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Doch Tails achtet nicht nur beim Surfen im Internet auf Ihre Sicherheit. Ein Problem, das häufig kaum Beachtung findet, stellen in Dateien eingebettete Metadaten dar. Nahezu alle modernen Dateiformate speichern vielfältige Zusatzdaten, aus denen vielerlei Informationen hervorgehen. Bei Bildern sind das etwa Zeit und Datum der Aufnahme, Informationen zum Kameratyp und den Aufnahmeparametern wie Blende, Brennweite oder Belichtungszeit. Falls die genutzte Kamera über ein GPS-Modul verfügt, finden sich auch Ortsangaben in den Metadaten – bei mit Smartphones erstellten Aufnahmen keine Seltenheit (Abbildung 3).

Abbildung 3: Viele Dateien enthalten unsichtbare Metadaten mit zusätzlichen Informationen. In diesem mit einem Smartphone geschossenen Bild ist der Ort zu erkennen, an dem es aufgenommen wurde.

Mit dem Metadata Anonymisation Toolkit (kurz MAT [7]) entfernen Sie solche Metadaten aus verschiedensten Dateiformaten, ohne dass sich dabei der eigentliche Dateiinhalt ändert oder gar verloren geht. Auch Wasserzeichen oder steganografisch in Dateien eingebettete Inhalte verändert MAT nicht. Sie finden die Applikation in Tails im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge.

Laufwerkskonfiguration

Um Tails möglichst bequem auf unterschiedlichen Rechnern nutzen zu können, empfiehlt es sich, auf dem USB-Stick mit dem Betriebssystem einen gesonderten, persistenten Speicherbereich einzurichten. Diese Partition verschlüsselt Tails, sodass sich die Daten nur nach einer entsprechenden Authentifizierung auslesen lassen. Zum Anlegen des persistenten Speicherbereichs wählen Sie im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge den Eintrag Configure persistent volume an. Dieser ruft einen Assistenten auf, der Ihnen bei der Einrichtung des verschlüsselten Bereichs hilft (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ein Assistent hilft Ihnen beim Anlegen eines persistenten Speichers auf dem Speicherstick, der bei einem Neustart des Tails-Live-Linux-Systems erhalten bleibt.

Die Routine erkennt auch bei mehreren mit dem Computer verbundenen USB-Medien automatisch den bootfähigen Speicherstick, von dem aus Tails gestartet wurde, und erwartet für den darauf einzurichtenden beständigen Speicherbereich zunächst die Definition eines Passworts. Dann legen Sie fest, welche Daten Tails im persistenten Bereich ablegen soll. Dazu bietet das Programm eine umfangreiche Auswahlliste, in der Sie die dauerhaft abzuspeichernden Dateien durch Anklicken der entsprechenden Optionen bestimmen. Nach einem Klick auf den Schalter Speichern unten rechts im Fenster legt die Anwendung den Speicherbereich an.

Beachten Sie dabei, dass dieser Assistent nur dann funktioniert, wenn Sie das Zielmedium mit dem Tails-Installer angelegt haben. Nutzen Sie Tails von einem USB-Stick aus, den Sie mithilfe eines anderen Tools installiert haben, quittiert der Assistent aufgrund von Inkompatibilitäten der Dateisysteme seinen Dienst. In diesem Fall müssten Sie das laufende Betriebssystem mit dem Tails-Installer zuerst auf einen anderen USB-Stick klonen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Als Voraussetzung für das Anlegen eines persistenten Laufwerks müssen Sie den USB-Stick mit dem Tails-System mit dem Tails-Installer erzeugt haben.

Um später auf den verschlüsselten Speicherbereich zugreifen zu können, bietet Tails beim nächsten Start im Anmeldebildschirm zusätzlich die Möglichkeit an, das beständige Laufwerk einzubinden. Dazu müssen Sie das zuvor vergebene Passwort eingeben. Anschließend steht im Dateimanager der nicht flüchtige Speicher unter der Bezeichnung Persistent zur Verfügung. Möchten Sie den beständigen Speicherbereich später einmal wieder löschen, dann rufen Sie unter Anwendungen | Systemwerkzeuge den Punkt Delete persistent volume auf.

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