HDMI-Buchse. Ein zweizeiliges, beleuchtetes LCD-Display an der Frontseite sowie mehrere LED-Anzeigen visualisieren den jeweiligen Status des NAS-Systems.

QNAP hat mit dem Betriebssystem QTS, das derzeit in Version 4.2 vorliegt, für seine NAS-Speicher eine eigene Software speziell für Netzwerkspeicher im Portfolio [2]. QTS basiert auf Embedded Linux und bietet eine ansehnliche Oberfläche, die Ihnen die Konfiguration des TVS-471 enorm erleichtert. Zudem lässt sich das modular aufgebaute QTS durch verschiedene Apps erweitern, was den Einsatz des NAS als Server in einem kleinen Netzwerk ermöglicht.

Praxistest

Wir erhalten das knapp 6 Kilogramm schwere TVS-471-NAS mit vier eingebauten 3-TByte-Festplatten der für den Dauereinsatz ausgelegten Enterprise-Klasse von Seagate. Das Betriebssystem QTS 4.2 ist bereits vorinstalliert. Beim Hochfahren zeigt das TVS-471 seinen aktuellen Betriebszustand im LCD-Display an. Sobald es Einsatzbereitschaft signalisiert und das NAS somit im Intranet hängt, kann die Konfiguration über das Web-Interface des NAS beginnen.

Um es via HTTPS zu erreichen, geben Sie auf einem beliebigen Client im LAN in den Webbrowser als URL die IP-Adresse des QNAP ein. Im Anmeldebildschirm dient admin als Benutzername, das Passwort lautet ebenfalls admin. Nach erfolgreicher Authentifizierung öffnet sich der optisch deutlich an Gnome 3.x angelehnte Desktop des Betriebssystems (Abbildung 1). Hier sticht der Starter für die Systemsteuerung ins Auge. Er verzweigt in ein sehr umfangreiches Untermenü, das stark an das KDE-Kontrollzentrum erinnert.

Abbildung 1: Intuitiv zu bedienen und optisch aufgewertet: die Administrationsoberfläche des TVS-471.

In den vier Gruppen Systemeinstellungen, Privilegieneinstellungen, Netzwerkdienst und Anwendungen nehmen Sie alle für den Betrieb des NAS und der zusätzlich installierten Dienste relevanten Einstellungen vor. Über die Untermenüs Benutzer und Benutzergruppen in den Privilegieneinstellungen legen Sie zunächst Gruppen und einzelne Anwender an, die auf das NAS zugreifen dürfen. Dabei empfiehlt es sich, für die Benutzer gleich eine Gruppenzuordnung zu treffen, wobei Sie auch bereits Rechte vergeben können. Die müssen sich nicht auf freizugebende Ordner beschränken, sondern können auch Anwendungsberechtigungen umfassen. Damit legen Sie fest, auf welchen Dienst der betreffende Nutzer zugreifen darf.

In der Kontingent-Einstellung, die Sie ebenfalls in den Privilegieneinstellungen finden, gewähren Sie zudem Speicherkontingente in MByte oder GByte. Diese gelten anschließend für alle Benutzer. Nachträgliche Modifikationen der Kontingente legen Sie durch Angabe eines entsprechenden Werts im Eingabefeld Kontingentgröße des Laufwerks fest, wobei Sie die neuen Werte anschließend unten links im Fenster durch einen Klick auf den Button Auf alles anwenden aktivieren.

Im nächsten Schritt definieren Sie unter Systemsteuerung | Privilegieneinstellungen | Freigabeordner die freizugebenden Ordner. Im sich öffnenden Fenster legen Sie nach einem Klick auf Erstellen rechts einen neuen Ordner an. Im entsprechenden Dialog geben Sie die Zugangsrechte für die Benutzer vor. Außerdem können Sie hier eine Datenverschlüsselung aktivieren und ein Gastzugriffsrecht definieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Ordnerfreigabe gestattet eine schnelle Rechtevergabe.

Für nachträgliche Änderungen rufen Sie die Einstellungsdialoge für die gewünschten Ordner über den Button Eigenschaften bearbeiten rechts neben dem jeweils per Häkchen zu markierenden Ordner auf. Sie landen dann in einem übersichtlich aufgebauten Einstellungsfenster, wo Sie alle Optionen modifizieren können.

Spartanisch

Nutzen Sie das TVS-471 rein als Speichermedium, steht den Benutzern nach Abschluss der Einstellungsarbeiten die Anmeldung per Username und Passwort via Webbrowser direkt frei. Sie bekommen dann in einer einfachen Oberfläche lediglich die für Sie freigegebenen Ordner in der Gruppe File Station angezeigt.

Hat ein Benutzer Lese- und Schreibrechte auf einen Ordner erhalten, findet er nach dessen Öffnen am oberen Bildschirmrand eine kleine Symbolleiste, die alle Funktionen zur Arbeit mit den Dateien zusammenfasst. Durch einen Mausklick auf das Plus-Symbol lassen sich neue Unterordner anlegen, ein Klick auf das daneben befindliche Pfeilsymbol leitet einen Datei-Upload ein. Der entsprechende Dialog öffnet einen Dateimanager, in dem man die auf dem NAS zu speichernden Dateien markiert und nach einem Klick auf Öffnen hochlädt. Über Googles Chrome als Webbrowser lassen sich hier auch ganze Ordner hochladen, ohne sie erst manuell anlegen zu müssen; alle anderen Webbrowser unterstützen diese Funktion noch nicht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Dateimanager sehen Sie alle hochgeladenen Inhalte.

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