Fazit

Bunsenlabs präsentiert sich als würdiger Nachfolger der einst recht beliebten Distribution Crunchbang und macht sich auch auf älteren Rechnern gut. Nach dem Start belegt es rund 200 MByte Hauptspeicher, für Systeme mit lediglich 256 MByte RAM fällt es damit etwas überdimensioniert aus. Auf Rechnern mit 512 MByte Hauptspeicher dagegen kommt das Betriebssystem prima zurecht.

Blutige Anfänger dürften allerdings nicht viel Spaß mit BL haben – es sei denn, sie bringen genügend Enthusiasmus mit, sich in Openbox einzuarbeiten. Als Einsteigerdistribution eignet sich Bunsenlabs im Vergleich zu MX Linux weniger: Dazu fehlt ein für Anfänger geeignetes Handbuch (Abbildung 3), zudem weicht die Handhabung zu sehr vom Gewohnten unter Windows oder Mac OS X ab. Das KISS-Prinzip [7] zieht sich wie ein roter Faden durch Design und Ausstattung. Wer jedoch bereits etwas Erfahrung mit Linux mitbringt und die Funktion höher bewertet die als Form, der sollte sich BL durchaus genauer ansehen.

Abbildung 3: Zwar bietet die Bunsenlabs-Dokumentation ausreichend Lesestoff, jedoch nur bedingt in anwenderfreundlicher Form.

Das System lässt sich in jedem Aspekt weitgehend den eigenen Vorstellungen anpassen, sowohl hinsichtlich der Optik als auch der Technik unter der Haube. Im Zweifelsfall bereitet es keinerlei Probleme, Bunsenlabs auf Debian "Testing" oder "Unstable" umzustellen, falls Sie aktuellere Software bevorzugen oder benötigen.

In der vorliegenden Form mit Debian "Stable" als Unterbau gibt sich die Distribution sehr stabil und garantiert ein zügiges Arbeiten ohne Ablenkung durch optischen Schnickschnack. Die Ein-Klick-Installation nicht vorinstallierter Programme spart Zeit – aber auch hier agiert MX Linux ein Stück anwenderfreundlicher, indem es Sprachpakete für Browser und Office oder Codecs per Mausklick bereitstellt. Erst die Zeit wird zeigen, ob Bunsenlabs eine gut funktionierende Community an sich binden kann oder ob die Zersplitterung in mehrere Crunchbang-Nachfolger dies verhindert. 

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