Fazit

Mit Scribus 1.5 liegt ein Meilenstein in der Geschichte des Programms vor: Nie zuvor bot es so viel professionelle Funktionen. Das tut der Software richtig gut: Die Unterstützung für echte Tabellen etwa ist extrem hilfreich und sorgt dafür, dass die Applikation zu anderen Werkzeugen wie Adobe Indesign aufschließt. Die Symbole, die das einfache Aktualisieren von mehreren Kopien gleichzeitig und über viele Seiten hinweg ermöglichen, erleichtern die Arbeit enorm. Die Änderungen der Oberfläche wirken sich trotz Umstieg von Qt4 auf Qt5 nicht so massiv aus – Schaltflächen und andere Elemente sehen zwar anders aus, die grundlegende Funktion bleibt aber identisch.

Andererseits haben sich die Entwickler aber viele Gedanken darüber gemacht, wie sie die Struktur der Menüs aufräumen und zusätzliche Funktionen sinnvoll in die Oberfläche einbauen können. Die vielen von Grund auf neu entworfenen Dialoge wie der zum Einrichten einer Druckseite tun das Übrige, um die Arbeit angenehm zu gestalten. Wirklich beeindruckend ist die Liebe zum Detail, mit der Scribus 1.5 verschiedene Formate für Inhalte und Vorlagen handhabt. Bild- und Vektordaten verarbeitet die Software nun deutlich souveräner als in der Vorgängerversion.

Weil sich Scribus ab Version 1.5 auf Dateien anderer DTP-Programme versteht, tun sich Designer in Zukunft leichter, Daten mit Kollegen auszutauschen. Adobe Indesign, Pagemaker, Quark Xpress, Apple iWorks Pages, Microsoft Publisher und einige andere sind bereits durch Plugins für den Import vertreten – aktuell allerdings noch nicht in perfektem Zustand.

So viel ist klar: Scribus 1.5 macht Lust auf mehr, vom Einsatz im produktiven Umfeld sollten Sie jedoch noch absehen. Sobald die Entwickler mit Scribus 1.6 aus dem Quark kommen, dürfte das Programm aber im DTP-Bereich seine Position ausbauen. Interessante Gimmicks, wie etwa die Option, QR-Codes zu generieren (Abbildung 6), deuten jedenfalls darauf hin, dass das freie Scribus künftig der kommerziellen Konkurrenz mehr Paroli bieten will. 

Abbildung 6: Zu den interessanten Neuerungen zählt die Funktion zum Erstellen von QR-Codes. Damit erzeugen Sie die schachbrettähnlichen Grafiken direkt in der DTP-Applikation.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Trunk-Version von Scribus in Ubuntu
    Scribus ist das wohl bekannteste freie Programm im DTP-Bereich und eignet sich hervorragend, um Flyer, Programmhefte oder andere Layout-Jobs zu erledigen. Ubuntu-Nutzer können sich jetzt täglich frische Versionen der Software holen.
  • Scribus in Entwickler-Version 1.3
    Desktop Publishing ist ein Bereich der von proprietärer Software dominiert wird. Doch das Programm Scribus demonstriert eindrucksvoll, dass sich auch mit freier Software professionelle Drucksachen bauen lassen. Einer der Hauptentwickler stellt Ihnen die Neuerungen in der Development-Version 1.3 vor.
  • Scribus-Entwickler veröffentlichen Version 1.3.7 der freien DTP-Software
    Auf dem Weg zur stabilen 1.4 hat das Team um die freie DTP-Software Scribus die Entwicklerversion 1.3.7 mit rund 50 Fehlerkorrekturen und neuer Scripter-Funktion zum Download freigegeben.
  • Scribus 1.5.0 veröffentlicht
    Die Macher des freien DTP-Programms Scribus haben eine neue Version mit größeren, teilweise lang erwarteten Änderungen veröffentlicht. Scribus 1.5.0 dient allerdings nur als Vorschau auf die nächste stabile Version 1.6.0.
  • Desktop Publishing mit Scribus
    Scribus ist auf dem besten Weg zum professionellen Layout-Programm. Welche Möglichkeiten es bietet und wo die Schwächen liegen, erfahren Sie in einer Tour durch die Gestaltung eines Scribus-Dokuments.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2018: PAKETE VERWALTEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

JQuery-Script läuft nicht mit Linux-Browsern
Stefan Jahn, 16.02.2018 12:49, 2 Antworten
Hallo zusammen, ...folgender goldener Code (ein jQuery-Script als Ergebnis verschiedener Exper...
XSane-Fotokopie druckt nicht mehr
Wimpy *, 30.01.2018 13:29, 0 Antworten
openSuse 42.3 KDE 5.8.7 Seit einem Software-Update druckt XSane keine Fotokopie mehr aus. Fehler...
TOR-Browser stürzt wegen Wikipedia ab
Wimpy *, 27.01.2018 14:57, 0 Antworten
Tor-Browser 7.5 based on Mozilla Firefox 52.8.0 64-Bit. Bei Aufruf von http: oder https://de.wi...
Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...
sharklinux
Gerd-Peter Behrendt, 18.01.2018 23:58, 2 Antworten
Hallo zusammen, ich habe sharklinux von der DVD Installiert. 2x, jedesmal nach dem Reboot ist di...