Snapshots

Viele Anwender verwenden virtuelle Maschinen auch gerne, um darin gefahrlos neue Programme, Funktionen oder auch Konfigurationen auszuprobieren. Damit sie nicht bei jedem Fehlschlag das System neu aufsetzen müssen, bietet Virtualbox eine sogenannte Snapshot-Funktion an. Anders als in älteren Versionen funktioniert diese jetzt auch im laufenden Betrieb.

Möchten Sie den Zustand des Systems "einfrieren", klicken Sie im Menü des Fensters auf Maschine | Sicherungspunkt erstellen.... Daraufhin erscheint ein Abfragefenster, in dem Sie lediglich den Namen und optional eine Beschreibung eingeben. Virtualbox verwaltet die Sicherungen im Hauptfenster unter Sicherungspunkte. Die hierarchische Anordnung hilft beim Einordnen der Snapshots (Abbildung 7).

Abbildung 7: Die nach wie vor etwas verwirrende Snapshot-Verwaltung bedarf einer gewissen Eingewöhnung.

Konnte die Software in älteren Versionen nur ruhende Systeme sichern und wiederherstellen, starten die VMs jetzt exakt an jenem Punkt, an dem sie eingefroren wurden. Jedoch fällt das Prozedere vergleichsweise umständlich aus: Um einen Snapshot wiederherzustellen, rechtsklicken Sie auf das fragliche Exemplar und wählen aus dem Kontextmenü Sicherungspunkt wiederherstellen. Danach legt Virtualbox einen weiteren Eintrag als zusätzlichen Snapshot an und startet im Anschluss das System.

Möchten Sie häufiger von dieser Funktion Gebrauch machen, sollten Sie berücksichtigen, dass die Snapshots von Virtualbox außerordentlich groß ausfallen – so kommen schnell 10 GByte oder mehr pro Freeze zusammen. Im Laufe unserer Tests wuchs der Platzverbrauch für Windows 7 auf der Festplatte auf stattliche 38 GByte.

Fazit

Im Test hinterließ Virtualbox 5.0 einen durchwachsenen Eindruck. An vielen Stellen drängt sich das Gefühl auf, dass Oracle Linux-Gäste eher stiefmütterlich behandelt, denn Windows als Gast funktionierte in sehr vielen Belangen deutlich besser. Auf der einen Seite stellen die vielen Konfigurationsmöglichkeiten für viele Nutzer sicher einen Vorteil dar, auf der anderen bergen jedoch auch das Risiko der Fehlkonfiguration. Allerdings verpackt die Software das Setup in einer ansprechenden und durchdachten Oberfläche.

Nach wie vor zeigt sich die Drag-&-Drop-Funktion sehr experimentell. Im Testaufbau gelang lediglich der Transfer vom Linux-Host zum Windows-Gast ohne Schwierigkeiten; die gemeinsame Zwischenablage funktionierte dagegen in allen Varianten problemlos. Mit der Verschlüsselung der virtuellen Maschine integriert Oracle eine sehr sinnvolle Funktion, die im Test bestens klappte. Weniger zufriedenstellend fällt die Implementierung des USB-Stacks aus: Wählen Sie hier die falsche Einstellung, ignoriert Windows als Gast den USB-Anschluss schlichtweg.

Alles in allem liefert Oracle aber eine durchaus gelungene Major-Release ab, die um einiges mehr bietet als der Vorgänger, an manchen Ecken aber noch der Verbesserung bedarf. 

Infos

[1] Virtualbox: https://www.virtualbox.org

[2] VMware: http://www.vmware.com

[3] Parallels: http://www.parallels.com/de/

[4] Virtualbox herunterladen: https://www.virtualbox.org/wiki/Downloads/

[5] Peacekeeper: http://peacekeeper.futuremark.com

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