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© Germina, 123RF

Virtualbox 5.0 im Test

Virtuelle Heimat

Schon seit Jahren zählt Virtualbox zu den beliebtesten Virtualisierungslösungen für den Desktop. Jetzt erschien Version 5.0 mit diversen Neuerungen an Bord.

Nicht nur auf Servern erfreuen sich Virtualisierungslösungen seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Während sie dort das saubere Trennen von Diensten und das gleichmäßige Auslasten der Hardwareressourcen erlauben, dienen sie auf dem Desktop als bequeme Lösung, um andere Systeme zu testen oder zu verwenden. Gerade Linux-Anwender nutzen sie sehr häufig, um etwa ohne einen Reboot mit unverzichtbaren Windows-Anwendungen zu arbeiten.

Bereits seit 2005 mischt das für Privatanwender kostenfreie Virtualbox [1] im Reigen um die Gunst des Kunden mit und bereitet der kostenpflichtigen Konkurrenz von VMware [2] und Parallels [3] erhebliche Kopfschmerzen. Nun veröffentlichte das zwischenzeitlich von Oracle aufgekaufte Projekt das Major-Release 5 der Software – Grund genug, der Software wieder einmal auf den Zahn zu fühlen.

Der Artikel beschäftigt sich in der Hauptsache mit Windows 7 als Gastsystem; um einige Aspekte zu verifizieren, wurde auch Ubuntu 15.04 getestet. Die Testumgebung bestand aus OpenSuse 13.2 in der 64-Bit-Version auf aktuellem Patchlevel. Als CPU kam ein Intel Core i5 mit vier Kernen und einer Taktung von 3,20 GHz zum Einsatz, flankiert von 8 GByte DDR3-Hauptspeicher. Den Grafik-Part übernahm eine Radeon HD5670.

Installation

Oracle stellt Virtualbox kostenfrei zum Download bereit [4]. Der quelloffenen und unter der GPL lizenzierten Kernanwendung fehlen einige Funktionen wie die USB-Unterstützung, die das Unternehmen in Form eines proprietären, aber ebenfalls kostenfreien Extension-Packs nachliefert. Oracle bietet für ein gutes Dutzend Linux-Systeme Pakete im RPM- und DEB-Format an. Sollte eines für das von Ihnen verwendete System fehlen, greifen Sie zur generischen Variante mit der Endung .run. Im Test benötigte die Software bei der Installation keine zusätzlichen Abhängigkeiten und ließ sich problemlos einrichten. Da das Setup bei dieser Gelegenheit aber direkt die notwendigen Kernel-Module kompiliert, benötigen Sie die typischen Entwicklerprogramme wie make und gcc dafür.

Um das Extension Pack zu installieren, klicken Sie in der gestarteten Anwendung auf Datei | Einstellungen... und wechseln im Fenster zu Zusatzpakete. Ein Klick auf das Quadrat mit dem nach unten gerichteten Pfeil darin startet den Dateimanager, in dem Sie die heruntergeladene Erweiterung anwählen. Bei den Gastsystemen zeigt sich die Software ähnlich flexibel und unterstützt praktisch alle gängigen Betriebssysteme, von Linux in den verschiedensten Varianten über Windows von NT 4.0 bis 10 sowie Mac OS X. Aber auch mit Exoten wie Solaris, IBM OS/2 und den BSD-Spielarten kommt Virtualbox zurecht.

Konfiguration

Virtualbox trennt zwischen einer globalen und lokalen Konfigurationen. Während die Erstere alle virtuellen Maschinen gleichermaßen betrifft, legt die Letztere nur die Einstellungen der jeweiligen Maschine fest. Das globale Setup erreichen Sie im Hauptfenster unter Datei | Einstellungen... (Abbildung 1). Unter Allgemein legen Sie in erster Linie den Speicherort für virtuelle Maschinen fest. Wechseln Sie zu Eingabe, erscheint der Konfigurationsdialog für die Tastaturkürzel.

Abbildung 1: In der globalen Konfiguration legen Sie Einstellungen vor, die für alle virtuellen Maschinen gleichermaßen gelten.

Hier zeigt sich auch, dass sich die Software fast komplett über solche steuern lässt. Die wichtigste davon ist die sogenannte Host-Taste, die Sie im Reiter Virtuelle Maschine erreichen. In der Grundeinstellung steht sie auf [Strg-rechts] und bewirkt beispielsweise das Trennen der Mauszeigerintegration vom Gast. Anders als in älteren Versionen dürfen Sie hier inzwischen auch Tastenkombinationen verwenden – sehr praktisch für VMware-Umsteiger, die so das dort übliche [Strg]+[Alt] dafür verwenden können. Darüber hinaus dient die Host-Taste in Kombination mit anderen Tasten auch zum Bedienen der virtuellen Maschine. So schaltet beispielsweise [Host]+[F] in den Vollbildmodus.

Ebenfalls nicht unwichtig ist die globale Bildschirmauflösung, die Sie unter Anzeige einsehen. Haben Sie diese auf einen bestimmten Wert festgelegt, funktioniert in den virtuellen Maschinen weder eine dynamische Größenanpassung noch der Vollbildmodus. Achten Sie an dieser Stelle deshalb darauf, Automatisch als Maximale Größe des Gast-Bildschirms vorzugeben.

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