Fazit

Tomb macht den Umgang mit verschlüsselten Containern sehr leicht. Die durchdachte Syntax beschränkt sich im Alltag auf wenige Kommandos und Schalter. Der Ansatz, Linux-Standard-Tools zu verwenden, sorgt für eine bewährte Basis – so muss Tomb das Crypto-Rad nicht noch einmal neu erfinden. Der Teufel steckt allerdings, wie so oft beim Thema Verschlüsselung, im Detail: Die Trägheit des Nutzers durchkreuzt viel zu oft die guten Ansätze. Schlüssel und Container sollten Sie nicht auf demselben System vorhalten, lagern Sie den Schlüssel mindestens auf einen USB-Stick aus. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die Shell-History nichts über den Gebrauch eines verschlüsselten Containers verrät.

In Bezug auf Portabilität gibt es ebenfalls Einschränkungen: Kernel 2.6 oder neuer finden Sie inzwischen auf fast jedem Linux-System. Allerdings benötigen Sie für die meisten Tomb-Aktionen, wie zum Beispiel schon zum Öffnen eines Tombs, administrative Rechte auf dem Rechner. So können Anwender, die zwar mit Linux arbeiten, nicht aber selbstständig das System verwalten, das Tool nicht verwenden. Nutzer mit Mac OS X oder Windows bleiben komplett außen vor. Die Entwickler deuten auf der Projektseite jedoch vorsichtig an, zumindest schon einmal Pläne für eine Windows-Version in der Tasche zu haben.

Abbildung 3: Zulucrypt kann nicht nur mit Dm-crypt und LUKS umgehen, sondern auch mit per Truecrypt und Veracrypt verschlüsselten Containern und Partitionen.

Manchen Anwendern dürfte eine grafische Oberfläche zum Einhängen und Verwalten von Tombs fehlen. Aktuell gibt es eine Reihe von entsprechenden Ansätzen, wie etwa ein kleines GTK-Programm für den System-Tray oder eine mit Python entwickelte GUI. Im Test konnten diese jedoch nicht überzeugen. Den besten Eindruck macht aktuell Zulucrypt [9], das zumindest den Angaben der Entwickler nach das Öffnen und Schließen von Tombs unterstützt (Abbildung 3). Neben Dm-crypt und LUKS beherrscht das Programm den Umgang mit per Truecrypt und Veracrypt verschlüsselten Containern und Partitionen. Mit ein wenig Mühe ließe sich Tomb allerdings auch in eigene Skripte integrieren und somit die Bedienung noch einfacher gestalten, ohne dass es grafische Programme bräuchte. 

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