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© Benjamin Haas, 123RF

Packprogramm Peazip im Kurztest

Gepackt und geprüft

Mit den richtigen Algorithmen sparen Sie bei großen Dateien viel Speicherplatz ein. Peazip macht es leicht, die Luft herauszulassen.

Unter Linux gibt es unzählige Programme zum Komprimieren und Archivieren von Daten. Selbst die größeren Desktop-Umgebungen bringen eigene grafische Applikationen zu diesem Zweck mit. Als besonders leistungsfähiger Allrounder bietet jedoch das freie Programm Peazip (http://www.peazip.org) einige Sonderfunktionen, die den täglichen Umgang mit Archiven erleichtern und die Integrität der Datenbestände sicherstellen.

Peazip findet sich bereits seit längerer Zeit in den Repositories vieler größerer Distributionen, etwa bei Mageia und anderen Mandriva-Derivaten sowie Fedora und CentOS. Sie installieren es daher in der Regel bequem über das Paketmanagement. DEB-Pakete für 32- und 64-Bit-Systeme finden Sie auf der Webseite des Projekts [1], die dort angebotenen RPM- und TGZ-Archive eignen sich nur für 32-Bit-Systeme.

Auch eine portable Variante, die nicht an ein bestimmtes System gebunden ist, steht als Tarball bereit. Dieses Archiv enthält nicht etwa den Quellcode der Software, sondern das komplette Programm, das unabhängig von der genutzten Distribution läuft. Es empfiehlt sich, den Ordner nach dem Entpacken des Archivs in ein wahlfreies Verzeichnis zu kopieren und von dort aus das Programm durch Eingabe des Befehls peazip im Terminal aufzurufen. Daneben besteht die Möglichkeit, die Software in ein Menü einzubinden und später per Mausklick zu starten.

Achten Sie darauf, dass sich teilweise zwei Varianten des Programms im Umlauf befinden: Nutzen Sie Arbeitsumgebungen, die auf den Qt-Bibliotheken aufbauen, wie KDE SC oder Trinity, dann empfiehlt es sich, die Qt-Version von Peazip zu installieren. Zusätzlich gibt es für GTK2-basierte Desktops wie XFCE oder LXDE entsprechende Pakete, die eine nahtlose Integration in diese Oberflächen gewährleisten.

Einstieg

Nach dem Start von Peazip öffnet sich ein übersichtliches Fenster, das an einen Browser erinnert. Als dominierendes Bedienelement sticht eine am oberen Rand horizontal angeordnete Leiste mit Schaltflächen ins Auge. Sie enthält die passenden Elemente für alle Basisfunktionen, wie das Anlegen, Prüfen, Packen und Entpacken eines Archivs. Zusätzlich steht hier eine Funktion zum Löschen einzelner Dateien bereit sowie ein Schalter, der einen Dialog zum Konvertieren von Daten öffnet.

Den gesamten Teil unter den Schaltflächen nimmt der Dateibrowser ein, der bereits von Haus aus versteckte Dateien und Verzeichnisse anzeigt. Im linken Bereich finden Sie eine vertikal angeordnete Befehlsleiste, mit deren Hilfe Sie zügig ohne Wechsel zwischen verschiedenen Programmen bestimmte vordefinierte Befehle ausführen oder zwischen Verzeichnissen wechseln (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Programmfenster von Peazip macht es leicht, Dateien zu packen oder Archive zu dekomprimieren.

Gegenüber den Vorgängerversionen haben die Entwickler die Oberfläche von Peazip modernisiert: Sie weist nun anstelle großer, dreidimensional gestalteter Buttons ein flacheres Design auf, sodass sich das Programm optisch nahtlos in moderne Desktop-Umgebungen wie KDE und Gnome einfügt. Außerdem bietet das Programm in den neueren Versionen sehr detaillierte Optionen. Auf diese Weise passen Sie die Software Ihren optischen Vorlieben an und modifizieren sie auch funktionell.

Konfiguration

Sollte das Programm noch nicht in deutscher Sprache erscheinen, klicken Sie zunächst im Menü oben auf Options und anschließend auf Localization. Peazip öffnet nun ein Fenster mit einer Liste verschiedener Sprachdateien. Daraus wählen Sie die Option de-uml.txt. Anschließend bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf Öffnen unten rechts. Die Software führt nun zügig einen Neustart durch, wobei sie die komplette Oberfläche auf Deutsch umstellt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit insgesamt vier Mausklicks stellen Sie die Software auf die deutsche Lokalisierung um.

Über das Menü Optionen | Einstellungen nehmen Sie anschließend die weitere Konfiguration vor. Die Parameter teilen sich dabei in fünf Untergruppen auf, die Sie jeweils über die vertikal angeordneten Reiter links im Fenster öffnen. Hierbei sind insbesondere die beiden Tabs Archive manager und Dateiwerkzeuge von Interesse.

Archive manager listet eine stattliche Anzahl von Archivtypen auf, mit denen die Software zurechtkommt. Dabei handelt es sich sowohl um weithin bekannte Formate wie 7Z, ARC, BZIP2, GZIP, TAR und ZIP als auch um exotische oder von plattformabhängige Varianten wie QUAD, UPX oder WIM. Für einige Formate, darunter auch RAR, bietet Peazip nur das Lesen und Entpacken an. Sie definieren in diesem Dialog durch Setzen oder Entfernen eines Häkchens vor dem entsprechenden Eintrag, welche Formate Sie nutzen möchten. Außerdem legen Sie in einer Auswahlliste im Bereich Standard Format fest, welches Sie davon bevorzugt beim Packen von Archiven verwenden wollen. Haben Sie die entsprechenden Optionen konfiguriert, sichern Sie diese durch einen Klick auf Ok unten rechts im Fenster.

Unter Dateiwerkzeuge legen Sie dagegen fest, mit welchem Algorithmus die Software eine Prüfsumme oder einen Hash-Wert bildet. Damit überprüfen Sie die Integrität der erzeugten Archive. Außerdem legen Sie in diesem Reiter fest, wie das Programm Dateien sicher löscht. Ein Überschreiben der entsprechenden Speicherbereiche mit Zufallsdaten macht es quasi unmöglich, die ursprünglich vorhandenen Dateien zu rekonstruieren. Haben Sie alle Optionen angepasst, sichern Sie wiederum die Konfiguration durch einen Klick auf Ok.

Im untersten Reiter Design passen Sie das Erscheinungsbild der gesamten Applikation an, wobei Sie zusätzliche Themes über den Link Themes für PeaZip herunterladen aus dem Internet beziehen.

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