Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Flinker PDF-Viewer Mupdf 1.7a, Angriffswarner Psad 2.4.1, Tastenkombi-Screencaster Screenkey 0.7, Known-hosts-Hausmeister Unssh 1.6.

Ansichtssache

Der schlanken und ressourcenschonenden PDF-Betrachter Mudpf 1.7a bietet über Zusatztools auch eine rudimentäre PDF-Bearbeitungslösung.

Mudpf bietet Linux-Anwendern eine schlanke und schnelle Alternative zum nicht mehr gepflegten Acrobat Reader. Im Gegensatz zu anderen freien PDF-Betrachtern besticht Mudpf durch seinen geringen Ressourcenbedarf. Das in C implementierte Tool gibt es auch für Windows und Android. Beim Programmaufruf übergeben Sie Mudpf das anzuzeigende Dokument als Parameter. Über weitere Parameter regeln Sie bei Bedarf die gewünschte Anzeigeauflösung, das Antialiasing, die Fenstergröße und die gewünschte Schriftart. Weitere Einstellungen bietet das Tool nicht. Möchten Sie Mudpf immer mit denselben Einstellungen starten, müssen Sie dazu ein Shellskript schreiben, da das Programm keine Konfigurationsdatei verwendet. In der schlichten Oberfläche von Mupdf finden Sie weder Symbolleisten noch Kontextmenüs: Alle wichtigen Funktionen wie Zoomen, Rotieren, Suchen oder Vollbildansicht erreichen Sie über Tastenkürzel. Eine Übersicht dazu bietet die Manpage von Mupdf. Neben dem Betrachter Mudpf enthält das Quellarchiv auch die Konsolenprogramme Mudraw und Mutool, mit denen sich PDF-Dateien auch bearbeiten lassen. Mudraw konvertiert PDF-Dateien sowie weitere unterstützte Formate wie EPUB oder XPS in Pixel- oder Vektorgrafiken. Dabei unterstützt es Formate wie PBM, PGM, PNG, TGA, SVG oder wieder PDF. Auch hier passen Sie über Parameter Einstellungen wie Rendering, Größe oder Gamma-Korrektur an. Über eine kommaseparierte Liste geben Sie an, welche Seiten eines Dokuments Mudraw konvertieren soll. Mithilfe von Mutool räumen Sie die Syntaxstruktur in einem Dokument auf. Das Werkzeug erzeugt auf Wunsch für das Web optimierte Dokumente, entfernt überflüssige Objekte, splittet große PDFs auf und erlaubt einen Einblick in den inneren Aufbau einer PDF-Datei.

Mudpf 1.7a

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://mupdf.com/

Torwächter

Psad 2.4.1 unterstützt Sie mit Analysefunktionen und einer aktiven Schadensabwehr beim Absichern Ihrer Systeme.

Wer heutzutage seinen Rechner oder Router online stellt, den decken sofort zahllose Bot-Systemen mit Portscans gründlich ein. Meist folgen intensivere Scans und Einbruchversuche. Mit Psad behalten Sie die Angriffsflut im Blick. Erkennt das Tool einen Angriff, alarmiert es Sie via E-Mail und ergreift auf Wunsch erste Abwehrmaßnahmen, indem es die verdächtige IP-Adresse in der Firewall blockiert. Psad läuft dazu als Dienst im Hintergrund und analysiert permanent die Protokolleinträge der Firewall Iptables im System-Log. Zur Angriffserkennung nutzt Psad verschiedene Prüfregeln, die teilweise vom IDS Snort stammen. Über die Konfigurationsdatei /etcpsad/psad.conf passen Sie die Regeln an für Ihre Zwecke an. So legen Sie unter anderem die Schwellwerte fest, bei deren Überschreiten Psad ein System als Bedrohung ansieht. Dabei kann Psad zwischen der Anzahl der Scan-Versuche auf einzelne Ports und dem Scannen über einen Port-Bereich unterscheiden. Über die Anzahl von Scan-Versuchen, die eine externe Adresse vornimmt, ordnet Psad diese in eine von fünf Gefährdungsstufen ein. Bereits fünf Scan-Versuche genügen für die erste Stufe; die fünfte setzt mindestens 10 000 Scans in sehr kurzer Zeit voraus. Wie lange Psad eine externe Adresse blockiert, richtet sich nach dieser Einstufung. Standardmäßig blockiert es Angreifer für 60 Minuten und entfernt danach die jeweilige Firewall-Regel wieder. Stufe-5-Angreifer bleiben jedoch permanent ausgesperrt, bis Sie die entsprechende Firewall-Regel händisch wieder entfernen. Psad unterstützt Sie auch bei der reinen Analyse der Log-Dateien. Dabei fasst es übersichtlich zusammen, welche Ports wie oft von wo aus mit welchen Paket-Signaturen gescannt wurden – ideal zum Einschätzen von Bedrohungslagen.

Psad 2.4.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.cipherdyne.org/psad/

Schausteller

Mithilfe von Screenkey 0.6.2 visualisieren Sie bei Vorträgen, Präsentationen oder Screencasts die gedrückten Tastenkombinationen.

Falls Sie sich gelegentlich Anleitungen bei Youtube ansehen, haben Sie sich sicherlich schon gefragt, wie einige Anbieter es schaffen, die Tastatureingaben in einem Laufbalken im Bild einzublenden. Für Linux heißt die Lösung Screenkey. Das Python-Programm lässt sich schnell installieren und weist nur wenige Abhängigkeiten auf. Nach dem Start integriert es sich dezent in den System-Tray. Über das Screenkey-Symbol gelangen Sie in die Konfiguration und können das Tool bei Bedarf im laufenden Betrieb deaktivieren. Geben Sie einen Text ein, erscheint dieser als weiße Schrift im unteren Bildschirmbereich in einem schwarzen Ausgabebalken, der sich bei Bedarf auch oben oder mittig platzieren lässt. Nach etwa drei Sekunden blendet Screenkey den Balken wieder aus, sofern Sie ihn nicht als permanent sichtbar konfiguriert haben. Art und Größe der Schrift dürfen Sie beliebig anpassen. Über die Screen-Einstellung lässt sich die Ausgabe auf einen bestimmten Bildschirm begrenzen, sodass Screenkey etwa nur auf dem Beamer zu sehen ist. Über den Modifier-Mode legen Sie fest, wie das Tool Tastenkombinationen mit [Alt] und [Strg] darstellt, wobei auch ein Emacs- und ein Mac-Darstellungsmodus zur Auswahl stehen. Um nur die Tastenkombination selbst in Screenkey anzuzeigen, aktivieren Sie die Einstellung Modifiers Only.

Screenkey 0.6.2

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.thregr.org/~wavexx/software/screenkey/

Hausmeister

Der praktische Helfer Unssh 1.6 unterstützt Sie bei der Pflege der Datei known_hosts.

Wird ein Remote-System neu installiert oder ändert sich dessen IP-Adresse, passen beim Zugriff via SSH die Einträge in der eigenen known_hosts-Datei nicht mehr zum übermittelten Host-Schlüssel. Entweder greifen Sie dann manuell ein oder lassen komfortabel das Tool Unssh die Arbeit erledigen: Das Shellskript befreit mithilfe bewährter SSH-Tools wie Ssh-keygen die Datei known_hosts von Karteileichen. Sie rufen es mit den gewohnten Verbindungsparametern auf, setzen also einfach nur ein un vor den jetzt fehlerhaften SSH-Aufruf. Unssh ignoriert alle nicht relevanten Parameter, verarbeitet nur die Zieladresse und sucht mit dem Hostnamen nach dem passenden Eintrag in der Datei known-hosts. Dazu ruft es das SSH-Tool Ssh-keygen mit dem Hostnamen und dem Parameter -R auf. Bevor es einen Eintrag aus known_hosts entfernt, legt Unssh eine Sicherheitskopie der Originaldatei mit der Dateierweiterung .old an. Bei der Installation erzeugt es zudem einen Link für Unscp, sodass es auch nach einem fehlgeschlagenen SCP-Versuch die known_hosts-Datei schnell anpassen kann. Bequeme Anwender definieren oft in /etc/hosts einfache Hostnamen für Remote-Maschinen, um nicht den gesamten FQDN tippen zu müssen. Bei solchen Remote-Systemen scheitert Unssh, da es den Hostnamen dann um die eigene Domain erweitert.

Unssh 1.6

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://unssh.sourceforge.net/

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