Holprig

Im Live-Betrieb zeigte sich das neue System von einer recht störrischen Seite: So gelang es uns auf älterer Hardware nicht, Wechseldatenträger einfach einzubinden. Auch beim Aufruf einiger Applikationen verweigerte OpenMandriva die Kooperation: So ließen sich weder der Dateimanager Dolphin noch der aus ROSA-Linux übernommene ROSA-Image-Writer (er generiert aus ISO-Abbildern bootfähige USB-Sticks) starten. Ein weiteres ärgerliches Verhalten zeigte die KDE-Panelleiste: Sie zeigt die Symbole wahllos durcheinandergewürfelt über die gesamte Leiste verteilt an; hier hilft nur, manuell für Ordnung zu sorgen. Da diese Mängel auf mehreren Testmaschinen älterer Baujahre reproduzierbar auftraten, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Bugs. Wir entschlossen uns daher, das System fest zu installieren, um etwaige Fehler zu lokalisieren.

Den Installer von OpenMandriva erreichen Sie über ein Icon auf der Arbeitsoberfläche. Nach Auswahl der entsprechenden Startoption im Bootmanager Grub packt er das Betriebssystem in wenigen Schritten auf den lokalen Massenspeicher. Im Anschluss erfolgt ein Warmstart, bei dem ein Dialog abfragt, ob der Installer nicht benötigte Module für die Hardware und überflüssige Lokalisierungsdateien löschen soll. Erst danach erscheint der Dialog zum Anlegen eines Benutzerkontos und dem Festlegen des Administrator-Passworts.

Nach dem Login erscheint recht zügig der KDE-Desktop samt dem Welcome-Fenster. Es fällt auf, dass OpenMandriva sofort – auch bei älterer Grafik-Hardware – 3D-Effekte in zurückhaltendem Umfang aktiviert und somit eine attraktive Optik des Desktops bietet. Allerdings fallen bei eingeschalteten Effekten gerade auf älterer Hardware deutliche Geschwindigkeitseinbußen beim Aufbau der Arbeitsoberfläche auf. Vor allem ältere Intel-Grafikchipsätze neigen dabei auch zu Fehldarstellungen, sodass Sie auf solchen Systemen besser die optischen Schmankerl deaktivieren.

Sicherheit

In der Panel-Leiste finden Sie ein Firewall-Applet, das nach einem Rechtsklick darauf ein Kontextmenü öffnet. Klicken Sie darin auf Firewall-Einstellungen bearbeiten..., öffnet sich nach Eingabe des Root-Passworts eine grafische Konfigurationsoberfläche für die Firewall-Einstellungen. Diese stammt, ebenso wie das Applet, von Red Hat (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Firewall-Einstellungen nehmen Sie in OpenMandriva bequem per Applet vor.

Eine weitere Option, um das System abzusichern, bietet die interne Authentifizierung, die sich jeweils an bestimmte Aktionen koppelt. Sie definieren dazu sehr detaillierte Authentifizierungsregeln, indem Sie das Kontrollzentrum über Werkzeuge | Den Computer konfigurieren aufrufen und hier im Menü Sicherheit den Eintrag Configure authentication for OpenMandriva tools aktivieren. Im sich daraufhin öffnenden Dialog wählen Sie für jede Aktion, ob sie ohne Authentifizierung ablaufen soll oder ein Benutzer- respektive Administrator-Passwort abfragen soll. Ein abschließender Klick auf OK aktiviert die Änderungen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Per Mausklick definieren Sie Authentifizierungsregeln für verschiedenste Aktionen.

Eine weitere bequeme Möglichkeit, die Sicherheit der Datenbestände zu optimieren, bietet die in den Dateimanager Dolphin integrierte Verschlüsselungsroutine: Möchten Sie einzelne Dateien oder Verzeichnisse vor neugierigen Blicken schützen, öffnen Sie nach einem Rechtsklick auf das gewünschte Objekt im Kontextmenü den Eintrag Aktionen. Darin komprimieren, signieren und verschlüsseln Sie nun kontextsensitiv die gewünschten Daten. Der gleiche Dialog erlaubt es, bereits verschlüsselte und komprimierte Daten wieder zu entschlüsseln beziehungsweise zu entpacken.

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