Baumeister

Während der Konvertierung eines Pakets gibt Alien eine Reihe wichtiger Informationen aus, die auf Probleme und Fehler während der Umwandlung hinweisen. Als problematisch erweisen sich zum Beispiel Abhängigkeiten, die in den einzelnen Paketverwaltungen unterschiedliche Schreibweisen besitzen. Auch einfache Rechtschreibfehler in den Paketbezeichnungen bemängelt Alien. Zum Beheben solcher Fehler lassen Sie Alien mithilfe der Option --generate den Inhalt des Pakets in ein temporäres Verzeichnis entpacken.

Dort bearbeiten Sie nun den Inhalt des Pakets manuell und beseitigen Fehler, die während der Paket-Konvertierung auftreten. Ein üblicher Trick wäre etwa, in debian/control die Zeile Architecture: i386 in Architecture: amd64 zu ändern, sodass sich ein statisch kompiliertes 32-Bit-Programm in einer 64-Bit-Umgebung installieren und nutzen lässt.

Nach Einbringen der gewünschten Änderungen müssen Sie das Paket manuell bauen: Für ein Debian-Paket rufen Sie dazu debian/rules binary auf, für ein RPM-Paket entsprechend rpmbuild -bb Paket.spec.

In einem Rutsch

Bei in das DEB-Format gewandelten Paketen bietet es sich an, diese direkt mithilfe des Aufrufs alien -d --test Paket auf Fehler zu prüfen. Unter Debian und Ubuntu müssen Sie dazu vorab das Paket lintian installieren. Lintian [3] prüft DEB-Pakete generell auf ihre Konsistenz sowie auf Verstöße gegen das Debian Policy Manual [4] und meldete andere übliche Fehler. Ubuntu-Nutzer kennen Meldungen wie Paket ist in einem sehr schlechten inkonsistenten Zustand, die das Programm bei der manuellen Installation von DEB-Paketen absetzt.

Alien kann Pakete nicht nur umwandeln, sondern das neue Paket im selben Zug gleich auf dem System installieren. Dazu müssen Sie Alien mit Root-Rechten ausführen und am Prompt bei der Befehlseingabe den Parameter -i hinzufügen. Damit Sie sehen, welche Schritte die Software dabei ausführt, sollten Sie die Eingabe noch um den Parameter -v ergänzen, der im Terminal anschließend alle einzelnen Arbeitsschritte des Programms dokumentiert.

Alternativ installieren Sie das erzeugte Paket mit sudo dpkg -i Paket.deb oder sudo rpm -i Paket.rpm aus dem Terminal heraus. Auf Debian-Systemen müssen Sie anschließend oft mit sudo apt-get install -f fehlende Abhängigkeiten auflösen. Grafische Tools wie Gdebi oder das Ubuntu-Software-Center lösen diese Aufgabe hingegen schon bei der Installation des Pakets. Öffnen Sie Alien-Pakete daher besser aus einem Dateimanager heraus mit einem Doppelklick in das grafische Paketmanagement-Tool der Distribution (Abbildung 2).

Abbildung 2: Grafische Tools zur Paketverwaltung wie das Ubuntu-Software-Center lösen bei der Installation von DEB-Paketen die Abhängigkeiten automatisch auf.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Pakete umwandeln mit Alien
    Gibt es Ihre Lieblingsanwendung nicht für die eigene Distribution, müssen Sie es entweder aus den Quellen installieren, ein eigenes Paket bauen – oder Sie greifen zu Alien.
  • Pakete umwandeln mit Alien
  • Zu Befehl: Alien
    Mit dem Programm Alien können Sie für das eigene Linux fremde Pakete umwandeln und installieren. Das Tool läuft auf sämtlichen bekannten Distributionen und kann mit vielen verbreiteten Paketformaten umgehen. In dieser "Zu Befehl"-Folge zeigen wir Ihnen, wie Sie unter Debian außerirdische Software in bekannte Paketformate wandeln.
  • Programmpakete richtig konvertieren
    Wenn sich eine aktuelle Software nur im Repository einer anderen Distribution findet, hilft Alien, das Paket sauber ins eigene System einzupassen.
  • POP3-Postfächer überprüfen mit pop3browser
    Mailbomben, Viren oder Spam verstopfen Ihr Postfach? Löschen Sie den Mail-Müll doch einfach mit pop3browser vor dem Download.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...