Formatvielfalt

Wie alle anderen E-Book-Reader in unserem Test müssen Sie den Pyrus 2 nicht zwangsweise registrieren. Außerdem weist er keinen vorinstallierten Buchshop auf. Damit bleiben Sie von diversen Restriktionen verschont, die damit einhergehen. Der Pyrus 2 beherrscht den Umgang mit einer großen Anzahl von Dateiformaten: So können Sie mit dem Reader Texte in den Formaten EPUB, PDF, TXT, FB2, RTF, PDB und HTML sowie die Bildformate JPEG, BMP, PNG und GIF laden und betrachten. Aufgrund der Kompatibilität zu Adobe Digital Editions lassen sich auch kopiergeschützte Bücher aus unterschiedlichen Buchshops betrachten sowie Werke, die aus der Online-Leihe öffentlicher Bibliotheken stammen.

Anders als der PocketBook Touch Lux 3 besitzt der TrekStor Pyrus 2 kein WLAN-Modul. Daher können Sie mit ihm nicht im Internet surfen und keine Synchronisierungs- und Cloud-Dienste via WLAN nutzen. E-Books müssen Sie per USB-Kabel vom Host-Computer an den Reader übertragen, wobei eine Synchronisation mit lokal auf dem Computer abgespeicherten Inhalten unter Linux sowohl mit Calibre als auch mithilfe des Wine-Emulators mit Adobe Digital Editions oder der von TrekStor mitgelieferten Windows-Anwendung eReader Suite erfolgt.

TrekStor gibt dem Pyrus 2 eine einfach gehaltene Software ohne überflüssigen Ballast mit auf den Weg: Der TrekStor-Reader bietet keine Spiele oder Tools wie einen Taschenrechner. Die eigentliche Reader-Software bietet Verbesserungspotenzial: So finden Sie keine Auswahl an Schriftarten auf dem Gerät vor, und auch das Anlegen mehrerer Bücherregale zum Sortieren des Bücherbestands fehlt beim Pyrus 2.

Dafür entschädigt der Reader mit einer recht flinken Arbeitsweise. Das Umblättern der Seiten geschieht fixer als bei den Mitbewerbern, und auch die Anzeige von PDF-Dateien mit vielen Grafiken bewältigt der Pyrus 2 schneller als mancher Konkurrent. Im direkten Vergleich mit dem PocketBook Touch Lux 3 fiel uns zudem bei eingeschalteter LED-Beleuchtung und etwa gleich eingestellter Helligkeit auf, dass der Pyrus 2 ein subjektiv kontrastreicheres Bild zeigt als das modernere und höher auflösende Carta-Display des Touch Lux 3 (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Pyrus 2 bietet ein sehr einfach gehaltenes Einstellungsmenü.

Calibre erkennt den Pyrus 2 ebenso wie seinen Vorgänger als TrekStor, der Reader und die freie Software kooperieren ohne Probleme. Im Vergleich zu den anderen Geräten fällt auf, dass der Pyrus 2 ohne Rückfrage auf dem Display als Massenspeicher arbeitet, sobald Sie das Gerät an den Rechner anstecken. Dadurch entfällt am Reader die lästige Bestätigungsabfrage für die Verbindungsaufnahme. Hängen Sie den Pyrus 2 während der Sitzung per Unmount vom System ab, dann schaltet er automatisch in den Lademodus um.

ImCoSys ImcoB6TW

Als absoluter Preisbrecher erreicht uns der 6-Zoll-Reader ImcoB6TW des schweizer Herstellers ImCoSys [7], der im Handel vereinzelt schon ab 45 Euro zu haben ist. Überraschenderweise bedingt der Kampfpreis keine Abstriche bei der Verarbeitungsqualität des Geräts oder der Technik: Auch der ImCoSys-Reader bietet ein E-Ink-Display mit 600 x 800 Punkten Auflösung und 16 Graustufen, 4 GByte Flash-Speicher nehmen mehrere Tausend Bücher im EPUB-Format auf, und selbst den MicroSD-Kartenslot hat der Hersteller nicht eingespart. Der ImcoB6TW lässt sich wie die Mitbewerber mit Speicherkarten bis 32 GByte Kapazität bestücken.

Das ordentlich verarbeitete Kunststoffgehäuse liegt angenehm in der Hand. Ungewöhnlich wirkt lediglich die Anordnung einiger Bedienelemente: Der Ein/Ausschalter und der Micro-USB-Anschluss befinden sich an der Oberseite des Geräts. Zusätzlich gibt es hier auch noch eine Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers. Der Einschub für die MicroSD-Karte versteckt sich unter einer Gummiklappe oben links an der Rückseite des Readers.

Sie bedienen den ImcoB6TW sowohl über Tasten als auch über den integrierten Touch-Bildschirm. Das Gerät verfügt über vier Einzeltasten unterhalb des Displays und zwei Tastenwippen rechts und links des Bildschirms, die zum Vor- und Zurückblättern dienen. Ein Tastenkreuz mittig unter dem Bildschirm gestattet das Navigieren in den Menüs. Hier fällt die Ähnlichkeit zur Tastenanordnung des älteren TrekStor-Pyrus-Readers auf; selbst die Tastenbelegung stimmt mit der des Pyrus-Lesegeräts weitestgehend überein.

Die optisch ansprechend gestaltete Menüführung wirkt durchdacht. Aus dem Hauptmenü, das nach dem Einschalten erscheint, erreichen Sie direkt die einzelnen Optionen. Wie der PocketBook Touch Lux 3 bietet auch das ImCoSys-Gerät mehrere Schriftarten und Schriftgrößen. Zusätzlich beinhaltet die Software des Readers einen Webbrowser und mehrere Wörterbücher in unterschiedlichen Sprachen. Newsreader, Taschenrechner oder andere Gimmicks wie Spiele fehlen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Menü des ImCoSys ImcoB6TW.

Die Netzanbindung per WLAN realisierten die Entwickler beim ImcoB6TW besonders ausgeklügelt: Da die WLAN-Hardware bei E-Book-Readern generell als einer der größten Energiefresser gilt und daher die Akkulaufzeit deutlich verkürzt, aktiviert der ImcoB6TW den drahtlosen Netzwerkzugang beim Hochfahren nicht automatisch. Erst beim Öffnen des Webbrowsers schaltet der Reader den WLAN-Zugang scharf und fragt nach, mit welchem WLAN sich das Gerät verbinden soll. Beim Schließen des Browsers möchte das System dann von Ihnen wissen, ob das WLAN weiterhin eingeschaltet bleiben soll. Der als offenes Gerät beworbene ImCoSys-Reader verfügt nicht über einen eingebauten Buchshop. E-Books laden Sie entweder mithilfe des integrierten Webbrowsers oder über einen per USB-Kabel angeschlossenen PC mit Calibre oder Adobe Digital Editions auf das Gerät.

Über die Menütaste unten links neben dem Tastenkreuz am Reader öffnen Sie beim Lesen ein kontextsensitives Menü, das sämtliche wichtigen Optionen auf einen Blick zugänglich macht. Hier erscheint auch ein Eintrag Musik-Player, über den Sie Hörbücher oder Musikdateien abspielen. Auch hier realisierten die Entwickler wieder pfiffige Ideen: Starten Sie den Musikplayer, so prüft der zunächst, ob überhaupt ein Kopfhörer an den Reader angeschlossen ist – falls nicht, startet der Audio-Player gar nicht erst.

Die Steuerung des Musikplayers erfolgt über das Tastenkreuz unterhalb des Bildschirms, wobei die Applikation sowohl patentbehaftete MP3-Dateien als auch solche im freien OGG-Format abspielt. Einen guten Kopfhörer vorausgesetzt, liefert die Abspielsoftware einen durchaus ausgewogenen Klang. Musikdateien, die Sie vom Computer auf den Reader überspielen, legen Sie dabei im Verzeichnis Music auf dem Gerät ab.

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