Import

Probleme bereitet zuweilen der Import von Dokumenten. Hier kommt es vor, dass die enthaltenen Links nicht mehr funktionieren. In vielen Fällen lässt sich das zwar leicht korrigieren, erzwingt aber dabei einen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Bei diesen Korrekturen sollten Sie auf die Maus verzichten, da ein Klick in eine fälschlich als Verweis erkannte Struktur sofort ein Browserfenster öffnet. Hier hilft dann nur manuelle Nacharbeit.

Als besonderes Feature bietet Cherrytree eine ausgewachsene Import-Funktion, die es ermöglichen soll, auch andere strukturierte Formate einzulesen und in die anwendungseigene Notation umzuwandeln. Das erweist sich als sehr nützlich, bietet es doch unter anderem eine Möglichkeit, lose gespeicherte HTML-Seiten in eine vernünftige Form zu bringen und die enthaltenen Informationen aufzuschließen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Beim Import von HTML-Seiten treten eine Reihe von Problemen auf, die sich nur manuell korrigieren lassen.

Allerdings erweist sich die Importfunktion von Cherrytree noch als unausgereift, was sich in einer Reihe von Problemen äußert. Nicht nur die eingebetteten Codes führen zu Problemen, auch Links erkennt die Software häufig nicht korrekt. Dafür haben die Entwickler die von früheren Programmversionen berichteten Exportprobleme, etwa beim Überführen einzelner Knoten in PDF-Seiten, mit der aktuellen Version anscheinend weitestgehend behoben.

Dafür zeigt die Undo-Funktion nur eine begrenzte Wirkung. Ändern Sie beispielsweise den Knotentyp, gehen alle vorherigen Formatierungen unwiederbringlich verloren – da hilft auch kein [Strg]+[Z] mehr weiter. Dieses Problem tritt auch in anderen Zusammenhängen immer wieder auf.

Fazit

Als Zielgruppe peilt Cherrytree eindeutig technikaffine Anwender und Programmierer an – das zeigen schon Knotentypen wie automatische Syntaxhervorhebung und Elemente wie die Codeboxen. Beide funktionieren leidlich gut, mehr aber auch nicht. Was die Software insgesamt an Features anbietet, geht jedoch über den Funktionsumfang anderer Notizzettelprogramme wie beispielsweise Zim deutlich hinaus. Cherrytree bietet sich daher auch für größere Projekte an, bei denen Konkurrenten wie Zim an ihre Grenzen stoßen.

Die streng hierarchische Struktur von Cherrytree-Dokumenten mag in vielen Fällen den Erwartungen der Anwender entsprechen oder ihnen entgegenkommen. Eine Lösung für alle Fälle bietet sie aber nicht, ebenso wenig wie die Option, dieses Konzept zu erweitern. Zu den größten Schwächen der Anwendung zählt das Fehlen jeder Möglichkeit, Inhalte mit einem frei definierbaren externen Editor zu bearbeiten, was den Workflow wesentlich beschleunigen und effektiver gestalten würde. So müssen nicht veränderbare und teilweise umständliche Tastenkürzel [3] genügen, um die Arbeit mit Cherrytree effektiver zu gestalten. 

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