Zotero

Einen ganz anderen Weg schlägt Zotero [22] ein, entwickelt vom Center for History and New Media der George Mason University. Es verwaltet Referenzen als gesonderte Lesezeichen, die Sie über den Webbrowser beziehen. Es existieren zwei Varianten – eine unter dem Namen Zotero for Firefox als Firefox-Addon, eine zweite als separate, browserunabhängige Applikation unter dem Namen Zotero Standalone. Beide greifen auf den gleichen Datenbestand zu. Unsere Tests erfolgten auf Basis der Version *4.0.22-1~bpo70+1 aus dem Debian-Backports-Archiv, da die stabil klassifizierte Version mit Firefox 31.3 haderte.

Zotero stöbert nach bibliografischen Metainformationen in Webseiten wie zum Beispiel COinS (siehe Kasten "Automatisiertes Erfassen von Quellen"). Findet es diese, blendet Zotero ein zusätzliches Buch-Symbol neben dem Adressfeld ein. Nach einem Klick darauf extrahiert Zotero die in der Webseite eingebetteten Metainformationen und fügt sie der lokalen Datenbank für Ressourcen hinzu (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das Browser-Plugin von Zotero extrahiert die in vielen Webseiten eingebetteten Metainformationen und fügt sie der Quellensammlung hinzu.

Um aus den gespeicherten Metainformationen wissenschaftlich korrekte und vor allem vollständige Referenzen zu erzeugen, öffnen Sie das Programm Zotero Standalone. In der dreispaltigen Darstellung finden Sie links Ihre Sammlungen, in der Mitte die zugehörigen Referenzen und rechts die Detailinformationen zur jeweils ausgewählten Referenz. Abbildung 7 zeigt den Dialog zur Auswahl des Formats, in das Zotero die gespeicherten Metainformationen umwandeln kann. Zu dieser Auswahl gelangen Sie, indem Sie einen oder mehrere Einträge aus der Liste auswählen, über das Kontextmenü den Menüpunkt Ausgewählten Eintrag exportieren antippen und dort dann das gewünschte Format auswählen. Für das Format BibTeX erhalten Sie eine Ausgabe wie in Abbildung 8.

Abbildung 7: Die gesammelten Referenzinformationen lassen sich bei Bedarf aus Zotero heraus in unterschiedliche Formate exportieren.
Abbildung 8: Das Beispiel zeigt die als BibTeX exportierten Referenzinformationen zum Wikipedia-Eintrag zur Stadt Besançon.

Automatisiertes Erfassen von Quellen

ContextObjects in Spans (COinS) – deutsch: Kontextobjekte in Span-Elementen – bezeichnet das Einbinden von bibliografischen Metadaten in Webseiten [33]. Diese Festlegung erfolgte im Rahmen der Definition zu OpenURL 1.0. COinS sind in <span>-Elementen des HTML-Codes hinterlegt und beeinflussen die Darstellung der Webseite im Browser nicht. Listing 5 zeigt die Festlegung als Klasse Z3988 mit der ISSN 1056-4438 zur Kennzeichnung der entsprechenden Zeitschrift oder Schriftenreihe.

Mithilfe von Browser-Plugins wie Zotero (für Firefox) oder Citavi Picker [34] (für Firefox, IE und Chrome) lesen Sie diese Informationen aus und übertragen sie in Ihre Quellensammlung. Eine Reihe von Internetangeboten unterstützen bereits COinS, darunter neben der deutsch- und englischsprachigen Wikipedia verschiedene Bibliothekskataloge und Kollaborationsplattformen wie Citebase [35], WorldCat [36], Mendeley und ResearchGATE [37]. Für Wordpress gibt es mehrere Plugins, sodass Sie Ihre Veröffentlichungen um dieses Feature ergänzen und beispielsweise mit Zotero kombinieren können [38].

Digital Object Identifier (DOI) stehen für Objektbezeichner, mit denen sich physische, digitale oder abstrakte Objekte eindeutig und vor allem dauerhaft identifizieren lassen. Ähnlichkeiten bestehen etwa zur ISBN und ISSN, DOIs integrieren jedoch noch eine Funktion zur Lokalisierung. Das bisherige Einsatzgebiet liegt bei Onlineartikeln von wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Verschiedene Werkzeuge wie JabRef, Zotero, Refeus und der Citavi Picker unterstützen DOIs bereits.

Listing 5

[...]

[...]

Web- und cloudbasierte Lösungen

Mehrere Hersteller bieten kommerzielle Lösungen zur Erfassung und Pflege von Referenzen in einer integrierten Plattform an. Als Lockmittel fungieren dabei neben einem zentralen Datenspeicher eine Dokumentenverwaltung, eine komplette Textverarbeitung sowie Werkzeuge zur Wissensorganisation sowie Termin- und Aufgabenplanung. Je nach Version, Plattform und Lizenz lassen sich kollaborative Funktionen zum gemeinsamen Bearbeiten von Dokumenten freischalten.

Zu den Platzhirschen an den Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum gehören Citavi [23] und Mendeley [24]. Als Newcomer schickt sich Refeus [25] an, den beiden zunehmend Konkurrenz zu machen. Citavi basiert auf dem .NET-Framework und steht somit nur für Windows nativ zur Verfügung.

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