Hausmannskost

Auch die Hardware-Ausstattung begeistert wenig. Das Display des Smartphones mit seiner Diagonalen von 4,5 Zoll wirkt im deutlich größeren Gehäuse vergleichsweise klein. Die Auflösung von 540 x 960 Pixeln (240 ppi) liefert zwar ausreichend scharfe Bildschirminhalte, hinkt aber den meisten Konkurrenzprodukten deutlich hinterher.

Auch der mit 1,3 GHz getaktete Vierkernprozessor macht keinen überragend leistungsfähigen Eindruck. Egal, welche Anwendung wir auf dem Smartphone starteten: Fast immer mussten wir eine nervige Gedenksekunde lang warten. Liefen die Anwendungen erst einmal, ließ es sich dann aber angenehm flüssig weiterarbeiten. Warum allerdings sogar funktionale Leichtgewichte wie Telefon- oder Kontakt-App nur verzögert starten, blieb unklar. Auch das jüngste Upgrade auf das aktuelle Ubuntu 15.04 brachte da keine Besserung.

Ein GByte RAM ist zwar nicht wirklich üppig, reicht aber halbwegs aus. Beim internen Massenspeicher hätte es gern mehr sein dürfen: Von den 8 GByte gönnt sich Ubuntu bereits 3. Da auch die Apps recht üppig ausfallen, standen auf dem Testgerät nach der Installation einer Handvoll Progrämmchen nur noch knapp 4 GByte für weitere Daten zur Verfügung. Für mehr Platzangebot sorgt ein Einschub für MicroSD-Karten, die bis zu 32 GByte groß ausfallen dürfen.

Die Kommunikationsabteilung bietet zwei SIM-Karten-Slots, die Mobilfunktechnik im Telefon unterstützt maximal HSPA. Die Sprachqualität des Ubuntu-Telefons fällt ganz hervorragend aus, was sowohl uns als auch immer wieder den Gesprächspartnern am anderen Ende der Leitung positiv auffiel. Für den Datenfunk in WLAN-Netzen steht allerdings nur mäßig aktuelle Hardware bereit. Das Aquaris versteht sich nur auf Kommunikation im überlaufenen 2,4-GHz-Bereich.

Für Bild- und Video-Aufnahmen bietet das Smartphone zwei Kameras. Die auf der Rückseite angebrachte bietet 8 Megapixel Auflösung, die Frontkamera 5 Megapixel. Beide überzeugen trotz numerisch akzeptabler Auflösung nicht. Aufnahmen der rückwärtigen Kamera wirken selbst bei idealen Licht- und Sichtbedingungen matschig, grieselig und unscharf (Abbildung 5). Auch der HDR-Modus liefert weder bessere noch deutlich schönere Fotos.

Abbildung 5: Die 8-Megapixel-Kamera des Aquaris (links) überzeugt im Vergleich zu der des iPhone 6 (rechts) nicht.

Fazit

Das Aquaris E4.5 hinterlässt einen gemischten Eindruck. Zwar wissen Telefon und Software optisch zu gefallen, die eher unterdurchschnittliche Hardware-Ausstattung ließe sich beim Preis von etwa 170 Euro auch noch in Kauf nehmen. Unangenehm wird es aber beim spärlichen Funktionsumfang und den vielen vermissten Anwendungen. Die Gestenbedienung und die Scopes hingegen machen sich gut. Dass das Aquaris die Authentifizierung von Sudo an die Sperrfunktion des Smartphones koppelt, erscheint uns schlicht inakzeptabel: Verzichtet der Nutzer hier auf einen Passwortschutz, erhält ein potenzieller Angreifer damit automatisch Vollzugriff auf das System. 

Infos

[1] bq: http://www.bq.com

[2] bq Aquaris E4.5 Ubuntu Edition: http://www.bq.com/de/ubuntu.html

[3] Ubuntu Phone: http://www.ubuntu.com/phone

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