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© Cseh Ioan, 123RF

Mit PCLinuxOS MiniMe eine eigene Distribution zusammenstellen

Selbstgestrickt

Linux hat viele Gesichter. Finden Sie trotz der großen Auswahl keine für Ihre Zwecke passende Distribution, dann stellen Sie einfach ein eigenes Linux-Derivat zusammen, das auch für ältere Hardware taugt.

Distributionen für betagte Hardware kommen meist mit ressourcenschonender Software und angepassten, schlanken Desktops. Arbeitsumgebungen wie Gnome oder KDE dagegen eignen sich für ältere Hardware kaum: Mit ihren vielen Zusatzprogrammen und optischen Effekten schleppen Sie derart viel Ballast mit sich herum, dass ein zügiges Arbeiten auf alten Rechnern mit diesen Oberflächen kaum möglich ist.

Um den beliebten KDE-Desktop für betagte Hardware fit zu machen, speckten die Entwickler des aus den USA stammenden PCLinuxOS daher Arbeitsoberfläche und Softwarebestand radikal ab und packten das Ergebnis in eine eigene, schlanke Distributionsvariante, die es Ihnen ermöglicht, mit wenigen Mausklicks ein eigenes Linux-Derivat zusammenzustellen.

Das bereits seit zwölf Jahren kontinuierlich gepflegte und weiterentwickelte PCLinuxOS [1], das hierzulande eher als Exot gilt, verfügt als eine der beliebtesten US-Distributionen über eine entsprechend große Entwicklergemeinde und Community. Die ursprünglich als Mandrake-Derivat entstandene Distribution geht bereits seit Jahren eigenständige Wege. Das Projekt liefert die Software in zahlreichen Varianten sowohl für 32- als auch 64-Bit-Systeme aus, wobei KDE als primärer Desktop dient. Dabei fokussieren die Entwickler auf eine möglichst einfache Bedienbarkeit des Systems als Allrounder. Um den Wünschen möglichst vieler Anwender nachzukommen, gibt es PCLinuxOS auch als ISO-Image mit den alternativen Arbeitsumgebungen Maté und LXDE.

Alleinstellungsmerkmal

Eine innovative Besonderheit stellt die MiniMe-Ausgabe von PCLinuxOS dar: Dabei handelt es sich um eine extrem abgespeckte Ausgabe mit KDE-Desktop, die sich nach der Installation auf einem Massenspeicher an die eigenen Wünsche und Vorstellungen anpassen lässt. Mithilfe eigener grafischer Tools erstellen Sie so auf Basis von PCLinuxOS schnell und bequem eine individuelle Distribution. Die MiniMe-Variante erhalten Sie als knapp 570 MByte großes ISO-Image für 32-Bit-Hardware oder 650 MByte großes Image für 64-Bit-Architekturen über die Homepage der Distribution [2].

Zu den Alleinstellungsmerkmalen von PCLinuxOS zählt das stark vereinfachte Systemmanagement, das es auch Ein- und Umsteigern von anderen Betriebssystemen ermöglicht, die Distribution sofort ohne Vorkenntnisse zu administrieren. Das Herzstück des Systemmanagements bildet das PCLinuxOS Control Center, das ursprünglich aus dem Mandrake-Bestand stammt und selbst nach über zehn Jahren kontinuierlicher Pflege und Weiterentwicklung immer noch ein innovatives Instrument zur Systemverwaltung darstellt. Ähnlich wie OpenSuses YaST bündelt das Control Center alle wichtigen Einstelloptionen unter einer einheitlichen Oberfläche in verschiedenen Kategorien. Da die Dialoge alle dasselbe grafische User-Interface aufweisen, benötigen auch ungeübte Anwender keinerlei Einarbeitung (Abbildung 1).

Abbildung 1: Oldie but Goldie: Das Kontrollzentrum bündelt alle Einstelloptionen.

Start frei!

PCLinuxOS MiniMe bietet beim ersten Start im Bootmanager Grub verschiedene Optionen an: So lässt es sich sowohl im Live-Modus hochfahren als auch gleich auf einem Massenspeicher installieren. Unseren Test führen wir zunächst im Live-Betrieb durch, wobei ein rund zehn Jahre altes HP-Compaq-Notebook mit einem 2 GHz schnellen Pentium-M-Prozessor der zweiten Generation ("Dothan") mit lediglich 512 MByte Arbeitsspeicher zum Einsatz kommt. Nach dem Start von einem USB-Speicherstick gelangen wir nach einer Lokalisierungsabfrage erstaunlich zügig in einen schnörkellosen KDE-Desktop. Darauf befindet sich neben wenigen Icons der Starter für die Installation auf einem Massenspeicher (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der KDE-Desktop von MiniMe wirkt spartanisch aufgeräumt.

Ein Blick in die Menüs fördert ein radikal entschlacktes System zutage: Zwar finden sich im System – zunächst noch komplett in englischer Sprache – viele Menüeinträge; diese enthalten jedoch kaum Software. Lediglich das Menü More Applications | Configuration weist zahlreiche Einträge auf. Typische Applikationsmenüs wie Büro, Unterhaltungsmedien oder Grafik fehlen komplett.

Ein Klick auf den Schalter Install PCLinuxOS auf dem Desktop führt über den von Mandriva bekannten grafischen Assistenten in wenigen Schritten zu einem lokal installierten System. Dabei legt das Setup noch keine Benutzerkonten an. Erst nach Abschluss der Installation und einem anschließenden Warmstart erfragt die erneut automatisch aufgerufene Routine die Zugangsdaten für ein Root- und ein Benutzerkonto, danach geht es weiter auf den KDE-Desktop. Das System präsentiert sich dabei erstaunlich bescheiden: Die Single-Core-CPU hat nur wenig zu tun; bei leerem Desktop ohne zusätzlich gestartete Applikationen begnügt sich das System mit lediglich 220 MByte Arbeitsspeicher.

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