Lynx

Beim Text-Browser Lynx [6] handelt es sich mit Abstand um den Senior dieser Runde, entstand er doch bereits 1992 und somit vor dem WWW. Er nutzte anfangs ein proprietäres Hypertext-Protokoll, das jenem des WWW-Konkurrenten Gopher ähnelte. Die Entwickler arbeiten nach wie vor aktiv an Lynx und veröffentlichen alle paar Monate ein neues Devel-Release. Die aktuelle Version benötigt zum Anzeigen der LinuxUser-Webseite rund 11 MByte RAM (Abbildung 6).

Abbildung 6: Lynx im Anfänger-Modus mit Hilfestellung in den untersten Zeilen.

Der Browser strotzt nur so von Einstellmöglichkeiten, die Sie über [O] erreichen. Änderungen greifen erst, wenn Sie sie mit Änderungen akzeptieren am Anfang der Optionen-Seite anwenden. Sollen die Einstellungen auch beim nächsten Start noch vorhanden sein, müssen Sie sie außerdem dauerhaft speichern. Das klappt aber nur für solche Settings, deren Namen nicht auf (!) endet.

Über den User-Mode geben Sie an, wie vertraut Sie mit der Bedienung von Lynx sind. In der Standard-Einstellung Neuling (Abbildung 6) zeigt Lynx am unteren Fensterrand drei Zeilen mit Hilfestellung. In der Einstellung Fortgeschrittener erscheint stattdessen in der letzten Zeile nur noch die URL zum aktuell hervorgehobenen Link (Abbildung 7).

Abbildung 7: Lynx im Fortgeschrittenen-Modus mit Linkziel in der untersten Zeile.

Dass es sich bei Lynx um einen alten Hasen und Leitwolf unter den Textbrowser handelt, merkt man auch daran, dass viele seiner Tastenbefehle sich bei den anderen Text-Browsern wiederfinden: [G] öffnet einen Dialog zur URL-Eingabe, [Shift]+[G] erlaubt das Bearbeiten der angezeigten URL, [R] nimmt einen Reload vor, die Pfeiltaste nach links führt zur vorherigen Webseite zurück, die Pfeiltasten nach oben und unten springen von Link zu Link. [Q] schließlich beendet den Browser.

Zu den Eigenheiten von Lynx gehört des, dass der Browser anders als Links2, ELinks und W3m selbst in einem Terminal mit hellem Hintergrund Webseiten in der Standardeinstellung immer mit schwarzem Background darstellt. Um das zu ändern, müssen Sie ein anderes Lynx Style Sheet ("LSS") in einer CSS-ähnlichen Sprache schreiben.

ELinks

Wie Links2 zählt auch ELinks [7] zu den Weiterentwicklungen des Urgesteins Links 0.9x, stammt allerdings von einem anderen Personenkreis. Während der ansonsten eher etwas konservative Links2 eine grafische Benutzerschnittstelle bietet, bekam ELinks im Text-Modus zusätzliche Features spendiert (Abbildung 8). So nutzt er auf der Linux-Konsole mehr Farben und zeigt in einem Terminal-Emulator den Titel der angezeigten Webseite in der Titelleiste des Fensters an. ELinks braucht mit stolzen 17 MByte für die LinuxUser-Homepage aber fast so viel RAM wie die grafische Variante von Links2. Zudem stagniert die Entwicklung: Die letzte Beta-Version von ELinks erschien Ende 2012, die letzte stabile Version Mitte 2009.

Abbildung 8: Elinks sieht seinem Cousin Links2 speziell im Text-Modus sehr ähnlich.

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