Erste Schritte

Zur Datenwiederherstellung starten Sie das Live-Image Ihrer Wahl und aktualisieren zunächst einmal Testdisk auf die neueste Version 7.1, die zusätzliche Dateitypen erkennt sowie eine GUI für Photorec mitbringt. Dann starten Sie Testdisk mit Root-Rechten; die Navigation innerhalb der Programmmenüs erfolgt mithilfe der Pfeiltasten. Im ersten Menü gestatten Sie Testdisk das Anlegen einer Logdatei (Abbildung 1).

Abbildung 1: Zum Einstieg macht das Anlegen einer Logdatei immer Sinn.

Nach der Bestätigung mit [Eingabe] listet Testdisk die gefundenen Partitionen auf – die Informationen dazu bezieht es aus dem BIOS beziehungsweise bei UEFI. Hier wählen Sie die zu reparierende Partition aus und bestätigen die Voreinstellung Proceed wiederum mit der Eingabetaste (Abbildung 2). Daraufhin versucht das Programm den Partitionstyp zu erkennen (Abbildung 3). Der Standardeintrag Intel erweist sich normalerweise als der richtige, wie auch der Text unten in unserem Fall bestätigt.

Abbildung 2: Bei der Auswahl der zu behandelnden Festplatte ist Vorsicht geboten.
Abbildung 3: Intel ist meist die richtige Wahl.

Partitionstabelle retten

Nach einer erneuten Bestätigung bietet Testdisk seine Werkzeuge an. Um defekte Partitionstabellen und gelöschte Daten kümmern sich die beiden oberen Einträge, Analyse und Advanced. Mit den weiteren Optionen ändern Sie die Plattengeometrie, schreiben einen neuen MBR oder löschen die Partitionstabelle.

Im Fall der zerstörten Partitionstabelle beginnen Sie mit einer Analyse (Abbildung 4). Nach dem Bestätigen der Voreinstellung zeigt Testdisk in unserem Fall, sofort das Analyseergebnis. Wie Sie in Abbildung 5 sehen, erkennt es die drei Partitionen der Platte korrekt, allerdings die erste gleich zweimal. Nun wechseln Sie mit Quit zurück ins Hauptmenü und wählen dort Advanced an. Im nächsten Fenster moniert Testdisk, der Bootsektor sei beschädigt. Nun wählen Sie Boot und erhalten als eine der Optionen Rebuild BS, also das Wiederherstellen des Bootsektors. Nach der Bestätigung braucht Testdisk dazu einen Moment. Sobald es den neuen Bootsektor erstellt hat, müssen Sie noch mit Write bestätigen, dass es ihn auch wirklich auf die Platte schreiben soll (Abbildung 6).

Abbildung 4: Im ersten Schritt steht eine Analyse der zu behandelnden Platte an.
Abbildung 5: Testdisk hat hier einen ungültigen Bootsektor entdeckt.
Abbildung 6: Testdisk kann den neu erstellten Bootsektor nun auf die Platte schreiben.

Danach erscheinen alle drei Partitionen wieder korrekt, sogar mit ihrem ursprünglichen Namen (Abbildung 7) – es waren ja keine Daten gelöscht, sondern die Partition lediglich unsichtbar für das Dateisystem. Sie können nun mit Quit ins Testdisk-Hauptmenü zurückkehren, das Programm beenden und die Platte nach einem Neustart wieder benutzen. Bei offenen Fragen hilft unter Umständen das Log weiter, das als testdisk.log im Home-Verzeichnis liegt.

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