Konfiguration

Die simpel aufgebaute Konfiguration von X-Tile enthält einige wichtige Einstellungen. Wie Abbildung 4 zeigt, erschließen sich die meisten davon relativ schnell. Besonders wichtig ist Nur momentanen Arbeitsbereich, um die Übersicht bei mehreren virtuellen Desktops zu bewahren.

Abbildung 4: Die Konfiguration ist einfach, enthält aber wichtige Optionen.

Docken zu System Tray bewirkt das Einnisten des Hauptfensters in ein Panel, wie es üblicherweise erfolgt und auch Sinn ergibt. Sie haben aber alternativ die Möglichkeit, X-Tile über Optionen beim Programmaufruf auf der Befehlszeile zu steuern. Die Tabelle "Kommandozeilenoptionen" fasst die entsprechenden Schalter zusammen. Die meisten davon verwenden Sie ohne führendes Minuszeichen, eine Ausnahme bildet -h. Die Layouts l, r, u und d versuchen, die Fenster in einem Dreieck anzuordnen, wobei jeweils eine Kante ein größeres Fenster erhält.

Kommandozeilenoptionen

Kommando Beschreibung
x-tile -h Hilfe anzeigen
x-tile w Hauptfenster anzeigen
x-tile z Undo
x-tile i Tiling-Reihenfolge umdrehen
x-tile y Tiling-Reihenfolge rotieren
x-tile v alle geöffneten Fenster vertikal anordnen
x-tile h alle geöffneten Fenster horizontal anordnen
x-tile g Z S alle geöffneten Fenster in einem Raster aus Z Zeilen und S Spalten anordnen
x-tile 1 alle geöffneten Fenster nach eigenem Layout 1 anordnen
x-tile 2 alle geöffneten Fenster nach eigenem Layout 2 anordnen
x-tile u alle geöffneten Fenster nach Layout u anordnen
x-tile d alle geöffneten Fenster nach Layout d anordnen
x-tile l alle geöffneten Fenster nach Layout l anordnen
x-tile r alle geöffneten Fenster nach Layout r anordnen
x-tile q alle geöffneten Fenster in einem Quadrat anordnen
x-tile m alle geöffneten Fenster maximieren
x-tile M alle geöffneten Fenster minimieren
x-tile c alle geöffneten Fenster schließen

Neben dem Einsatz mit der Maus unterstützt X-Tile eine Reihe von Tastenkürzel. Die Tabelle "Tastenkombinationen" fasst die wichtigsten Funktionen zusammen, die nach einiger Zeit des Eingewöhnens ein deutlich schnelleres Arbeiten erlauben als es über die Menüs möglich wäre.

Tastenkombinationen

Kürzel Beschreibung
[Strg]+[Q] Programm beenden
[Alt]+[Strg]+[P] Programm konfigurieren
[Strg]+[F] Filter zur Konfiguration aufrufen
[F5] Fensterliste neu laden
[Strg]+[D] Fenster immer auswählen
[Umschalt]+[Strg]+[Q] Programm verlassen
[Strg]+[A] alle Fenster auswählen
[Umschalt]+[Strg]+[A] keine Fenster auswählen
[Strg]+[Pfeil-oben] Fenster in der Liste nach oben schieben
[Strg]+[Pfeil-unten] Fenster in der Liste nach unten schieben
[Strg]+[Z] Tiling rückgängig machen (Undo)
[Strg]+[I] Tiling invertieren
[Strg]+[Y] Zyklisches Tiling
[Strg]+[V] Vertikales Tiling
[Strg]+[H] Horizontales Tiling
[Strg]+[G] Raster-Tiling (Grid)
[Alt]+[**1**] Schema 1 definieren
[Strg]+[**1**] Schema 1 aufrufen
[Alt]+[**2**] Schema 2 definieren
[Strg]+[**2**] Schema 2 aufrufen
[Strg]+[M] ausgewählte Fenster maximieren
[Strg]+[U] ausgewählte Fenster minimieren
[Strg]+[Y] ausgewählte Fenster schließen

Es gibt noch weitere Wege, um das Verhalten der Software zu beeinflussen: Im Menü Datei schließen Sie mit Filter unter anderem Fenster anhand des Titels von der Auswahl aus. Unter Ansicht schalten Sie die Anzeige der Werkzeugleiste um; bei Bedarf ändern Sie in der Fensterliste die Reihenfolge der Einträge mit der Maus via Drag & Drop. Das ist wichtig, wenn Sie die Dreieckslayouts verwenden wollen oder das zyklische Vertauschen effektiv nutzen möchten.

Fazit

Das Arbeiten mit einem modernen Desktop erhält durch X-Tile einen zusätzlichen Kick: Selbst wer normalerweise kein großer Fan des Tilings ist, erkennt schnell die Vorteile – insbesondere die der eigenen Layouts.

Die Möglichkeit, X-Tile sowohl interaktiv als auch über die Befehlszeile zu nutzen, streut die Einsatzbereiche weit. Dem einen fällt unter Umständen das Session-Management von Emacs auf den Wecker, den anderen nervt vielleicht die eine oder andere Unzulänglichkeit der Desktop-Umgebung: In beiden Fällen erweist sich X-Tile als echte Hilfe.

Hinzu kommt, dass die Software keinen eigenen Window-Manager mitbringt, an dessen spezielles Verhalten Sie sich erst gewöhnen müssten. X-Tile erweitert stattdessen den vorhandenen Fensterverwalter um zusätzliche Funktionen, wobei es nur minimale Überraschungen birgt. 

Glossar

Core Dump

Speicherabbild, das der Kernel für eine Applikation erzeugt. Der Core Dump enthält den zum Zeitpunkt des Absturzes aktuellen Satz an Instruktionen, was bei der Suche nach dem Fehler hilft.

Infos

[1] Bluetile: Karsten Günther, "Desktop-Mosaik", LU 11/2010, S. 74, http://www.linux-community.de/21900

[2] Tiling-Window-Manager: Mario Blättermann, "Fliesenleger", LU 10/2014, S. 18, http://www.linux-community.de/31458

[3] X-Tile: http://www.giuspen.com/x-tile/

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