Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Mailclient Claws Mail 3.12, Archiver Peazip 5.7.1, TLS-Proxy Stunnel 5.22, Downloader Uget 2.0

Postbote

Der leistungsfähige Mail-Client Claws Mail 3.12 bietet bei minimalem Ressourcenbedarf einen großen Funktionsumfang und kommt mit mehreren Konten zurecht.

Vor über zehn Jahren als Ableger des Mailers Sylpheed gestartet, hat sich Claws Mail zu einem leistungsfähigen und ressourcenschonenden Mail-Client entwickelt, der alle gängigen Protokolle wie SMTP, POP3 und IMAP4 beherrscht. Dank integrierter SSL-Unterstützung beherrscht er auch die heute von vielen Providern unterstützte, verschlüsselte Kommunikation zwischen Client und Server. Daneben unterstützt Claws Mail auch das Verschlüsseln mittels GPG. Dabei entscheidet es anhand der Empfängeradresse, mit welchem Key es die Mail sichert. Findet es selbst keinen passenden Schlüssel, entscheiden Sie über einen Auswahldialog, welchen es nutzen soll. Alternativ können Sie die Mails auch lediglich mit GPG signieren und so die Echtheit garantieren.Im Gegensatz zu vielen anderen MUAs verwaltet Claws Mail auch mehrere Benutzerkonten. Er holt die Nachrichten aller Accounts in einem Rutsch ab und sortiert sie entsprechend ein. Beim Ablageformat haben Sie die Wahl zwischen MH-Verzeichnis und dem klassischen Mbox. Zum Filtern und Suchen stehen leistungsfähige Funktionen zur Verfügung, die auch regulären Ausdrücke unterstützen. Darüber hinaus bietet Claws Mail einen leistungsfähigen Editor, eine Rechtschreibkontrolle, eine Schnellsuche sowie eine anpassbare Symbolleiste. Über eine Plugin-Schnittstelle lassen sich Erweiterungen einbinden. Einige davon finden sich bereits im Quellarchiv, wie ein Bogo-Spamfilter oder ein Anhangentferner, weitere gibt es auf der Projektseite. Die Möglichkeit zum Import von Mutt-, Pine- und LDIF-Adressbüchern erleichtert den Wechsel zu Claws Mail. Als Exportformate stehen dagegen nur HTML und LDIF parat.

Claws Mail 3.12

Lizenz: GPLv3 Quelle: http://www.claws-mail.org/

Packstation

Der Archivierer Peazip 5.7.1 bietet eine intuitive Benutzeroberfläche und unterstützt alle gängigen Kompressionsformate.

Linux kennt eine Vielzahl von Archiv- und Kompressionsformaten, für jedes gibt es ein eigenes Konsolenprogramm. Wer es lieber einheitlich und grafisch mag, greift zu Peazip: Es erinnert an das klassische Winzip und unterstützt alle gängigen Kompressionsformate von LHARC über RAR bis zum beliebten ZIP. Daneben kommt das Tool auch mit Archivformaten wie CAB, DEB und RPM sowie mit ISO- und UDF-Images zurecht. Das Hinzufügen oder Löschen von Inhalten gelingt nur beim Peazip-eigenen Format sowie bei 7Z, GZIP, BZIP2, TAR, XZ und ZIP. Hier greift Peazip im Hintergrund auf die Funktionen des Tools 7z zurück. Alle anderen Formate lassen sich nur entpacken. In der GUI tauschen Sie bei Bedarf die Peazip-Symbolleiste gegen eine Leiste für Dateimanager oder Bildbetrachter aus, Datei- und Bildverarbeitungsfunktionen stehen auch im Kontextmenü der rechten Maustaste zur Verfügung. Um eine komprimierte Datei zu entpacken, markieren Sie diese und klicken auf das Entpacken-Symbol. Zum Erstellen eines neuen Archivs wählen Sie die zu komprimierenden Dateien an und klicken auf Hinzufügen. Im entsprechenden Einstellungsdialog wählt das Tool standardmäßig ZIP mit einer mittleren Kompressionsrate als Verfahren, beides lässt sich über Ausklappmenüs ändern. Auch ein Passwort zum Sichern des Archivs können Sie hier vorgegeben. Im Menü für Fortgeschrittene passen Sie weitere Einstellungen an, wie die Anzahl der Threads oder den Verschlüsselungsalgorithmus. Im Menü Konsole lässt sich bei Bedarf der eigentlich ausgeführte Aufruf einsehen. Peazip findet sich in den Repositories vieler Distributionen, auf der Projekt-Webseite gibt es zudem eine portable, vorkompilierte Linux-Version in GTK2- und Qt-Varianten.

Peazip 5.7.1

Lizenz: LGPLv3 Quelle: http://www.peazip.org/

Schlüsseldienst

Mithilfe des TLS-Wrappers Stunnel 5.22 erweitern Sie ältere Programme oder eigene Skripte um die Möglichkeit zur sicheren Kommunikation.

Noch immer gibt es zahlreiche Programme, die von Haus aus keine oder keine ausreichend starke Verschlüsselung anbieten. Hier springt der TLS-Wrapper Stunnel in die Bresche, den Sie einfach zwischen die verschlüsselte Kommunikation von Client und Server schalten. Er nimmt die verschlüsselten Daten entgegen und reicht sie unverschlüsselt an den Empfänger weiter und umgekehrt. Je nach Konfiguration lässt sich Stunnel also auf der Client- und Server-Seite einsetzen. In der Konfigurationsdatei /etc/stunnel/stunnel.conf geben Sie die zu verwendenden SSL-Schlüssel an und legen fest, auf welchen Ports Stunnel auf eingehende Verbindungen wartet und wohin es die Daten weiterreicht. Im Verzeichnis tools/ des Quellarchivs finden Sie Konfigurationsbeispiele, die sie an ihre Bedürfnisse anpassen. Standardmäßig startet Stunnel im Server-Modus; eine entsprechende Minimalkonfiguration benötigt neben den Settings zu Ports und Schnittstellen auch die Angabe der jeweiligen SSL-Zertifikate (Parameter cert). Auf der Stunnel-Webseite finden Sie eine kurze Anleitung zum Erstellen selbst signierter Zertifikate. Soll Stunnel als Client arbeiten, setzen Sie in der Konfiguration explizit den Parameter client = yes. Die Konfiguration darf Einstellungen für beliebig viele SSL-Weiterleitungen enthalten, die Einstellungen dazu fassen Sie zu Konfigurationsblöcken zusammen. Unter einem Label folgen alle für die jeweilige Verbindung relevanten Parameter, wie Quell- und Zielport, Zertifikat und Timeout-Wert. Parameter für die Gesamtkonfiguration, wie Chroot-Einstellungen, Random-Seed-Verhalten oder Kompressionsalgorithmen, tragen Sie ohne Label-Angabe am Anfang der Konfigurationsdatei ein. Möchten Sie Stunnel als Server-Dienst einsetzen, finden Sie im Quellarchiv ein entsprechendes SysVinit-Skript zur Integration in den Startprozess.

Stunnel 5.22

Lizenz: GPLv2 Quelle: https://www.stunnel.org/index.html

Lagerist

Der Download-Manager Uget 2.0 hilft über Funktionen wie eine Kategorisierung der Downloads und einen Scheduler beim Automatisieren von Datenübertragungen.

Der Download-Manager Uget bietet eine übersichtliche, GTK-basierte Benutzeroberfläche. Nach dem Start integriert er sich über ein grünes G-Symbol in den System-Tray des Desktops und öffnet das Programmfenster. Dort führt Uget alle Verarbeitungsschlangen und die verfügbaren Kategorien auf. Unter einer Kategorie versteht das Tool eine spezifische Konfiguration für die Datenübertragung. Für jede Kategorie stellen Sie Parameter wie Bandbreite, Proxy-Server, Benutzerkennung, Wiederholrate oder Zielverzeichnis gesondert ein. In der Mitte des Programmfensters zeigt Uget den aktuellen Datentransfer in der ausgewählten Arbeitsschlange oder Kategorie, unterhalb davon gibt es Statusdaten der markierten Verbindung aus. Uget unterstützt alle gängigen Übertragungsprotokolle, darunter Bittorrent, FTP und HTTP(S). Um den Start einer neuen Übertragung zu erleichtern, kontrolliert das Programm die Zwischenablage in kurzen Intervallen auf Inhalte mit bestimmten Dateiendungen und reagiert auf gängige Paketformate wie BZ2, GZ, TAR, RPM oder ZIP. Über die Benutzeroberfläche starten Sie den Datentransfer nicht nur, sondern verwalten jede Übertragung individuell. So lassen sich etwa Downloads pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen; auch abgebrochene Verbindungen versucht das Tool wiederzubeleben. Ein integrierter Scheduler ermöglicht das zeitliche Steuern der Übertragungen. Für jeden Wochentag lässt sich individuell einstellen, wann Uget herunterlädt. Über Plugins wie Flashgot integriert sich der Downloader in Firefox. Setzt die Übertragung Multiprotokollfähigkeiten voraus, kann das Tool den eigentlichen Transfer an Aria2 delegieren und agiert dann lediglich als Frontend. Uget versteht auch Kommandozeilenparameter und lässt sich auf diese Weise in eigene Skripte integrieren.

Uget 2.0

Lizenz: GPLv3 Quelle: http://ugetdm.com/

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