Konfigurationsdialog

Nach dem Import des Trägermediums aktiviert das Tool in der oberen Schalterleiste den vierten Knopf von links. Er fungiert als Konfigurationsdialog für den einzubettenden Text und heißt daher auch Configuration.

Der zugehörige Dialog besteht aus zwei am oberen Rand angeordneten horizontalen Reitern, von denen der linke namens Common Options aktiv ist. Im großen Eingabefeld geben Sie einen beschreibenden Zusatztext ein, der maximal 256 Zeichen umfassen darf. Diese Beschreibung zeigt die Applikation beim Entpacken der Nachrichtendatei nicht gesondert an. Die Software übernimmt den Zusatztext in das Steganogramm, wenn Sie über dem Eingabefeld ein Häkchen vor der Option Embed a text message: setzen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Konfigurationsdialog legen Sie unter anderem die Art der Verschlüsselung und ein zugehöriges Passwort fest.

Im darunter befindlichen Bereich Crypto Options stellen Sie den Verschlüsselungsmodus ein. Steg verschlüsselt grundsätzlich sämtliche einzubettenden Daten und bietet dafür unterschiedliche Methoden an. Die für Sie passende Methodik bestimmten Sie im Auswahlfeld Crypto Mode:. Die Option Auto verschlüsselt die Nachrichtendatei sowie den eingegebenen Zusatztext automatisch, ohne Angabe eines Passworts oder eines Schlüsselpaars.

Bei Auswahl der Option Symmetric PassPhrase dagegen benötigen Sie zum Ver- und Entschlüsseln des Steganogramms ein Passwort, das Sie im darunter befindlichen Eingabefeld PassPhrase: eintragen. Das Feld erscheint zunächst mit rotem Hintergrund. Nach Eingabe eines adäquaten Passwortes wechselt die Hintergrundfarbe zu Grün. Das soll das Verwenden zu schwacher Passwörter verhindern, denn erst nach dem Farbwechsel akzeptiert Steg das Passwort.

Für die Option Asymmetric Unsigned, die Ver- und Entschlüsselung trennt, benötigen Sie zum Einbetten von Daten den öffentlichen Schlüssel des Empfängers, während Sie beim Empfang von Daten Ihren privaten Schlüssel brauchen.

Die sicherste Form der Verschlüsselung bietet die Option Asymmetric Signed, bei der Sie zum Einbetten von Daten den öffentlichen Schlüssel des Empfängers und zusätzlich Ihren privaten Schlüssel verwenden. Beim Empfang eines Steganogramms gelingt dagegen das Entschlüsseln der eingebetteten Nachricht mit Ihrem privaten Schlüssel.

Um die Daten nach der erfolgreichen Rekonstruktion der eingebetteten Daten zu verifizieren, erwartet die Software die Angabe des öffentlichen Schlüssels des Senders. Fehlt er, so informiert Steg über die fehlende Verifikation der Absenderidentität. Zum Generieren der Schlüssel liefert die Software ein entsprechendes Werkzeug mit, das Sie im Menü unter Tools | RSA key-pair generator... erreichen.

Im Reiter Special Options des Konfigurationsfensters finden Sie einige Optionen für das Einbetten der Daten. Je nach verwendetem Format der Trägerdatei erscheinen hier unterschiedliche Konfigurationsmöglichkeiten.

Verwenden Sie ein komprimiertes JPEG, stellen Sie hier zunächst unter Smart distribution ein, ob Steg die Nachrichtendatei möglichst über den gesamten Träger verstreut einbetten soll – das erschwert statistischen Verfahren die Lokalisierung steganografischer Modifikationen. Dazu geht die Routine beim Einbetten der Daten höchst konservativ vor, sodass sich dabei weniger Daten verstecken lassen.

Für unkomprimierte Bildformate legen Sie stattdessen nach einzelnen Farbanteilen getrennt fest, in welcher Intensität Steg die einzelnen Bildpunkte modifizieren soll. Dabei arbeitet die Software stets mit dem niederwertigsten Bit. Je höher Sie die Werte in diesem Dialog einstellen, desto größer kann die einzubettende Nachricht ausfallen. Um auffällige und damit statistisch auswertbare Veränderungen der Containerdatei zu vermeiden, empfiehlt es sich aber, möglichst kleine Werte zu wählen.

Ein Klick auf Ok unten links im Dialogfenster übernimmt die Einstellungen ins rechte Bild. Fallen Ihnen dabei sichtbare Veränderungen zum links angezeigten Original auf, modifizieren Sie die Einstellungen. Direkt unterhalb der beiden Abbildungsfenster befindet sich eine kleine Schalterleiste, mit der Sie im jeweiligen Bild zoomen.

Der sechste Schalter von links im Hauptfenster namens Hide Noise füllt nach einem Klick darauf anhand der aktuellen Konfiguration alle Bildpunkte mit Zufallsdaten, sodass Sie auf einen Blick sehen, wie die modifizierte Abbildung unter Ausnutzen des kompletten Einbettungspotenzials aussieht.

Das erlaubt es Ihnen, vor dem Einbetten echter Texte die momentanen Einstellungen zu überprüfen. Entsprechen die Ergebnisse nicht Ihren Erwartungen, etwa weil die Bildmodifikationen auffallen (Abbildung 4), machen Sie den letzten Arbeitsschritt rückgängig, indem Sie in der Menüzeile am oberen Rand des Programmfensters die Option Revert aus dem Menü Edit anklicken.

Abbildung 4: Enthält die Trägerdatei zu viele versteckte Daten, fällt das durch Farbverfälschungen unangenehm auf.

Datenaufnahme

Nach dem Anpassen aller Optionen betten Sie im nächsten Schritt die Nachricht in die Trägerdatei ein. Dafür klicken Sie entweder in der Schalterleiste auf den siebten Knopf von links oder wählen aus dem Menü Hide die Option Hide Data... an. Im anschließenden Dialog legen Sie im Dateimanager den einzubettenden Inhalt fest. Steg führt die beiden Dateien daraufhin sofort zusammen und zeigt bei Fertigstellung eine entsprechende Meldung an.

Die Software akzeptiert als einzubettende Datei auch Archive. Das vorherige Komprimieren spart nicht nur Speicherplatz, sondern gestattet zudem das Verbergen mehrerer Quelldateien in einem einzigen Träger. Überschreitet die Größe der Datendatei das maximale Speichervolumen des Trägers, so gibt Steg einen entsprechenden Hinweis aus. Dann empfiehlt es sich, die Daten zu splitten und in mehrere Trägerdateien einzubetten oder aber einen Träger zu verwenden, der ein größeres Speichervolumen bietet.

Abschließend müssen Sie die neu generierte Containerdatei noch speichern. Klicken Sie dazu in der Schalterleiste auf das Diskettensymbol und geben anschließend den Speicherpfad und den Dateinamen im Dateimanager an. Steg unterstützt für die Container die Formate TIFF und PNG (unkomprimiert) sowie JPG (komprimiert).

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