Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Multiplattformfähiger Multitext Editor 2.5, erweiterbarer Mediaplayer Parole 0.8.1, universeller Paketkomparator Pkgdiff 1.7.0, schlanker Dateimanager SpaceFM 1.0.4

Textzwerg

Der schlanke Multitext Editor 2.5 läuft dank Java plattformübergreifend, beherrscht allerdings kein Syntax-Highlighting.

Der in Java geschriebene, schlichte und kompakte Multitext Editor oder kurz Mte bietet alle grundlegenden Funktionen zum Bearbeiten von Textdateien, wie beispielsweise Ausschneiden, Kopieren oder Suchen und Ersetzen. Bei der Suche beherrscht er auch den Umgang mit regulären Ausdrücken, beim Undo beschränkt sich Mte jedoch auf die Rücknahme des jeweils letzten Schritts. Dafür glänzt das Programm bei der Zeichenkodierung, wo es mit einer umfangreichen Palette an Kodierungen von Big5 über diverse ISO-Encodings bis zu Windows-1252 kaum Wünsche offen lässt. Als besonderes Schmankerl bietet Mte eine Rechtschreibkontrolle, die neben Englisch, Deutsch und Französisch unter anderem auch Polnisch, Russisch und Arabisch unterstützt. Dazu bringt der Editor eigene Wörterbücher mit. Zu den weiteren nützlichen Funktionen zählen das Entfernen von Leerzeichen, das Ausrichten markierter Zeilen oder das Umwandeln von Klein- in Großbuchstaben. Ein Syntax-Highlighting für Programmier- oder Satzsprachen kann Mte jedoch nicht bieten. Anders als bei anderen Editoren können Sie ein weiteres Dokument nicht direkt als neuen Reiter öffnen, sondern müssen erst einen leeren Reiter anlegen, diesen in den Fokus holen und dann das Dokument laden. Bei Programmende speichert Mte den aktuellen Status samt geöffneter Dokumente in der Datei properties im aktuellen Verzeichnis. Starten Sie den Editor später aus einem anderen Ordner, rekonstruiert er daher den alten Zustand nicht. Andererseits können Sie auf diese Weise mit verschiedenen properties-Dateien arbeiten.

Multitext Editor 2.5

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sourceforge.net/projects/multitexteditor/

Medienkünstler

Der schlanke Mediaplayer Parole 0.8.1 setzt auf den Gstreamer-Bibliotheken auf und unterstützt so zahlreiche Formate. Er lässt sich auch via Parameter steuern – ideal für einen flexiblen Einsatz.

Zu den schlanksten Mediaplayern im Linux-Fundus zählt der für den Einsatz unter XFCE 4 konzipierte Parole, der aber durchaus auch auf anderen Desktops eine gute Figur macht. Dabei haben die Entwickler das Rad nicht neu erfunden, sondern bedienten sich der bekannten Gstreamer-Bibliotheken, die deshalb im System vorhanden sein müssen. Zur Gestaltung der Benutzeroberfläche greift das Tool auf die GTK3-Libraries zurück. Die schlichte Programmoberfläche beschränkt sich auf die Standardbedienelemente am unteren Fensterrand sowie Menüpunkte mit den wichtigsten Funktionen. Parole spielt lokale Video- und Audio-Dateien sowie CDs und DVDs ab. Daneben kommt der Player auch mit Videostreams zurecht, wobei Sie die URL unter Ort eingeben. Abspiellisten gibt der Player wahlweise zufallsgesteuert oder in einer Endlosschleife wieder. Letzteres eignet sich besonders für den Einsatz bei Events. Bei Bedarf steuern Sie Parole auch über Kommandozeilenparameter. So lässt der Schalter -N den Player zum nächsten Titel springen, während -m ihn stummschaltet. Das eröffnet nicht nur die Möglichkeit, in der Arbeitsoberfläche eigene Tastenkürzel zum Steuern von Parole zu definieren, sondern erlaubt auch eine Integration in Skripting-Lösungen. Über Plugins erweitern Sie gegebenenfalls den Funktionsumfang des Players fast beliebig. Die Webseite bietet eine umfangreiche API-Dokumentation zum Erstellen entsprechender Plugins. Im Quellarchiv finden sich zudem bereits drei Plugins, die Benachrichtigungsfunktionen bieten und eine MPRIS-2-Fernsteuerung unterstützen.

Parole 0.8.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://docs.xfce.org/apps/parole/introduction

Paketprüfer

Wenn Sie Programme aus den Quellen kompilieren, eigene Pakete bauen oder mit experimentellen Distributionen arbeiten, leistet Pkgdiff 1.7.0 wertvolle Hilfe beim Vergleich von Paketen.

Um den Inhalt zweier Archivdateien mit klassischen Tools wie Diff zu vergleichen, müssen Sie die Archive erst entpacken. Diese Arbeit erspart Ihnen das Perl-Skript Pkgdiff, indem es für Sie die komprimierten Archivdateien direkt vergleicht. Ursprünglich als Arbeitshilfe für Paketverwalter bei Distributionen gedacht, lässt es sich auch im Linux-Alltag zur Fehlersuche einsetzen, etwa nach System-Updates. Das Tool kommt mit allen gängigen Archivformaten zurecht, insbesondere mit DEB, RPM und Tarballs. Zum einfachen Vergleich zweier Archivdateien geben Sie Pkgdiff deren Namen beim Programmaufruf als Parameter mit. Das Programm erkennt eigenständig, um welches Formate es sich handelt, und wählt den passenden Paketmanager. Alternativ geben Sie über den Parameter --pkg-manager einen anderen Manager oder eine spezifische Version vor. Das Vergleichsergebnis bereitet Pkgdiff in einer HTML-Reportdatei übersichtlich auf, die es unter ~/pkgdiff_reports/ ablegt. Darin finden Sie ein Verzeichnis mit dem Namen des getesteten Archivs und unterhalb davon einen Ordner mit der jeweiligen Versionsnummer, der den Report enthält. Der Inhalt des Pkgdiff-Berichts richtet sich nach dem gewählten Vergleichsmodus: Beim Aufruf legen Sie über die Parameter -minimal, -details und -quick fest, wie detailliert Pkgdiff zur Sache geht. Zum Vergleich mehrerer Archive übergeben Sie dem Tool eine XML-Datei mit den Namen der fraglichen Pakete; ein Strukturbeispiel dazu hält die Pkgdiff-Manpage bereit. Um ganze Repository-Verzeichnisse zu vergleichen, beschränken Sie mit weiteren Kommandoparametern die Arbeit von Pkgdiff auf Dateien bestimmter Größe und weisen das Tool an, Leerzeichen und Leerzeilen beim Vergleich zu ignorieren. Für seine Aufgabe greift Pkgdiff nicht nur auf die jeweiligen Paketmanager zurück, sondern nutzt außerdem noch bewährte GNU-Tools wie Awk und Diff.

Pkgdiff 1.7.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://lvc.github.io/pkgdiff/

Dateijongleur

Linux-Neulingen bietet SpaceFM 1.0.4 ein gewohntes Verwaltungsumfeld mit vielen Funktionen und hohem Lerneffekt; alte Hasen schätzen die Funktionsvielfalt sowie den Geräte- und Event-Manager.

Während alte Unix-Hasen ihre Dateien meist auf der Shell verwalten, wünschen sich Einsteiger meist einen leistungsfähigen Dateimanager, um den Überblick zu behalten. Hier lohnt ein Blick auf SpaceFM, dessen Entwickler sich vom bekannten PcmanFM inspirieren ließen. Standardmäßig bietet SpaceFM beim ersten Start die von vielen Dateimanagern gewohnte Ein-Panel-Ansicht. Hier öffnen Sie neben einer Dateiansicht auch Navigationsbereiche für das Durchwandern von Verzeichnisstrukturen und Lesezeichen oder den Zugriff auf angeschlossene Wechselmedien. Über Reiter lassen sich verschiedene Verzeichnisse unabhängig voneinander nutzen. Im Bedarfsfall richten Sie maximal vier weitere Panels mit separaten Navigationsbereichen und Verzeichnisreitern ein. Welches Panel gerade im Fokus ist, zeigt das Tool in der Menüleiste an. Als Dateimanager beherrscht SpaceFM das Standardrepertoire, wie das Kopieren, Löschen, Verschieben und Umbenennen von Files und Ordnern sowie das Setzen der Zugriffsrechte. Über auf der Projektwebseite bereitgestellte Plugins lässt sich der Funktionsumfang noch erweitern. Dort finden Sie auch eine umfangreiche Dokumentation, die beim Erstellen eigener Erweiterungen hilft. Über den integrierten Event-Manager legen Sie fest, wie SpaceFM auf neue Geräte, Panel oder Reiter reagiert. Der integrierte Geräte-Manager bindet Wechselmedien automatisch ein und spielt Audio-CDs automatisch ab. Daneben lassen sich auch eigene Aktionen definieren, die das Programm dann beim Einbinden oder Aushängen eines Geräts ausführt. Im Geräte- und Protokoll-Manager sehen Sie, mit welchen Konsolenbefehlen SpaceFM das Erkennen und Integrieren bewerkstelligt, sodass Sie gegebenenfalls Anpassungen vornehmen können.

SpaceFM 1.0.4

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://ignorantguru.github.io/spacefm/

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Neues auf den Heft-DVDs
    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial Ihres Rechners. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur topaktuelle Distributionen, sondern auch die passenden Programme zu den Artikeln.
  • Universeller Dateimanager SpaceFM
    SpaceFM gibt einen soliden Dateimanager ab. Mit zusätzlichen Plugins erweitern Sie ihn zu einem handoptimierten Tool für alle alltäglichen Arbeiten.
  • Rettungssystem für heterogene IT-Umgebungen
    SystemRescueCD bringt – ohne unnütze Schnörkel – alle zur Datenrettung wichtigen Programme auf einer CD unter.
  • Jetzt mit Firewall

    Parted Magic, ein Live-Linux für die Arbeit mit Festplattenpartitionen, ist in Version 2012_05_14 mit einigen Neuerungen erhältlich.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...