Die Technik

Im Innern des Meizu MX4 verrichtet ein Achtkernprozessor von MediaTek sein Werk: Jeweils vier Kerne arbeiten mit bis zu 2,2 GHz (Cortex A17), die anderen vier takten nur auf bis zu 1,7 GHz hoch (Cortex A7). Mit dieser "big.LITTLE" getauften Technologie versucht ARM, rechenintensive Aufgaben auf die leistungsstärkeren Kerne zu verteilen und bei Hintergrundaktivitäten auf die schwächere und damit stromsparende CPU zurückzufallen. Die Grafikeinheit vom Typ PowerVR G6200 des Herstellers Imagination Technologies (früher: VideoLogic) arbeitet ebenfalls mit vier Kernen und sorgt damit für reichlich Rechenkraft.

Von der technischen Seite bietet das MX4 daher deutlich mehr Leistung als die beiden Aquaris-Geschwister von BQ. Wer nun allerdings glaubt, dass Ubuntu auf dem Meizu-Handy deutlich flüssiger läuft, der irrt: Die Animationen geraten trotz der leistungsfähigen Prozessoren ins Stocken. Schuld daran sollen Probleme mit dem Grafikkartentreiber sein. Bleibt nur zu hoffen, dass Canonical und Meizu diese in Zukunft in den Griff bekommen – eine Garantie dafür gibt es freilich nicht. So kommt man trotz der eigentlich hervorragenden technischen Daten nicht so wirklich in den Genuss eines geschmeidig laufenden Ubuntu-Phones.

Update auf OTA-5

Der vorliegende Bericht entstand auf Basis eines mit dem letzten Developer Preview auf das OTA-5-Update ausgestatteten Meizu MX4, das seit Mitte Juni 2015 auch für Endanwender vorliegt. Das Update bringt neue Icons und eine überarbeitete Funktion zum Drehen in das Querformat. Auf dem Meizu MX4 sorgt die Aktualisierung im Vergleich zur ursprünglichen Firmware für bessere Akkulaufzeiten und niedrigere Betriebstemperaturen; die Benachrichtigungs-LED signalisiert nun neue Mails. Der Grafikchip harmoniert jetzt deutlich besser mit dem System, liefert allerdings bei Weitem noch nicht die Leistung, die die Papierdaten erwarten lassen.

An Bord des MX4 befinden sich 2 GByte Arbeitsspeicher und ein Akku mit einer Kapazität von 3100 mAh. Er liegt deutlich sichtbar unter dem abnehmbaren Deckel, lässt sich jedoch – wohl zur Verwunderung der meisten Käufer – nicht entnehmen und austauschen (Abbildung 2). Die hohe Kapazität des Akkus macht sich im Alltag mit dem Handy bemerkbar: Trotz des hochauflösenden und hellen 5-Zoll-Displays mit 1920 x 1152 Bildpunkten hält das Meizu MX4 eine ganze Weile länger durch als ein Aquaris E4.5. Bei normaler Nutzung musste das Gerät im Test etwa jede zweite Nacht an die Steckdose, während das Aquaris bereits nach einem Tag schlappmacht.

Abbildung 2: Auch wenn es so wirkt: Der Akku des Meizu MX4 Ubuntu Edition lässt sich nicht ausbauen.

Toller Sound, trübe Kamera

In Kombination mit hochwertigen Over-Ear-Kopfhörern besticht das Handy mit lupenreinem und kraftvollem Klang. Auch bei der Sprachqualität zeigt das Meizu-Handy keine Schwächen. Mehrere Gesprächspartner ließen uns in der Testphase wissen, dass sie das Gesprochene bemerkenswert gut und deutlich verstehen.

Die Qualität der Kamera ruft jedoch gemischte Gefühle hervor: Die 20,7 Megapixel wirken auf dem Datenblatt beeindruckend, die damit gemachten Bilder zeigen allerdings ein deutliches Rauschen. Mit Ubuntu Phone lassen sich Fotos nur in der Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln knipsen; eine Option, die Auflösung höher oder niedriger zu stellen, ließ sich nicht finden. Die Hardware unterstützt Videoaufnahmen mit 4K, aber auch hier verfügt die Kameraanwendung selbst in der neuesten Version nur über eine Option für HD (also 1920 x 1080 Pixel).

Im Lieferumfang befinden sich ein Ladekabel und ein Ladestecker – allerdings zumindest in unserem Fall bei dem über den regulären Vertrieb bezogenen Gerät mit einem Anschluss für Großbritannien. Kopfhörer liegen nicht bei – eine entsprechende Aussparung ist im Karton zwar vorgesehen, doch darin befindet sich nur ein Platzhalter, der einen wissen lässt, dass die Kopfhörer nicht zum Lieferumfang gehören. Der Karton, die Anleitung und alle weiteren Unterlagen beziehen sich noch auf Meizus Android-Adaption Flyme OS. Dazu gibt es einen kleinen Zettel, auf dem sich Meizu dafür entschuldigt, dass es zeitlich noch nicht geklappt hat, alles auf die Ubuntu Edition des Meizu MX4 anzupassen.

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