KDE Plasma 5.3.2

Die gut gefüllte To-do-Liste im KDE-Community-Wiki in Bezug auf die Unterstützung hoher Auflösungen deutet auf viel Arbeit für die Entwickler hin [1]. Bei zahlreichen KDE-Komponenten steht noch ein rot hinterlegtes TODO, nur wenige Einträge gelten als IN PROGRESS, und noch weniger Arbeitspunkte stehen bereits mit einem DONE in der Liste. Nichts desto trotz lässt sich KDE mit einem HiDPI-Monitor etwas besser nutzen als Gnome, da sich – typisch für KDE – so gut wie jedes Detail der Desktop-Umgebung anpassen lässt.

Damit das System Schriften in einer angenehmen Stärke anzeigt, aktivieren Sie unter Systemeinstellungen | Schriftart den Punkt DPI für Schriften erzwingen und tragen den DPI- beziehungsweise PPI-Wert des genutzten Monitors ein (Abbildung 11). Im Zweifel rechnen Sie unter Angabe von Auflösung und Bildschirmdiagonale mit dem webbasierten DPI/PPI-Calculator [2] den korrekten Wert aus. Anschließend vergrößern Sie unter Systemeinstellungen | Symbole | Erweitert die Größe der von KDE genutzten Icons. Dadurch passt sich zum Beispiel auch die Höhe der Fensterleisten automatisch an.

Abbildung 11: In den Einstellungen von KDE geben Sie über DPI für Schriften erzwingen eine Schriftgröße vor und skalieren so fast den gesamten Desktop.

Abschließend korrigieren Sie je nach Bedarf nach einem Rechtsklick auf die Kontrollleiste am unteren Bildschirmrand über den Kontextmenüpunkt Kontrollleiste-Optionen | Einstellungen für Kontrollleiste die Höhe der KDE-Leiste. Die Schriften der Schaltflächen in der Liste und Größen der Icons passen sich entsprechend an. Die Icon-Größe im Dateimanager Dolphin regulieren Sie über den Schieber am unteren Fensterrand. In der Summe ergibt sich so im Vergleich zu den Standardeinstellungen (Abbildung 12) ein recht homogener KDE-Desktop (Abbildung 13); nur vereinzelt müssen Sie noch von Hand eingreifen. In Kate etwa gilt es, unter Einstellungen | Kate einrichten ... | Schriften & Farben | Schriftart die Schriftgröße im Editorbereich zu korrigieren, und auch Konqueror skaliert zwar die Schriften, passt aber die Textbereiche nicht mit an, sodass Webseiten arg außer Form geraten.

Abbildung 12: KDE auf einem 4K-Display mit Standardeinstellungen. Wie üblich bietet sich viel Platz, allerdings erscheinen Schriften und Fensterelemente extrem klein.
Abbildung 13: Dank der Flexibilität von KDE lässt sich der KDE-Desktop leicht anpassen. Nur Konqueror leidet unter den extrem vergrößerten Schriften.

XFCE 4.12

Auch XFCE zeichnet seinen Desktop auf einem 4K-Display ohne entsprechende Anpassungen zu klein, um damit augenschonend arbeiten zu können. Die Darstellung der Schriften bekommen Sie über Einstellungen | Erscheinungsbild | Schriften recht schnell in den Griff. Wie bei KDE müssen Sie dazu lediglich unter Eigener DPI-Wert den DPI-Wert des verwendeten Monitors eintragen. Zusätzlich vergrößern Sie unter Einstellungen | Leiste | Anzeige die Zeilengröße (in Pixeln) der beiden in der Standardeinstellungen eingeblendeten Panels am oberen und unteren Bildschirmrand. Die Icons auf dem Schreibtisch bekommen Sie unter Einstellungen | Schreibtisch | Symbole | Symbolgröße nach Wunsch skaliert.

Im Dateimanager Thunar richten Sie die Symbolgröße für die Lesezeichenliste und die Baumansicht unter Bearbeiten | Einstellungen | Seitenleiste ein. Die Größe der Icons in der Ordneransicht korrigieren Sie mit einem Rechtsklick in den Ordner und Vergrößern aus dem Kontextmenü. Alternativ halten Sie die Steuerungstaste gedrückt und drehen das Mausrad nach oben – so ersparen Sie sich den Umweg über das Menü. Der Vergleich des Bilds ohne Anpassungen (Abbildung 14) mit dem bei hohen DPI-Einstellungen (Abbildung 15) zeigt wieder einen ordentlich proportionierten Desktop. Allerdings bewirken die hohen DPI-Werte bei Browsern wie Epiphany oder Midori, ähnlich wie bei KDE, dass die Schriftgrößen für die angedachten DIV-Container zu groß erscheinen und der Browser somit Texte im Aufbau der Webseiten nicht mehr korrekt darstellt.

Abbildung 14: Wie üblich erscheinen auch bei XFCE sämtliche Bedienelemente des Desktops ohne Anpassungen auf einem 4K-Display sehr klein.
Abbildung 15: Höhere DPI-Einstellungen bewirken auch bei XFCE größere Schriften, was sich aber auch hier wieder negativ auf die Darstellung im Browser auswirkt.

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