Windows 7

Da Windows 7 nach wie vor das beliebteste System aus Redmond ist, richtet sich das Augenmerk des Artikels auch darauf. Bevor Sie die Installation starten, sollten Sie einige Anpassungen an den lokalen Einstellungen der virtuellen Maschine vornehmen. Klicken Sie nach dem Erstellen der virtuellen Maschine auf das Icon Ändern, um das Setup aufzurufen (Abbildung 2). Sofern Sie eine gemeinsame Zwischenablage verwenden möchten, wählen Sie darin unter Allgemein den Reiter Erweitert und aktivieren die Funktion im gleichnamigen Eintrag. Dasselbe gilt für das Drag & Drop zwischen Gast und Wirt.

Abbildung 2: In den Einstellungen des Gastes legen Sie detailliert das spätere Verhalten und die Hardware-Umgebung der virtuellen Maschine fest.

Um die Maschine gegen unbefugten Zugriff zu schützen, navigieren Sie zum Reiter Verschlüsselung und aktivieren darin Verschlüsselung aktivieren. Aus dem Ausklappmenü wählen Sie zwischen den Chiffriermethoden AES 128 und AES 256. Nach der Eingabe des gewünschten Passworts chiffriert Virtualbox den Container beziehungsweise die virtuelle Festplatte. Das funktioniert übrigens auch bei bereits bestehenden virtuellen Maschinen problemlos, nimmt jedoch, abhängig von der Größe der virtuellen Festplatte, mitunter mehrere Minuten Zeit in Anspruch. Die Verschlüsselung lässt sich genauso leicht wieder entfernen, indem Sie das Feld Verschlüsselung aktivieren abwählen und danach das hinterlegte Passwort eingeben.

In der Grundeinstellung deaktiviert Virtualbox die 2D/3D-Beschleunigung, was sich besonders bei multimedialen Anwendungen negativ bemerkbar macht. Um sie zu aktivieren, wechseln Sie in den Einstellungen zu Anzeige und klicken die entsprechenden Checkboxen an. Darüber hinaus legen Sie in diesem Dialog den Grafikspeicher fest, hier sollten Sie mindestens 64 MByte einstellen.

Unter USB erreichen Sie die Konfiguration für den USB-Stack und die angeschlossenen Geräte. Unter Windows hat sich gezeigt, dass die Funktion nur korrekt arbeitet, wenn sie der Schnittstelle der Hardware entspricht. Aktivieren Sie etwa USB-3.0-Controller, der Rechner hat aber nur ein USB-2.0-Interface, so findet Windows keinen entsprechenden Treiber. Das betrifft jedoch kurioserweise nur Windows: Ubuntu erkannte den USB-Stick auch mit anderen Einstellungen anstandslos.

Zur Installation von Windows 7 Home Premium über ein auf der Festplatte hinterlegtes ISO-Image in der virtuellen Maschine benötigt Virtualbox etwa 20 Minuten, was in etwa der Dauer eines normalen Setups entspricht. Deutlich langwieriger gestaltet sich dann das anschließende automatische Einspielen der Updates, das im Test mehrere Stunden in Anspruch nahm und diverse Pakete nicht installierte. Allerdings ist hier nicht klar, ob die virtuelle Maschine dafür verantwortlich zeichnet.

Die Gasterweiterungen von Virtualbox integrieren in erster Linie zusätzliche Treiber, die zum einen das System beschleunigen sollen und zum anderen zusätzliche Funktionen wie die dynamische Größenanpassung des Bildschirms ermöglichen. Um sie einzurichten, klicken Sie im Fenster der gestarteten virtuellen Maschine auf Geräte | Gasterweiterungen einlegen.... Das bewirkt, dass Virtualbox ein ISO-Image mit den Erweiterungen am DVD-Port einhängt und damit in der Maschine bereitstellt. Hier kommt allerdings eine Besonderheit zum Tragen: Windows installiert alle Erweiterungen anstandslos – bis auf die 3D-Unterstützung, die Sie auf jeden Fall mit einrichten sollten. Sie lässt sich ausschließlich im abgesicherten Modus installieren.

Dazu starten Sie die virtuelle Maschine neu und drücken noch vor dem Bootvorgang [F6], gefolgt von [F8]. Aus dem Bootmenü wählen Sie im Anschluss Abgesicherter Modus und bestätigen mit [Eingabe]. Bei der Installation der Gasterweiterungen bietet die Software an, einen auf Windows Aero abgestimmten WDDM-Treiber zu installieren, der sich aber noch im experimentellen Stadium befindet. Alternativ richten Sie die reguläre Direct3D-Unterstützung ein (Abbildung 3).

Abbildung 3: Zwar bietet der Installer der Gasterweiterungen die WDDM-Treiber an, klassifiziert sie aber als experimentell. Wir raten davon ab, sie zu verwenden.

Bei unseren Tests erwies sich letztere Variante als die deutlich bessere. Zwar attestierte der interne Windows-Benchmark dem System mit den WDDM-Treiber eine erheblich höhere Performance, in der Praxis wirkte es allerdings deutlich ruckeliger und langsamer als mit den Direct3D-Treibern. Diesen Eindruck bestätigte auch der Browser-Benchmark Peacekeeper [5], den wir auf Google Chrome starteten. Hier halbierten sich die Werte mit WDDM.

Generell sollten Sie vor der Installation der Gasterweiterungen die Updates respektive das Service-Pack einspielen, da dieses die Treiber offenbar löscht beziehungsweise deaktiviert. Nach der Installation erscheint im System-Tray ein kleines Icon. Anders als bei VMware zeigt es jedoch ausschließlich das Vorhandensein der Erweiterungen an und bleibt ohne jegliche Funktion. Auch im Startmenü findet sich lediglich ein Link zum Deinstallieren der Erweiterungen, ohne jede Konfigurationsmöglichkeit.

Features

Von Haus aus funktioniert unter Windows die Mauszeigerintegration. Es genügt also, den Zeiger in die virtuelle Maschine zu bewegen, um Maus und Tastatur darin zu aktivieren. Die dynamische Größenanpassung des Gast-Desktops an das Fenster der virtuellen Maschine funktioniert jedoch nur mit den Erweiterungen. Damit einher gehen der Vollbild- und der nahtlose Modus. Letzterer schaltet den Desktop in den Vollbildmodus, zeigt dabei jedoch nur die Taskleiste und in Windows gestartete Programme an (Abbildung 4). Beide Modi funktionierten im Test mit Windows ohne Fehl und Tadel. Unter Ubuntu startete der Nahtlos-Modus zwar auch, verbarg aber den Unity-Programmstarter, sodass es nicht möglich war, Ubuntu zu bedienen.

Abbildung 4: Ungewohntes Bild: Der Internet Explorer auf einem OpenSuse-Desktop. Der Nahtlos-Modus funktionierte im Test ohne Fehl und Tadel.

Um aus der Ferne auf eine virtuelle Maschine zu zugreifen, müssen Sie in dessen Einstellungen unter Anzeige die Fernsteuerung aktivieren. Auch mit dem KDE-Bordwerkzeug KRDC gelang der Zugriff auf das System ohne Probleme. Als Protokoll verwendet Virtualbox RDP auf dem Port 3389. Achten Sie darauf, bei der Passwortabfrage nicht das Kennwort des Gastsystems einzugeben, sondern jenes des Wirts.

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