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© Galina Peshkova, 123RF

Informationen verwalten mit Cherrytree

Strukturiert

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Der elektronische Notizzettel Cherrytree richtet sein Augenmerk auf das strukturierte Aufbereiten unterschiedlichster Informationen.

Wir sind es gewöhnt, Informationen in vielen Bereichen hierarchisch zu strukturieren, also zu gliedern. Da liegt es nahe, ein Programm zum Verwalten entsprechender Informationen in Form eines Gliederungseditors zu verwenden. Cherrytree [1] bietet speziell für hierarchisch strukturierte Informationen eine ganze Reihe von Funktionen an. Dazu gehören das Verwalten unterschiedlicher Typen von Informationen, wozu neben Text auch Bilder und Hyperlinks gehören. Die Texte lassen sich umfangreich formatieren, Bilder direkt einfügen und Hyperlinks als externe Verweise einsetzen. Da die Software auch das Rich Text Format RTF unterstützt, erlaubt es das Verwenden vielfältiger Formatierungsvarianten. Eine Übersicht aller Funktionen finden Sie auf der Webseite das Projekts in der Rubrik features:.

Als wesentliche Verwaltungseinheit für alle Informationen verwendet Cherrytree sogenannte Knoten. Diese sammeln die Informationsschnipsel und dienen als Anker für Verzweigungen. Andere Programme, wie etwa das Zim-Wiki [2], legen diese Knoten als separate Dateien an. Hier agiert Cherrytree anders und behandelt Knoten lediglich als Untereinheit im Dokument, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt: Der Zugriff auf die Knoten gelingt in dieser Form zwar oft wesentlich schneller, doch es entfällt die Möglichkeit, einzelne Knoten respektive Dateien separat zu kopieren oder beim Backup nur veränderte Knoten zu speichern.

Erstes Projekt

Ein neues Projekt starten Sie über den Menüpunkt Datei | Neue Baumstruktur. Als ersten Schritt fügen Sie über einen Klick auf das Schaltfeld gleichrangigen Knoten einfügen oben links in der Schalterleiste einen Knoten ein (Abbildung 1). Jeder Knoten trägt einen Namen, etwa so wie eine Überschrift in einem Dokument oder auf einem Notizzettel, der aber nichts mit dem Dokumentennamen zu tun hat. Nun füllen Sie den aktuellen Knoten mit Informationen, verändern oder entfernen diese.

Abbildung 1: Den essenziellen Bestandteil eines Cherrytree-Projekts stellen sogenannte Knoten dar, die links im Programmfenster in einer Baumstruktur erscheinen.

Den Dokumentennamen vergeben Sie erst beim Speichern des Baums. Das geschieht wie üblich unter Datei | Speichern unter... oder über einen Klick auf die Schaltfläche mit dem Disketten-Symbol. Zuvor legen Sie fest, in welchem Format Cherrytree die Datei ablegt (Abbildung 2). Als Vorgabe bietet die Software eine SQLite-Datenbank als Dokumententyp an, da sich diese schnell laden und gut bearbeiten lässt.

Abbildung 2: Beim Speichern eines Cherrytree-Dokuments legen Sie unter anderem den Typ des Dokuments fest.

Im Prinzip arbeiten Sie mit Cherrytree wie mit jeder anderen Notiz- oder Stichwortverwaltung: Sie legen Knoten an, die Sie optional untereinander hierarchisch verzweigen und vernetzen; jeder davon darf beliebig viele Unterknoten erhalten. Primär lassen sich zwei Arten von Knoten erzeugen, gleichrangige und untergeordnete. Die Ersteren erzeugen einen gleichartigen neuen Informationsknoten auf derselben Hierarchieebene wie der ursprünglichen, vergleichbar mit den Kapiteln eines Buchs. Die abgeleiteten Knoten generieren so etwas wie Abschnitte in einem Kapitel.

Wenn Sie einen Knotentyp festlegen, geben Sie ihm eine von drei Eigenschaften. Normalerweise verwenden Sie den Typ Rich Text. Nur dieser erlaubt umfangreiche Formatierungen und dient hauptsächlich dem Erfassen normalen Texts. In diesen binden Sie bei Bedarf Tabellen, Bilder, Hyperlinks oder Codeboxen ein. Der Typ Text erlaubt keine Formatierungen und zusätzliche Strukturen. Die dritte Option, automatische Syntaxhervorhebung, eignet sich am besten beispielsweise für Codeschnipsel. Das Syntax-Highlighting geht erst einmal von Shellcode aus; daneben stehen aber für fast alle verbreiteten Programmiersprachen entsprechende Hervorhebungen bereit, die Sie mithilfe des darunter angeordneten Schalters auswählen und einstellen.

Im Feld Suchtags geben Sie quasi Meta-Tags für einen Knoten an. Hier erfassen Sie also Informationen, die nicht im Knoteninhalt oder im Knotennamen auftauchen, aber dennoch zum Knoten gehören sollen. Auf diese Weise definierte Stichwörter finden Sie nur über die Funktion Suchen | in Knotennamen und Tags suchen wieder, die Sie alternativ via [Strg]+[T] aufrufen; alle anderen Suchfunktionen ignorieren diese Tags. Bei dieser Funktion handelt es sich um eine der wenigen, die Ihnen dabei helfen, das streng hierarchische Konzept etwas zu lockern. Allerdings bietet Cherrytree keine weitergehende Unterstützung für diesen Ansatz.

Objekte einfügen

Neben reinen und formatierten Texten kennt Cherrytree eine ganze Reihe von weiteren Strukturen, darunter Listen, Tabellen, Bilder und Verweise. Bilder fügen Sie mit der Funktion Bearbeiten | Bild einfügen... oder über [Strg]+[Alt]+[I] hinzu (Abbildung 3). Im entsprechenden Dialog können Sie mithilfe der Schalter rechts und links das Bild drehen, dessen Größe ändern Sie über die Felder unterhalb der Vorschau. Modifizieren Sie hier nur eine der Dimensionen, etwa die Breite, so skaliert Cherrytree die andere automatisch unter Beibehaltung des Seitenverhältnisses.

Abbildung 3: Das Einfügen von Bildern gestaltet sich zwar einfach, bietet aber nur wenige Möglichkeiten, um gestaltend einzugreifen an.

Beim Umgang mit Tabellen setzt Cherrytree auf die häufig anzutreffende Methode, Tabellengrößen vorab zu definieren. Dazu geben Sie beim Einfügen der Tabelle alle notwendigen Parameter in einem Dialog an (Abbildung 4). Der sattsam bekannte Nachteil dieser Methode: Bei geänderten Anforderungen müssen Sie die Tabelle manuell erneut bearbeiten. Das erledigen Sie über einen Rechtsklick auf die Tabelle, worauf das Kontextmenü eine Reihe an Bearbeitungswerkzeugen einblendet (Abbildung 5). Darüber hinaus bietet die Software die durchaus interessante Option, CSV-Tabellen einzubinden, wie sie beispielsweise Tabellenkalkulationen erzeugen.

Abbildung 4: Beim Anlegen von Tabellen legen Sie neben der Anzahl der Zeilen und Spalten auch deren Größe fest. Diese Werte lassen sich später aber problemlos verändern.
Abbildung 5: Für das nachträgliche Verändern von Tabellen bietet das Kontextmenü umfangreiche Funktionen an.

Beim Einfügen von Inhaltsverzeichnissen (TOC, Table Of Contents) agiert das Programm unflexibel. Es erlaubt zwar die Integration eines TOCs in einen Knoten, bietet aber keinerlei Kontrolle darüber, wo es erscheint. In der aktuellen Version taucht die Inhaltsangabe immer ganz am Anfang des Knotens auf. Zwar lässt sich das Inhaltsverzeichnis in einen separaten Knoten auslagern, den Sie dann an der gewünschten Stelle einbinden, doch dann erreichen Sie das TOC eben nur über einen Link. Alternativ platzieren Sie das Inhaltsverzeichnis per Copy & Paste an der gewünschten Stelle.

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