Dateiaustausch

Die gemeinsame Zwischenablage erlaubt es, mit kopieren gespeicherte Textschnipsel oder URLs zwischen Gast und Wirt zu transferieren. Auch das klappte problemlos. Anders verhielt es sich beim Drag & Drop von Dateien zwischen den Systemen. Lediglich vom Wirt zum Gast gelang der Transfer meist problemlos. Wenn es nicht klappte, sorgt die nochmalige Installation der Gasterweiterungen für Abhilfe, was häufig speziell nach Windows-Updates zur Pflicht wurde. Das Kopieren vom Gast zum Wirt funktionierte in der Testumgebung zu keiner Zeit. Hier erschien lediglich jeweils ein kleines Fenster mit der Aufforderung, man möge einen Dateinamen eingeben (Abbildung 5).

Abbildung 5: Drag & Drop funktioniert vom Linux-Wirt zum Windows-Gast zwar reibungslos, in die andere Richtung erschien jedoch nur diese Meldung.

Unter Ubuntu funktionierte in der beschriebenen Konstellation Drag & Drop überhaupt nicht. Allerdings könnte hier auch die Desktop-Umgebung eine Rolle spielen. Bei einem Paralleltest mit Arch Linux als Wirt und Windows 7 als Gast funktionierte der Dateiaustausch in beide Richtungen ohne Probleme. Mit Ubuntu 15.04 als Gast klappte immerhin der Transfer dorthin, zurück zum Host stürzte allerdings der Dateimanager ab.

Möchten Sie Ordner des Wirtssystems im Gast freigeben, wechseln Sie in dessen Einstellungen zu Gemeinsame Ordner und wählen darin das gewünschte Verzeichnis aus. Bereits beim Einrichten bestimmen Sie, ob Virtualbox ihn nur lesbar und automatisch im System einhängen soll. Die Software richtet dann die entsprechende SMB-Freigabe ein, welcher Windows auch direkt einen Laufwerksbuchstaben zuordnet (Abbildung 6).

Abbildung 6: Freigegebene Verzeichnisse bindet Windows ohne weiteres Zutun als Laufwerk in den Datei-Explorer ein.

Das funktionierte im Test auch im laufenden Betrieb ohne Probleme. Hier wechseln Sie im Fenster der virtuellen Maschine zu Geräte | Gemeinsame Ordner und klicken darin auf Gemeinsame Ordner.... Danach verfahren Sie wie beschrieben. Unter Ubuntu war jedoch weder der Netzwerkrechner noch die Freigabe in Nautilus zu sehen. Hier half nur ein Kunstgriff über die Kommandozeile. Die Eingabe des Kommandos:

$ sudo mount -t vboxsf Share Mountpoint

führte letztendlich wenigstens zum Teilerfolg: Ubuntu hängte das Share dann zwar ein, trotz anderslautender Vorgabe allerdings nur zum Lesen.

Tempo, Tempo

Im Performance-Test mussten die Systeme in der virtuellen Maschine unter Beweis stellen, ob sie virtualisiert eher als lahme Ente oder Schnellzug durchgehen. Als Erstes testeten wir die Transferrate eines USB-Sticks. Während das Beschreiben auf dem Wirtssystem im Durchschnitt mit 11 MByte/s vonstatten ging, benötigte Windows als Gast für die gleiche Operation bei etwa 5,5 MByte/s ziemlich genau doppelt so lange. Ein noch schlechteres Bild bot sich beim Auslesen der Dateien: Hier erreichte das Wirt-System im Schnitt 22,5 MByte/s, während es der Windows-Gast mit durchschnittlich 6 MByte/s schon arg gemächlich angehen ließ. Ubuntu wusste in dieser Übung mit durchschnittlich 15,5 MByte/s Lese- und 10 MByte/s Schreibrate mehr zu überzeugen.

Anders sah das Bild im Peacekeeper-Benchmark aus, den wir auf allen Systemen mit der aktuellsten Google-Chrome-Version starteten. Hier überraschte vor allem Windows, das mit durchschnittlich 4500 Zählern sogar schneller zu Werke ging als das Wirtssystem. Die rote Laterne in diesem Test trug Ubuntu mit lediglich 2500 Punkten.

Bei der Messung des Netzwerkdurchsatzes gab sich Virtualbox keine Blöße. Sowohl unter Windows als auch unter Ubuntu waren die Werte mit denen des Wirtssystems weitgehend identisch. Lediglich bei der Anzahl der Verbindungen pro Minute zeigte sich ein deutliches Gefälle: Während der Wirt hier mit über 2000 Connections pro Minute vorlegte, schafften die Gäste weniger als die Hälfte. Das spielt in der Praxis jedoch nur eine untergeordnete Rolle und ist eher als akademischer Wert zu sehen. Offenbar hat Oracle den Netzwerkstack gut ins System implementiert.

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